Erfolg und Niederlage

Knapp für Schwarz bei der Bundestagswahl in München ‒ So hat der Wahlkreis Nord abgestimmt

Bundestagswahl 2021 - Die Kandidaten im Wahlkreis München Nord (Symbolbild)
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So haben die Direktkandidaten im Wahlkreis München Nord bei der Bundestagswahl abgeschnitten. (Symbolbild)

Die Grünen haben bei der Bundestagswahl im Wahlkreis München-Nord den stärksten Zuwachs. Für das Direktmandat hat es jedoch nicht gereicht - Das ging an die CSU.

Grün und Schwarz zählen sich heuer zu den Gewinnern der Bundestagswahl im Wahlkreis München-Nord (217). Das Direktmandat ging mit 25,7 Prozent an Bernhard Loos (CSU), der dadurch seinen Sitz im Bundestag verteidigt hat. Für Loos war es allerdings ein knapper Sieg: 24,2 Prozent der Stimmen gingen an Doris Wagner von den Grünen. Im Vergleich zu Loos, für den es heuer 6,5 Prozent weniger Stimmen als 2017 gab, kamen bei Wagner 11,1 Prozent dazu. Und auch bei den Zweitstimmen waren die Grünen die klaren Gewinner (Kasten).

Bernhard Loos, Kandidat für die CSU im Wahlkreis München Nord.

So hat der Wahlkreis München-Nord bei der Bundestagswahl gestimmt

Ein München-Trend hin zu den Grünen sei spätestens seit der letzten Landtagswahl da, räumt Loos ein. Sein Sieg freut ihn deshalb umso mehr und setze „ein anderes wichtiges Signal, nämlich dass wir auch in der Großstadt gewinnen können“. Für Wagner, die den Listenplatz 27 inne hatte, heißt der Verlust des Direktmandats nun, dass sie nicht in den Bundestag zurückkehren kann. Enttäuscht sei sie schon, aber das mindere nicht ihre große Freunde über den Erfolg ihrer Partei. „Für mich hat es haarscharf nicht gereicht, aber es war dennoch ein unglaublich gutes Ergebnis.“

Auch für den SPDler Florian Post hat es nicht mehr in den Bundestag gereicht. Mit 21,9 Prozent landete er auf dem dritten Platz im Wahlbezirk. Auch für ihn wäre das Direktmandat die einzige Chance gewesen, weiterhin bundespolitisch aktiv zu sein. Vorab der Wahl kam es wegen seines schlechten Listenplatzes zu einem Zerwürfnis mit seiner Partei.

Im Wahlkampf wurde er zum Einzelkämpfer, legte den Fokus auf sich und nicht auf die SPD. Insgesamt schnitt er letztlich schlechter ab als 2017 und verlor 4,2 Prozent der Stimmen. Als schlechter Verlierer zeigte er sich aber nicht: Gleich am Tag nach der Wahl twitterte er Glückwünsche für seinen Kontrahenten und bedankte sich „für den fairen Wahlkampf“.

Florian Post, Kandidat für die SPD im Wahlkreis München Nord.

Hinter Post folgte Daniel Föst von der FDP mit einem stabilen Ergebnis von 11,2 Prozent der Stimmen. Im Vergleich zu 2017 war das sogar ein kleiner Zuwachs von 1,5 Prozent. „Das nehme ich als klaren Auftrag an“, so der 45-Jährige. Und Föst hat doppelt Grund zur Freude: Als bayerischer Spitzenkandidat zieht er über die Liste erneut in den Bundestag ein. kf

Weitere Ergebnisse: Petr Bystron (AfD): 4,3 Prozent, Christian Schwarzenberger (Linke): 3,6 Prozent, Linus Springer (Freie Wähler): 2,3 Prozent.

Stimmen für die Parteien

Bei den Zweitstimmen haben im Wahlkreis München-Nord die Grünen mit 25,6 Prozent das beste Ergebnis erzielt – im Vergleich zur Wahl 2017 eine Steigerung von 8,7 Prozent. Auf dem zweiten Platz landete mit einem Verlust von knapp sechs Prozent die CSU und erzielte ein Ergebnis von 22,9 Prozent. Die SPD steigert sich um 2,4 Prozent und kam insgesamt auf 19 Prozent der Stimmen. Weitere Ergebnisse: FDP: 14,8 Prozent, AfD: 4,7 Prozent, Linke: 4,0 Prozent, Freie Wähler 2,5 Prozent, Sonstige: 6,4 Prozent

Die Verteilung der Erststimmen im Wahlkreis München-Nord.

So hat der Wahlkreis Ost abgestimmt

So hat der Wahlkreis Süd abgestimmt

So hat der Wahlkreis West/Mitte abgestimmt

So hat der Landkreis München abgestimmt

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