Erfolg und Niederlage

Süden in München wählt bei der Bundestagswahl Grün ‒ So hat der Wahlkreis abgestimmt

Sonnenuntergang in München
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So haben die Direktkandidaten im Wahlkreis München Süd bei der Bundestagswahl abgeschnitten. (Symbolbild)

Historischer Erfolg bei der Bundestagswahl für die Grünen im Wahlkreis München-Süd: Jamila Schäfer holt einziges Direktmandat in Bayern - und Kuffer packt die Koffer.

Historischer Erfolg für Bündnis 90/Die Grünen: Die Partei holt sich im Wahlkreis München-Süd ihr erstes und einziges Direktmandat in Bayern. Jamila Schäfer, stellvertretende Vorsitzende der Grünen, zieht mit 27,5 Prozent in den Bundestag ein und gewinnt damit das Kopf-an-Kopfrennen gegen CSU-Kandidat Michael Kuffer. An Schäfer verliert der Christdemokrat knapp – mit 26,8 Prozent – sein Bundestagsmandat, das er seit 2017 innehielt.

Jamila Schäfer, Kandidatin für die Grünen im Wahlkreis München Süd.

„Im Vergleich zur CSU hatten wir schon während des Wahlkampfs gute Antworten und ein besseres Programm für die Probleme der Bürger. Seien es Familien, die bezahlbaren Wohnraum brauchen oder Eltern, die für ihre Kinder Fahrradwege wünschen. Wir waren präsent, das haben die Bürger geschätzt“, so Schäfer.

„Als erste Amtshandlung werde ich bei der Arbeitsgruppe für die Sondierungen dabei sein. Informelle Gespräche haben auch schon stattgefunden. Mehr darf ich zwar nicht sagen. Aber klar ist: Die Wähler haben den Grünen einen Auftrag zur Ablösung der GroKo gegeben“, betont die Politikerin.

So hat der Wahlkreis München-Süd bei der Bundestagswahl gestimmt

Michael Kuffer begründet seine Niederlage mit dem bundesweiten Verlust der CDU. Die Schwesterpartei habe Fehler – wie die Kandidatur Armin Laschets – gemacht, deren Auswirkungen sich bis auf die CSU übertragen hätten. In Kuffers Wahlkreis sei hinzugekommen, dass die SPD „überdurchschnittlich schwach war. Und davon haben die Grünen paradoxerweise profitiert“, so der Rechtsanwalt.

Michael Kuffer, Kandidat für die CSU im Wahlkreis München Süd.

Zwar liegt Sozialdemokrat Michael Roloff hinter CSU und Grünen, dennoch gelingt es dem Rechtsanwalt und Personalleiter über die Landesliste erstmals ein Bundesmandat anzutreten. Im Vergleich zu 2017 verliert Roloff jedoch Stimmen: Der Giesinger rutscht von 23,5 auf 19,7 Prozent.

Auf Hallo-Nachfrage warum er den bundesweiten SPD-Trend nicht für sich nutzen konnte, entgegnet er: „Es war ein knappes Rennen, zugespitzt auf CSU und Grün. Diese haben in München eine verlässliche Wählerbasis“, analysiert Roloff. „Aber die Grünen und die SPD kanibalisieren sich in Bayern gegenseitig, wovon letztendlich die CSU profitiert“, so Roloff.

Sebastian Roloff, Kandidat für die SPD im Wahlkreis München Süd.

Die Ampelkoalition hält er für die einzig sinnvolle Lösung. Jedoch sehe er beim „Münchner mega Thema ‚bezahlbares Wohnen’ wenig Übereinstimmung mit der FDP.“ FDP-Kandidat Thomas Sattelberger misst seiner Partei „eine wichtige Rolle in den Koalitionsgesprächen“ zu. Sattelberger ist trotz 9,6 Prozent der Erststimmen über die Landesliste in den Bundestag gewählt worden.

Die Verteilung der Erststimmen im Wahlkreis München-Süd.

Auch die Mehrheit der Zweitstimmen beanspruchen die Grünen (26,1 Prozent) im Wahlbezirk „Süd“ für sich, gefolgt von CSU (23,8 Prozent) und SPD (19 Prozent). Auf der Stelle tritt nach wie vor die FDP mit einem Zweitstimmenergebnis von 12,5 Prozent im Wahlkreis München Süd.

Stadt-Land-Gefälle: Gemeinden im Süden stehen hinter Söders Politik

Setzen sich die Grünen im Stadtwahlbezirk 219 als stärkste Kraft durch, gewinnt im grün-regierten Pullach sowie in den beiden CSU-Gemeinden Grünwald und Baierbrunn deutlich die Partei von Ministerpräsident Markus Söder. Während die Pullacher und Baierbrunner auf den zweiten Platz die Grünen und den dritten die SPD wählten, ist das Ergebnis in Grünwald weniger eindeutig. Hier liegen die Grünen zwar bei den Erststimmen mit 14,7 Prozent vor der FDP, aber dafür entscheiden die Liberalen bei den Zweitstimmen mit 18,8 Prozent das Rennen um Platz zwei für sich.

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