Erfolg und Niederlage

Kopf-an-Kopf-Krimi bei der Bundestagswahl in München ‒ So hat der Wahlkreis West/Mitte abgestimmt

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So haben die Direktkandidaten im Wahlkreis München West/Mitte bei der Bundestagswahl abgeschnitten. (Symbolbild)

Es war ein Kopf an Kopf-Rennen zwischen Pilsinger (CSU) und Janecek (Grünen) im Wahlkreis München-West/Mitte. Was die Direktkandidaten nach der Bundestagswahl sagen...

Es hätte knapper kaum sein können: das Kopf-an-Kopf-Rennen der Direktkandidaten von CSU und Grünen im Wahlkreis München-West/Mitte. Am Ende der Auszählung verteidigte Stephan Pilsinger (CSU, Foto li.) sein Direktmandat mit 27 Prozent bei nur 146 Stimmen Vorsprung vor Dieter Janecek (Grüne, 26,9 Prozent, re.). Die SPD-Kandidatin Seija Knorr-Köning landete mit 19,9 Prozent der Erststimmen auf Platz drei im Westen.

So hat der Wahlkreis München-West/Mitte bei der Bundestagswahl gestimmt

Den größten Stimmengewinn gegenüber der Bundestagswahl 2017 konnte mit einem Plus von 10,6 Prozent Janecek für sich verbuchen. Pilsinger dagegen verlor 6,3 Prozent der Erststimmen.

Dabei gab es innerhalb des Wahlkreises durchaus Unterschiede zwischen den einzelnen Stadtbezirken: In Allach-Untermenzing hat Pilsinger mit 37,3 Prozent die höchste Zustimmung bei den Münchner CSU-Kandidaten erreicht. Seine Partei kam stadtweit auf 27,9 Prozent.

Stephan Pilsinger, Kandidat für die CSU im Wahlkreis München West/Mitte.

Über seinen persönlichen Erfolg freut sich der Obermenzinger: „Im Wahlkreis mit den meisten Zweitstimmen bayernweit für Bündnis90/Die Grünen das Direktmandat zu erlangen, galt als äußerst unwahrscheinlich“, sagt er und kündigt an, sich weiter vor allem in der Gesundheits- und Pflegepolitik einzubringen.

Janeceks Hochburg war Neuhausen-Nymphenburg mit 28,6 Prozent (bei 25,1 Prozent für die Grünen stadtweit). Dagegen errang er in Aubing-Lochhausen-Langwied „nur“ 17,6 Prozent.

Dieter Janecek, Kandidat für die Grünen im Wahlkreis München West/Mitte.

Der 45-Jährige sagt: „Das Ergebnis der Grünen insgesamt ist sehr erfreulich. Aber natürlich hätte ich am Schluss gerne auch das Direktmandat gewonnen. Es sind weniger als 0,1 Prozent Unterschied. So knapp war es noch nie.“ Seine „Wunschpartner“ für eine Regierungskoalition sind SPD und FDP.

Er meint: „Die Union braucht jetzt erstmal Zeit, um sich zu regenerieren – und zwar in der Opposition.“ Sein Ziel: „Wirtschaftspolitik mit Klimaschutz zu verbinden.“

Seija Knorr-Köning, die im Wahlkampf auf Gesundheits- und Sozialthemen gesetzt hatte, ist von ihrem persönlichen Ergebnis enttäuscht. „Ich habe mir deutlich mehr erhofft.“ Umso intensiver will sie nun ihre Arbeit für die SPD-Fraktion im BA Neuhausen-Nymphenburg fortsetzen, „und in vier Jahren wieder antreten“.

Seija Knorr-Köning, Kandidatin für die SPD im Wahlkreis München West/Mitte.

Abgeordnete und Beteiligung

Im künftigen Bundestag wird der Westen mit vier Abgeordneten vertreten sein: Neben Pilsinger und Janecek werden auch die beiden bisherigen Abgeordneten Lukas Köhler (FDP) und Nicole Gohlke (Die Linke) über ihre Partei-Landeslisten wieder nach Berlin geschickt. Köhler erklärt mit Blick auf Koalitionsgespräche: „Wir sind bereit, ein regierungsfähiges Bündnis zu formen.“ Mit 81,9 Prozent lag die Wahlbeteiligung im Kreis München-West/Mitte über dem städtischen Schnitt von 80,3. Fleißigste Urnengänger im Westen waren die Bürger in Allach-Untermenzing (83,3 Prozent) und Pasing-Obermenzing (83 Prozent). 

Die Verteilung der Erststimmen im Wahlkreis München-West/Mitte.

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