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Autofahrer missachten Sicherheitsabstand ‒ Bürgerin fordert Überholverbot auf der Hackerbrücke

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Von: Daniela Borsutzky

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Auf der Hackerbrücke wird es für Radfahrer wegen nah vorbeifahrenden Autos häufig gefährlich.
Auf der Hackerbrücke wird es für Radfahrer wegen nah vorbeifahrenden Autos häufig gefährlich. © dpa/Sven Hoppe

Weil der Sicherheitsabstand von Autos zu Radfahrern meistens missachtet wird, forderte eine Bürgerin für mehr Sicherheit ein Überholverbot auf der Hackerbrücke.

Westend - Mit einem auf eineinhalb Meter Breite ausgeklapptem Zollstock betrat Sylvia Pawelke das Rednerpult bei der jüngsten Bürgerversammlung für die Schwanthalerhöhe. Jeden Tag radelt sie über die Hackerbrücke zur Arbeit und ärgert sich, weil der gesetzlich vorgegebene Mindestabstand (s. Kasten) von Autofahrern zu ihr regelmäßig nicht eingehalten wird.

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*HalloMuenchen.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA. © Hallo München

Missachtung des Sicherheitsabstands zu Radfahrern: Bürgerin fordert Überholverbot für Hackerbrücke

Die zweispurige Fahrbahn der Hackerbrücke sei sieben Meter, ein Auto durchschnittlich 1,80 Meter breit. Sarkastisch ergänzte sie, dass „urbane Nutzfahrzeuge für die Berge der Schwanthalerhöhe und andere Münchner Anhöhen“ etwa zwei Meter breit seien. „Ungefährliches Überholen ist nur bei kompletter Brückenverwaisung möglich“, folgerte Pawelke und forderte ein Überholverbot durch das entsprechende Straßenschild.

Sylvia Pawelke forderte in der Bürgerversammlung für die Schwanthalerhöhe ein Überholverbot mit entsprechenden Schildern auf der Hackerbrücke.
Sylvia Pawelke forderte in der Bürgerversammlung für die Schwanthalerhöhe ein Überholverbot mit entsprechenden Schildern auf der Hackerbrücke. © Daniela Borsutzky

Eine Mitarbeiterin des Mobilitätsreferats räumte dem sogleich wenig Chancen ein: Der Antrag sei in der Vergangenheit bereits geprüft worden. Alleine die Missachtung des Sicherheitsabstandes sei nicht ausreichend als Grund für ein Überholverbot. Die Bürgerversammlung lies sich davon nicht entmutigen – sie stimmte Pawelke mit großer Mehrheit zu.

Daher muss die Verwaltung die Situation nun erneut prüfen. Auf Hallo-Nachfrage beim Mobilitätsreferat heißt es: „Die Unfallsituation auf der Tempo 30-geregelten Hackerbrücke ist nach aktueller Nachfrage bei der Polizei unauffällig. Weitere Maßnahmen zur Erhöhung der Verkehrssicherheit sind dort derzeit nicht veranlasst.“

Straßenverkehrsordnung

Mit Inkrafttreten der Novelle zur Straßenverkehrsordnung (StVO) am 28. April 2020 sind diverse Änderungen, unter anderem zur Verbesserung der Sicherheit der Radfahrer, eingeführt worden. § 5 Abs. 4 StVO schreibt innerorts für das Überholen von Radfahrern durch Kraftfahrzeuge einen Mindestüberholabstand von 1,5 Metern vor, außerorts mindestens zwei Meter. Bis zur Novelle war nur unbestimmt ein „ausreichender Sicherheitsabstand“ vorgeschrieben.

„Die Abschätzung, ob dieser Mindestabstand unter Berücksichtigung der örtlichen Verhältnisse und eventuellen Gegenverkehrs gegeben ist, obliegt ausschließlich den Kraftfahrern. Einer zusätzlichen Beschilderung bedarf es in der Regel aufgrund der klaren gesetzlichen Vorgabe nicht mehr“, heißt es auf Hallo-Nachfrage aus dem Mobilitätsreferat. Seitens des Verordnungsgebers werde davon ausgegangen, dass Verkehrsteilnehmer die jeweils gültigen Verkehrsregeln kennen.

Quelle: www.hallo-muenchen.de

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