In Pfarreien ist Flexibilität gefragt

Wie Erstkommunionen, Firmungen und Konfirmationen heuer unter Corona-Auflagen stattfinden

In den katholischen Pfarreien wie St. Clemens in Neuhausen firmt dieses Jahr der Ortspfarrer die Firmlinge. Bisher hat das normalerweise ein Bischof oder Weihbischof übernommen.
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In den katholischen Pfarreien wie St. Clemens in Neuhausen firmt dieses Jahr der Ortspfarrer die Firmlinge. Bisher hat das normalerweise ein Bischof oder Weihbischof übernommen.

Auch die Kirchen müssen dieses Jahr einiges umplanen. Wie Erstkommunion, Firmungen und Konfirmationen während der Corona-Pandemie abgehalten werden können.

München-West - Erstkommunion, Firmung, Konfirmation: Für junge katholische und evangelische Christen sind dies wichtige Stationen auf dem Weg zum Erwachsenwerden und gerade in den Frühlingswochen Anlässe für große Familienfeiern.

Doch Corona zwingt alle zum Umplanen. Von Freiluft-Gottesdiensten in der evangelischen Himmelfahrtskirche in Pasing bis zur Kommunionsvorbereitung via Youtube in der katholischen Pfarreiengemeinschaft Maria Himmelfahrt und St. Martin in Allach-Untermenzing.

Deren Pfarrer Martin Joseph zum Beispiel sagt: „Kinder machen Gottesdienste mit Abstand und Maske und ohne Gesang nicht lange mit.“ Deshalb überlegte er sich schon 2020, wie er die Kommunionskinder erreichen und auf das Ereignis vorbereiten kann. „Ich habe mir erst von einem Ministranten eine Kamera geliehen.

Inzwischen hab’ ich eine eigene und bin unter die Youtuber gegangen – mit 70 bis 80 Aufrufen jeden Sonntag.“ Die meisten Feiern werden heuer in Allach – wie schon 2020 – auf September verlegt und in vielen kleineren Gruppen stattfinden. Der Pfarrer fragt gerade alle 86 Familien nach ihren Wünschen.

„Flexibilität ist gefragt“

Auf Sommer oder Herbst verschieben und mehrere Gruppen bilden ist die Strategie in den allermeisten Pfarreien. „Jedoch sind die räumlichen und personellen Gegebenheiten in den einzelnen Pfarreien so unterschiedlich, dass eine gemeinsame Linie schwer zu realisieren ist“, sagt Dekan Wendelin Lechner vom katholischen Dekanat Nymphenburg.

Gleiches gilt für seine evangelischen Kollegen: „Flexibilität ist gefragt“, so Pfarrer Matthias Dörrich aus der Carolinenkirche in Obermenzing, in der die Konfirmationen derzeit für Ende Juni und Anfang Juli geplant sind. In der Reformations-Gedächtnis-Kirche in Großhadern gibt es sogar Einzelkonfirmationen im Garten für Jugendliche mit Vorerkrankungen.

Die Pasinger Himmelfahrtskirche teilt ihre 80 Konfirmanten in kleine Gruppen auf und feiert insgesamt 16 Gottesdienste. Diese sollen bei gutem Wetter zudem unter freien Himmel stattfinden. „Dort ist die Ansteckungsgefahr wesentlich geringer, es sind mehr Besucher möglich und wir können singen“, sagt Pfarrer Hans-Martin Köbler.

Für Michael Bischoff von der Aubinger Adventskirche ist das keine Option, „da sich die Jugendlichen mit dem Kirchengebäude identifizieren“. Die Konfirmation werde von Mai auf August verschoben.

ul/andy

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