Alarm bei den Feuerwehren

Wie es den Münchner Feuerwehren in der Pandemie geht: Einschränkungen für Übungen, Ausbildung und Nachwuchswerbung

Übung in Corona-Zeiten bei der Freiwilligen Feuerwehr Allach: Während neun Aktive vor Ort agieren, schalten sich bis zu 25 Mitglieder online zu und trainieren interaktiv mit.
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Übung in Corona-Zeiten bei der Freiwilligen Feuerwehr Allach: Während neun Aktive vor Ort agieren, schalten sich bis zu 25 Mitglieder online zu und trainieren interaktiv mit.

Auch die Münchner Feuerwehren haben es nicht leicht in der Pandemie. Mit welchen Problemen wegen Corona gekämpft wird, lesen Sie hier.

München-West - Die Corona-Pandemie stellt auch die Freiwilligen Feuerwehren vor Herausforderungen.

„Die Feuerwehr-Anfänger hatten jetzt lange keine Grundausbildung und warten alle auf ihren Lehrgang“, sagt der Abteilungsführer der Freiwilligen Feuerwehr Langwied-Lochhausen, Hans Fottner. Darunter leide die Motivation. „Es kann natürlich sein, dass man irgendwann die Geduld verliert und aufhört.“

Auch der normale Übungsbetrieb war und ist im Lockdown stark eingeschränkt. Die Aubinger Feuerwehr setzte bislang auf „virtuelle Ausbildungsformate im gewohnten Zwei-Wochen-Rhythmus“. So konnten sich die Mitglieder in neue Geräte einweisen lassen und ihre Erste-Hilfe-Kenntnisse vertiefen.

Dennoch seien die Kameraden froh, dass nun wieder Praxisübungen in kleinen Gruppen von maximal neun Personen stattfinden können, so Sprecher Christian Ringmayr. „Online-Übungen können Präsenzübungen und den kollegialen Austausch untereinander nur sehr begrenzt ersetzen. Die Feuerwehr lebt vom praktischen Teil.“

Das sieht auch Fottner so: „Eine Online-Videokonferenz eignet sich nur für theoretische Themen. Deshalb ist es notwendig, dass es wieder losgeht.“

Wichtige Veranstaltungen für die Mitgliederwerbung fallen aus

Aber auch das Üben in festen Kleingruppen mit sechs bis neun Mitgliedern sei nicht ideal: „Die anderen bekommt man gar nicht mehr zu Gesicht. Wir wären schon gerne mal wieder mit allen beieinander.“

Die Allacher Feuerwehr hat sich deshalb etwas überlegt. Neun Aktive üben live vor Ort. „Und bis zu 25 Mitglieder verfolgen das Ganze am PC oder Handy und werden interaktiv mit einbezogen“, erklärt Vorstand Florian Wimmer. Dazu kämen die regelmäßigen Einsätze. „Auch die halten uns auf einem guten Leistungsstand“, so Wimmer.

Für den Aubinger Ringmayr ist derzeit ebenfalls die Mitgliederwerbung schwierig. Öffentliche Veranstaltungen wie das Aubinger Herbstfest, diverse Straßenfeste, der Tag der offenen Tür oder die Brandschutzerziehung in den Schulen und Kindergärten mussten 2020 ausfallen. Diese Aktionen seien aber für die Feuerwehren wichtig, um sich zu präsentieren.

In Allach zum Beispiel zeigen die fehlenden Kontakte zu den Bürgern schon Auswirkungen: Die Jugendfeuerwehr hat zur Zeit nur sieben statt durchschnittlich zehn bis elf Teilnehmer. „Ich hoffe, dass dieser Trend sich nicht fortsetzt. Denn wir gewinnen unseren Nachwuchs vor allem über die Jugendfeuerwehr“, sagt Wimmer.

Alle betonen: „Der Einsatzbetrieb ist zu keiner Zeit gefährdet. Wir hatten eine solide Grundausbildung und das Wissen geht nicht von einer auf die andere Woche verloren“, sagt Fottner.

andy/ul

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