„Keine Wetten auf Oktoberfest 2021“

Corona-Absage oder Daumen hoch für Wiesn 2021? Die Münchner reservieren ihre Tische auch ohne Entscheidung

Das größte Volksfest der Welt fand wegen der Corona-Pandemie in 2020 nicht statt.
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Das größte Volksfest der Welt fand wegen der Corona-Pandemie in 2020 nicht statt.

Ob die Wiesn dieses Jahr wegen Corona ausfällt, muss die Stadt München spätestens Anfang Juni entscheiden. Der „Sommer in der Stadt“ ist auch wieder im Gespräch.

  • Die Wiesn 2020 wurde wegen Corona abgesagt.
  • Jetzt geht es an die Planung für das Oktoberfest 2021.
  • Oberbürgermeister Dieter Reiter will Entscheidung bis Mai.

Update: 05. April 2021

Wiesn-Reservierungen trotz Corona - München OB Reiter sieht Oktoberfest skeptisch

Niemand weiß, ob die Wiesn dieses Jahr stattfinden kann, doch bei den Festzelten stapeln sich bereits die Reservierungsanfragen. „Die Resonanz ist sehr positiv“, sagt der Sprecher der Wiesnwirte, Peter Inselkammer. „Die Leute wollen kommen.“ In diesem Jahr ist das Oktoberfest vom 18. September bis 3. Oktober geplant.

In normalen Jahren kommen in den beiden Festwochen sechs Millionen Besucher zum größten Volksfest der Welt. Sie trinken, singen und feiern in den Zelten auf engstem Raum. Ohne wirksamen Impfschutz böte das Fest alle Voraussetzungen für ein internationales Superspreader-Event.

Trotzdem haben laut Inselkammer die allermeisten Stammgäste sich schon jetzt ihre Plätze gesichert. Zu 95 Prozent hätten alle ihre angestammten Wiesn-Tische so bestellt wie 2019. „Nur nur ganz wenige haben abgesagt.“

Die meisten Reservierungen kämen von Gästen aus München und der Region; es gebe aber auch Anfragen aus dem Ausland. Er selbst schätze die Chance für eine Wiesn „fifty-fifty“, sagt Inselkammer. „Ich bin zuversichtlich. Aber es hängt natürlich vor allem von den Impfungen ab.“

Tische sind laut Inselkammer noch zu haben. Doch an den Samstagen werde es schon sehr eng, und der geplante Anstichtag sei praktisch ausreserviert.

Den Wirten zufolge ist Anfang Juni der späteste Zeitpunkt für eine Absage oder Zusage zum Oktoberfest. „Dann müssten wir die Aufbaufirmen beauftragen“, sagt Inselkammer. Die Stadt will voraussichtlich im Mai den Daumen heben oder senken.

Er würde keine Wetten auf ein Oktoberfest 2021 abschließen, sagte Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) zuletzt. „Man darf sehr skeptisch sein.“

Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sieht das ähnlich: „Ich halte die Skepsis des Oberbürgermeisters für absolut berechtigt und teile sie, auch wenn es heute noch keine abschließende Bewertung geben kann.“

Keine Wiesn „light“ in München - „Sommer in der Stadt“ wieder im Gespräch

Der Wiesn-Chef und Münchner Wirtschaftsreferent Clemens Baumgärtner (CSU) will möglichst spät entscheiden, um alle Chancen auszuschöpfen. „Wenn wir keine Wiesn sehen, müssen wir wieder über einen Sommer in der Stadt nachdenken. Den werden dann ganz sicher machen.“

Dabei waren im vergangenen Jahr Karussells und Buden dezentral und mit Abstand in der Stadt aufgestellt worden. Auf eine Wiederholung hoffen bei einer erneuten Wiesn-Absage auch die Schausteller.

Aber: „Eine Wiesn „light“ ist keine Wiesn“, sagt die Leiterin der Veranstaltungsgesellschaft der Münchner Schausteller, Yvonne Heckl.

„Eine abgespeckte Version ist keine Wiesn. Das wollen wir nicht“, sagt auch Wirtesprecher Inselkammer. „Mit Masken, begrenzten Plätzen und Abstand im Zelt: Das ist wirtschaftlich sinnlos - und das ist auch keine Wiesn, wie wir sie lieben und wollen. Das macht keinen Spaß.“

Ein Impfpass oder negativer Corona-Test als „Eintrittskarte“ ist aus Sicht der Wirte keine Option. „Das ist nicht darstellbar.“ Schon bisher war die stichprobenartige Kontrolle an den Zugängen zum Oktoberfest gelegentlich ein Herausforderung.

Die Wirte würde eine erneute Absage viel Geld kosten. Allein Inselkammer veranschlagt die laufenden Kosten ohne Wiesn auf 400 000 Euro. Der Wirtschaftswert des weltweit größten Volksfestes liegt bei 1,2 bis 1,3 Milliarden Euro.

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Update: 26. März 2021

Wiesn 2021? Oberbürgermeister Reiter ist „sehr skeptisch“

Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) hat Zweifel an einem Oktoberfest in diesem Jahr. Auf die Frage: „Kann die Wiesn heuer stattfinden?“ antwortete er nach Angaben des „Münchner Merkurs“ (Freitagsausgabe) in einer digitalen Bürgersprechstunde: „Man darf sehr skeptisch sein.“

Ministerpräsident Markus Söder (CSU) ist ebenso wie Münchens OB Reiter skeptisch, was die Ausrichtung des Oktoberfestes 2021 angeht. „Ich halte die Skepsis des Oberbürgermeisters für absolut berechtigt und teile sie, auch wenn es heute noch keine abschließende Bewertung geben kann“, sagte Söder am Freitag nach einer Sitzung des CSU-Vorstands in München.

„Ich glaube, dass wir in den nächsten zehn Tagen noch eine Menge an Steigerungen erleben werden“, sagt Söder mit Blick auf die Zahl der Neuinfektionen mit dem Corona-Virus. „Alle, die noch vor zehn Tagen gesagt haben, jetzt muss geöffnet werden um jeden Preis, die rudern alle schon wieder ein Stück zurück“, sagte Söder. Er forderte dazu auf, dem Expertenrat zu folgen.

Spätestens im Mai solle die Entscheidung fallen, sagte Reiter. „Aber ich würde keine Wetten auf ein Oktoberfest 2021 abschließen.“ Schon im vergangenen Jahr war die Wiesn wegen der Corona-Pandemie abgesagt worden - ein schwerer Schlag für München.

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Hoffnung für das nächste Jahr ‒ Entscheidung über Wiesn 2021 in München bis spätestens Juni

Erstmeldung: 17. Dezember 2021

„Die Entscheidung, ob das Oktoberfest stattfinden kann, werden wir unter Berücksichtigung der notwendigen Planungsvorläufe dann im kommenden Jahr treffen, das kann im April sein, aber auch erst im Mai oder sogar Juni“, sagte Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) der Deutschen Presse-Agentur.

„Natürlich kann ich verstehen, dass viele schon jetzt gerne wissen würden, ob die Wiesn nächstes Jahr stattfinden kann oder nicht“, sagte Reiter weiter. „Aber keiner kann zum jetzigen Zeitpunkt voraussagen, wie sich die Corona-Pandemie weiter entwickelt.“

Der OB äußerte sich dabei zurückhaltend. „Ich würde mich sehr freuen, wenn das Oktoberfest 2021 stattfinden kann“. Aber das sei nur möglich, wenn die Corona-Lage weltweit es erlaube.

Nach Corona-Absage in diesem Jahr hat OB Reiter Hoffnung auf Wiesn 2021

Das diesjährige Oktoberfest hatte Reiter gemeinsam mit Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am 21. April abgesagt. Ein Fest in der Größe und mit der Internationalität bedeute in der Corona-Pandemie eine zu hohe Gefahr, hieß es zur Begründung. Rund sechs Millionen Besucher aus aller Welt kommen sonst zum größten Volksfest der Welt und feiern teils dicht gedrängt in den Bierzelten.

Wirte, Schausteller und Marktkaufleute bekommen in normalen Jahren im Frühjahr ihre Zulassung für das Volksfest und starten dann in die heiße Planungsphase.

dpa/jh

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