Endlich wieder „Ozapft is“

„Nächstes Jahr wird es die echte Wiesn geben“ ‒ Oktoberfest in München soll 2022 wieder stattfinden

Die Wiesn, das größte Volksfest der Welt fand wegen der Corona-Pandemie 2020 und 2021 nicht statt. Mit Blick auf 2022 äußern sich OB Reiter und Oktoberfest-Chef Baumgärtner jedoch optimistisch.
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Die Wiesn, das größte Volksfest der Welt fand wegen der Corona-Pandemie 2020 und 2021 nicht statt.

Zwei Jahre ohne „Ozapft is“ seien genug - 2022 soll das Oktoberfest in München wieder stattfinden. Laut Wiesn-Chef Baumgärtner sei dabei auch eine 2G-Regeln wegen Corona möglich.

Update: 16. September

Oktoberfest 2022 in München - Wiesn-Chef Baumgärtner hält auch 2G-Regel wegen Corona für möglich

Nach zwei Jahren ohne Oktoberfest soll es 2022 in München wieder heißen: „Ozapft is“.

„Nächstes Jahr wird es die echte Wiesn geben“, verspricht der Wiesn-Chef und Münchner Wirtschaftsreferent Clemens Baumgärtner (CSU). „Nächstes Jahr sehen wir uns wieder live auf der Wiesn.“

Dafür laufen bereits die Planungen, wie Baumgärtner der Deutschen Presse-Agentur sagte. Voraussetzung sei, dass nicht Bundes- oder Landesregelungen dagegen stehen. Die Sicherheit der Gäste habe oberste Priorität.

Er halte es tendenziell für möglich, dass das Oktoberfest mit Geimpften und Genesenen gefeiert werden könne, sagte Baumgärtner - möglich seien auch zusätzliche Tests für die geimpften oder genesenen Besucher, da auch diese das Virus verbreiten könnten. „Worüber wir nachdenken, ist 2G und zusätzliche Tests“, sagte Baumgärtner.

Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) sagte dazu der dpa, er habe das Wirtschaftsreferat beauftragt, Konzepte zu entwickeln, wie die Wiesn 2022 stattfinden könne - „und die Besucherinnen und Besucher so sicher wie irgend möglich Spaß haben können.“ Die Planungen liefen derzeit. „Ich finde es natürlich schon sehr schade, dass es dieses Jahr zum zweiten Mal keine Wiesn geben kann“, sagte Reiter weiter.

Corona-Ausfall der Wiesn 2021 in München

Dieses Jahr bleibt das Festgelände auf der Theresienwiese erneut leer. Anstatt der Festzelte stehen dort nur Corona-Testzelte. Ein Alkoholverbot wie im Vorjahr soll es auf dem Wiesn-Gelände nicht geben.

Zum einen gebe es eine signifikant hohe Impfquote, zudem setze er auf die Vernunft der Menschen, sagte Baumgärtner.

Wir haben das Vertrauen, dass diejenigen, die sich trotzdem auf der Wiesn einfinden, das unter Einhaltung der Hygienevorschriften tun. Wir haben keine Anhaltspunkte, dass da ein Massenphänomen stattfindet.

Clemens Baumgärtner

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Findet die Wiesn 2022 in München statt? OB Reiter und Oktoberfest-Chef Baumgärtner sind dafür

Erstmeldung: 22. August

Bereits zum zweiten Mal in Folge wird es in München dieses Jahr Mitte September nicht „O‘zapft is!“ heißen. Die Corona-Pandemie hat die Wiesn nach 2020 auch heuer unmöglich gemacht. Mit Blick auf 2022 geben sich Oktoberfest-Chef Clemens Baumgärtner, OB Dieter Reiter sowie die Wiesnwirte und Schausteller jedoch optimistisch. Wissenschaftler zögern jedoch noch mit Prognosen.

Trotz Corona: Findet die Wiesn 2022 in München statt? Oktoberfest-Chef Baumgärtner und OB Reiter sprechen sich dafür aus

Vereinzelt drehen sich Karussells auf dem Oktoberfest-Gelände, es gibt ein paar Imbissstände, Schießbuden und einen Palmengarten - doch noch vor dem ursprünglich geplanten Anstichtag im September ist auf der Theresienwiese schon wieder Schluss mit der Belustigung: Das Alternativprogramm „Sommer in der Stadt“ endete nach gut einem Monat am heutigen Sonntag (22.8.).

Wieder keine Wiesn. Zum zweiten Mal in Folge ist wegen der Corona-Pandemie das Oktoberfest in München abgesagt. Längere Pausen gab es in der über 200-jährigen Geschichte des Volksfestes nur in Kriegszeiten.

Alle Hoffnungen richten sich nun auf 2022. Schon jetzt wird darüber nachgedacht, unter welchen Bedingungen die Wiesn im nächsten Jahr stattfinden könnte. „Ich bin mir sicher, dass wir eine Wiesn 2022 haben werden“, sagte der Wiesn-Chef und Münchner Wirtschaftsreferent Clemens Baumgärtner (CSU) der Deutschen Presse-Agentur.

Unsere Aufgabe ist es, an den Voraussetzungen zu feilen.

Wiesn-Chef Clemens Baumgärtner

Vorstellbar seien bestimmte Zugangsregeln und eine digitale Überwachung, sagt Baumgärtner. Er halte es tendenziell für möglich, dass das Volksfest mit Geimpften und Genesenen gefeiert werden könne. Eine Wiesn mit Abständen und Masken sei für ihn kaum vorstellbar. Die Wiesn werde im nächsten Jahr nicht die einzige Großveranstaltung unter Corona-Bedingungen sein. Insofern würden auch anderswo Maßnahmen und Techniken entwickelt, um einen sicheren Ablauf zu gewährleisten. Auch daran könne man sich orientieren.

Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) hatte bereits im Juni in einer Online-Bürgersprechstunde gesagt, zwei Jahre ohne Oktoberfest seien genug. Er wolle eine Wiesn 2022. Dazu solle mit Fachleuten ein Konzept erstellt werden. Schließlich wolle er das Anzapfen nicht verlernen. Mehrere Medien hatten darüber berichtet.

Sechs Millionen Besucher lockte das größte Volksfest der Welt vor der Pandemie an, ein Teil von ihnen kam von weit her: aus den USA etwa, aus China, Russland und Australien - in Corona-Zeiten ein zusätzliches Risiko. Die meisten Besucher kämen allerdings aus München und dem Umland, sagt Baumgärtner. „Wir haben internationale Gäste, auf die wir stolz sind. Aber zahlenmäßig ist das der kleinste Teil.“

Wissenschaftler wollen noch keine Prognose zur Wiesn 2022 in München abgeben - Oktoberfest-Kopien finden kaum statt

Wissenschaftler äußern sich noch zurückhaltend über die Chancen auf eine Wiesn 2022. „In der Tat scheint mir aus infektiologischer Sicht derzeit keine seriöse Aussage möglich“, sagte der Pandemiebeauftragte des Klinikums rechts der Isar der Technischen Universität München, Christoph Spinner, der dpa. Die Entwicklung der Pandemie sowie von besorgniserregenden Virusvarianten, der Impffortschritt und viele Faktoren mehr spielten eine Rolle in der Risikobetrachtung.

„Und am Ende muss die Risiko-, Nutzenabwägung dann politisch getroffen werden. Wir sind aus meiner Sicht in der Pandemie gut gefahren, die Betrachtungszeiträume kürzer und überschaubarer zu halten“, sagt Spinner. Und bis zur nächsten Wiesn ist es noch eine Weile hin: Sie soll vom 17. September bis zum 3. Oktober 2022 stattfinden.

Zum ursprünglich geplanten Anstich dieses Jahr am 18. September wird es auf dem Gelände wohl erneut ein Testzelt, aber kein Festzelt geben - auf der Theresienwiese wird seit Beginn der Pandemie auf Corona getestet.

Zwar startet an dem Tag in München die „Wirtshaus-Wiesn“, die im Vorjahr viele Fans in Tracht in die Gaststätten zu Wiesn-Schmankerl und Bier lockte. Auf der Theresienwiese selbst aber will man wie schon im Vorjahr unkontrollierte Alternativ-Partys vermeiden.

Auch Kopien des Oktoberfests in anderen Ländern wird es kaum geben. Mehr als 2000 solcher Feste gab es nach Schätzungen vor der Pandemie. Dieses Jahr geht es auch hier zurückhaltend zu.

In China soll es den Versuch zu einem solchen Bierfest gegeben haben, das aber wohl wegen Corona nach wenigen Tagen abgebrochen wurde. Das Oktoberfest in Cincinnati im September könnte stattfinden. Die Pläne zu einem „Oktoberfest“ in Dubai scheinen unklar. Medien zufolge wurde es wegen der Delta-Variante verschoben. München war gegen die Veranstalter gerichtlich vorgegangen, weil sie nach Ansicht der Stadt den Anschein erweckten, das Original ziehe in die Wüste.

Trotz Corona-Absage der Wiesn 2021 in München gibt es Wiesnbier - Wirte und Schausteller sind für 2022 optimistisch

Trost nach der diesjährigen Corona-bedingten Absage der Wiesn: Wie im Vorjahr gibt es das Wiesnbier. Die Brauereien haben es trotz der Absage gebraut. Fans können es aus dem originalen Wiesn-Maßkrug trinken. Das diesjährige Motiv: Maßkrug, Lebkuchen-Herz, Brezn, Hopfen und zartblaue Olympia-Ringe für die berühmte Olympia-Looping-Achterbahn, die ihre Weltpremiere 1989 auf der Wiesn hatte und wie viele Fahrgeschäfte nun im Lager bleibt.

Wirte und Schausteller schauen optimistisch auf 2022 - nicht zuletzt kostet die Einlagerung der Festzelte und Fahrgeschäfte beträchtliche Summen. „Wir denken positiv! Auch die Stadtspitze will unbedingt vermeiden, dass das Oktoberfest ein drittes Mal abgesagt wird“, sagt der zweite Wiesnwirte-Sprecher, Christian Schottenhamel. „Ich denke auch, dass wir in 2022 noch mit den Auswirkungen der Pandemie zu tun haben werden. Aber wir werden damit auch lernen umzugehen“, sagt er.

Ich gehe fest davon aus, dass die Wiesn 2022 stattfinden wird.

Wiesnwirte-Sprecher Christian Schottenhamel

dpa/lby/best

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