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Ersatz-Wiesn zum Nulltarif: Einladung für bedürftige Münchner

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Von: Katrin Hildebrand

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Eine Gratis-Wiesn können von Armut Betroffene im Südosten Münchens feiern.
Eine Gratis-Wiesn können von Armut Betroffene im Südosten Münchens feiern. (Symbolbild) © dpa/Tobias Hase

Im Fasangarten findet eine Gratis-Wiesn statt. Grillwaren, Gebäck, Musik und eine Hüpfburg sollen für tolle Stimmung sorgen und Bedürftigen ein Oktoberfest-Erlebnis bescheren.

Fasangarten - Eine Maß Bier: um die 13 Euro. Ein halbes Hendl: rund 14 Euro. Diese Wiesn-Preise können sich viele Münchner nicht mehr leisten. Laut aktueller Daten des Sozialreferats sind etwa 269.000 Bewohner armutsgefährdet: Das sind 17 Prozent der Einwohner. Nun gibt es für etwa 600 von ihnen ein Ersatzvolksfest zum Nulltarif. Am Wiesn-Eröffnungstag, Samstag, 17. September, startet im Fasangarten am Rande der Ami-Siedlung das Alternativspektakel – die Wiesnparty.

Ersatz-Wiesn zum Nulltarif: Einladung für bedürftige Münchner

Vieles vom Oktoberfest gibt es dort auch, in vereinfachter Variante und kostenlos. Die Gäste müssen bei dieser Gaudi nur ein bisschen helfen, sprich: kochen. Carmen Nolte und ihre Mitstreitenden vom Verein „Foodsaving Obergiesing“ haben die Ersatzwiesn organisiert. „Wir bekommen viele typische Oktoberfest-Dinge gespendet“, erklärt sie. „Lebkuchenherzen, Zuckerwattemaschine und natürlich Bier.“ Letzteres aber müssen die Gäste ganz Wiesn-untypisch aus der Flasche trinken.

Carmen Nolte will den Gästen ein bisschen Wiesnstimmung vermitteln.
Carmen Nolte will den Gästen ein bisschen Wiesnstimmung vermitteln. © Katrin Hildebrand

Gratis-Wiesn für Bedürftige: Grillwaren, Hüpfburg und Brezen sollen zur Stimmung beitragen

Bei der Feier gibt es zudem Grillwaren, gebrannte Mandeln und Brezen. Einen Teil der Mahlzeit bereiten Gastgeber und Gäste selbst vor. Sie verkochen Essen, das sonst weggeworfen worden wäre, obwohl es noch genießbar ist. „Gerettete Lebensmittel“, nennen die Mitglieder des Vereins das.

Sie bewahren regelmäßig Essen vor der Mülltonne, etwa Produkte, die im Supermarkt nicht mehr verkauft werden dürfen, und spenden es an Bedürftige. Da keiner weiß, welche Produkte kurz vor der Wiesn­party in den Händen der Retter landen, ist das Menü, das alle gemeinsam kochen, unbekannt. „Wir lassen uns überraschen“, meint Nolte.

„Unsere grundsätzliche Zielgruppe sind bedürftige Familien“

Für Wiesnstimmung braucht es allerdings noch etwas mehr: Statt Karussells gibt es eine Hüpfburg. Für Musik sorgt ein Ziehharmonikaspieler, außerdem CDs und Co. Auch eine Tombola wartet auf die Gäste.

„Unsere grundsätzliche Zielgruppe sind bedürftige Familien“, meint Nolte. Doch ist jeder willkommen. Viele benachbarte Einrichtungen wie Altenheim und Jugendzentrum sind eingeladen. Gefeiert wird auf dem Gelände der Kirche „Vineyard“ an der Emersonstraße 1. Beginn ist um 15 Uhr.

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