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Trend „Vogelsterben“ setzt sich fort ‒ Zwischenbilanz der „Stunde der Wintervögel“ 2023 in Bayern

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Von: Kevin Wenger, Kristina Beck

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Zur Stunde der Wintervögel können Interessierte Vögel zählen. Besonderes Augenmerkt möchte der LBV auf die Auswirkungen des wärmeren Winters auf die Vogelpopulation setzen.
Zur Stunde der Wintervögel können Interessierte Vögel zählen. Besonderes Augenmerkt möchte der LBV auf die Auswirkungen des wärmeren Winters auf die Vogelpopulation setzen. (Symbolbild) © LBV/Daniel Stellwagen

Vogelbeobachtung 2023 in Bayern: Die Tendenz der vergangenen Jahre scheint sich auszuweiten. Welche und wie viele Vögel im Freistaat und München gemeldet wurden

Update: 10. Januar

München ‒ Wie viele Vögel leben bei uns? Bei der diesjährigen Vogelschau wurden dem Landesbund für Vogel- und Naturschutz (LBV) nach der ersten Zwischenbilanz weniger Wintervögel gemeldet als in den Jahren zuvor.

+++ Die Tierwelt ist durcheinander. Die warmen Temperaturen haben ungeahnte Folgen für Flora und Fauna. Für manche Tiere könnte es sogar zu spät sein +++

Der Landesbund führt die Entwicklung auf die aktuell milden Temperaturen zurück. Für Vögel gibt es damit genügend Nahrung in der Natur, da Samen und Früchte nicht von Eis und Schnee bedeckt seien.

Bilanz der Vogelbeobachtung 2023 in Bayern: Anzahl der Vögel geht zurück

Zudem begründen die Experten den Rückgang mit dem zurückliegenden Mastjahres bei Eichen, Buchen und Fichten. „Das beschert den Vögeln bis jetzt viel Futter in ihrem natürlichen Lebensraum und sie fliegen auf Nahrungssuche seltener in die Siedlungen“, heißt es beim LBV.

Außerdem wurden weniger „Wintergäste“ wie Bergfink, Erlenzeisig oder Wacholderdrossel gesichtet. „Grund ist vermutlich das milde Wetter, das auch in Nord- und Osteuropa vorliegt.“

Trend „Vogelsterben“ setzt sich fort

Der Landesbund für Vogel- und Naturschutz konnte auch in diesem Jahr eine Tendenz des Rückgangs feststellen. „Das allgemeine Vogelsterben setzt sich bei einigen bisher häufigen Arten im Siedlungsraum fort. Es passiert langsam, aber mittlerweile merken wir die Abnahme einst häufiger Arten auch in den Gärten“, sagt Angelika Nelson, Ornithologin beim LBV.

„Mit lediglich knapp 31 Vögeln pro Garten unterschreitet der diesjährige Durchschnitt den bisherigen historischen Tiefstwert der bürgerwissenschaftlichen Mitmachaktion aus dem Jahr 2021 sogar noch um einen Vogel“, teilt der LBV mit.

Ergebnisse der Vogelzählung 2023 in Bayern

  1. Haussperling
  2. Kohlmeise
  3. Feldsperling
  4. Blaumeise
  5. Amsel
  6. Buchfink
  7. Grünfink
  8. Elster
  9. Rabenkrähe
  10. Rotkehlchen

Insgesamt haben 16.730 an der Vogelzählung 2023 in Bayern bislang teilgenommen. Nach aktuellem Stand wurden 361.820 Vögel gezählt ‒ 21.510 davon in München. Noch bis zum 16. Januar können Teilnehmende dem LBV ihre Beobachtungen vom Wochenende schriftlich oder online melden.

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Bereits zum 18. Mal findet die „Stunde der Wintervögel“ statt. Hierbei können sich Interessierte Zeit nehmen, Vögel in der Natur zählen und die Auswirkungen des warmen Winters ergründen.

Erstmeldung: 4. Januar

München ‒ Der Landesbund für Vogel- und Naturschutz (LBV) ruft zum 18. Mal die „Stunde der Wintervögel“ aus. Vom 6. bis 8. Januar können Vogelfreunde und Interessierte in der Natur, sei es im Park oder im heimischen Garten, Vögel beobachten und zählen. Ihre Werte können Teilnehmer dann an den LBV schicken.

Besonderes Augenmerk will der LBV auf die möglichen Auswirkungen des wärmeren Winters auf die Wintervogelpopulation in Bayern richten. LBV-Biologin Dr. Angelika Nelson geht davon aus, dass weniger Vögel eine menschengemachte Futterstation nutzen müssen, da sie genug Nahrung in der Natur finden würden. Zudem hätten Eichen, Buchen und Fichten viele Früchte gebildet, was Waldvögel eher in ihrem Lebensraum halten würde.

Stunde der Wintervögel: Beobachter können seltene Vögel finden

Zudem gebe es die Chance, einige Zugvögel aus dem Norden zu beobachten. So verbringen unter anderem der Bergfink und der seltene Seidenschwanz ihren Winter in Bayern. Grund dafür sei das Fehlen von Nahrung, vor allem Beeren im Norden, die Vögel im Sommer dort finden würden. Beobachter würden mit jeder Meldung so auch einen wichtigen Beitrag zur Erforschung der Verhaltensmuster der Tiere im Winter beitragen.

Für alle Anfänger bietet der LBV am 6. Januar um 10 Uhr eine Live-Vogelzählung mit Fragestunde auf YouTube an. Über eine Stunde wird Biologin Dr. Angelika Nelson mit den Zuschauern die Vögel an der LBV-Futterstelle zählen.

Von 9. bis 13. Januar findet zudem die „Schulstunde der Wintervögel“ statt. Hier werden besonders Kinder eingeladen, eine Stunde lang nach Vögeln Ausschau zu halten und dabei mehr über Artenschutz zu lernen. Mehr Infos dazu gibt es hier.

Ihre Ergebnisse können Beobachter schließlich im Onlineportal an den LBV übermitteln.

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