Mit Herzblut und Engagement am Werk

Neue Leitung am Heinrich-Heine-Gymnasium in Neuperlach

Ein lächelnder älterer Herr mich Hemd und Sakko.
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Seit August 2020 leitet Marcus Sillober das Heinrich-Heine-Gymnasium.

Neuperlach galt einst als gefährliches Pflaster. Seit einiger Zeit legt sich die Stadt ins Zeug, um das Gebiet umzustrukturieren – das Heinrich-Heine-Gymnasium geht mit gutem Beispiel voran.

Im Süden Neuperlachs liegt das Städtische Heinrich-Heine-Gymnasium. Das Gebäude strahlt im Charme der 1970er-Jahre. Es wirkt nicht unbedingt wie eine Schule, aber drinnen, da finden sich Schüler in einer pädagogisch ausgereiften, fortschrittlichen Welt wieder. Von Kanufahren über Schulsanitäter bis hin zu Spanisch als Fremdsprache ist dort alles möglich. Auch eine Auszeichnung erwartet die Schule im Herbst.

Direktor Marcus Sillober leitet seit August 2020 das Gymnasium, ein denkbar schwieriger Startzeitpunkt. Mitten in der Corona-Pandemie ging es los für den Pädagogen, ohne zu ahnen, was in den Monaten nach August auf Schüler und Lehrer zukommt. Der Start des Schuljahres 20/21 verlief noch in geregelten Bahnen, bis der Alltag an Schulen im Spätherbst wieder aus dem Gleichgewicht kam und Corona mit voller Wucht zurückkehrte.

„Während der Distanz-Regelung lief der Unterricht bei uns nach Stundenplan weiter, mit Anwesenheitspflicht“, sagt der Schulleiter. Nun, kurz vor den Sommerferien, sei der Normalbetrieb möglich, mit Ganztagsprogramm und ohne Masken. „Wir sind vorsichtig optimistisch und hoffen, dass es genau so weitergeht.“

In Zeiten noch lange vor der Pandemie hat Sillober an der Ludwig-Maximilians-Universität Englisch, Sozialkunde und Geografie studiert, zuvor war er selbst Gymnasiast in der Landeshauptstadt. „Während meiner Studienzeit hat es mich für ein Jahr nach London verschlagen“, wo Sillober als Lehrer tätig war.

Nach der Rückkehr aus England machte der Direktor Station in einer Schule in Traunstein, bis es anschließend wieder zurück nach München ging. Genauer gesagt an das Heinrich-Heine-Gymnasium. Dort war er ab 2000 als Lehrkraft und Oberstufenkoordinator tätig. „2016 habe ich nochmal für vier Jahre an das Städtische Sophie-Scholl-Gymnasium gewechselt, eine Mädchenschule in Schwabing“, erzählt er. Seit seiner nochmaligen Rückkehr im August 2020 hält Marcus Sillober die Zügel am Heinrich-Heine-Gymnasium in der Hand.

„Wir haben knapp 1000 Schüler und 110 Lehrkräfte an unserer Schule, es ist ein sprachlich und naturwissenschaftlich-technologisches Gymnasium“, so der Direktor. Spanisch als dritte Fremdsprache sei eine kleine Besonderheit. Ein wichtiges und großes Thema ist die Bildungsgerechtigkeit. Das heißt, den Schülern steht ein umfangreiches kostenloses Wahlunterrichtsprogramm zur Verfügung, aus den Bereichen Sport, Musik und Kultur.

„Wir wollen den Schülern was bieten und zwar nicht nur die klassischen Lerninhalte“, erläutert Sillober. Für die Schüler der fünften bis siebten Klassen besteht ein verpflichtender Nachmittag, im Sinne einer Offenen Ganztagsschule. Nur wenn sie beispielsweise einem Sportverein oder den Pfadfindern angehören, sind sie von dieser Verpflichtung befreit. „Auch für die Mittelstufe gibt es Nachmittagsangebote, die sind aber komplett freiwillig“, macht Sillober deutlich.

Die Erziehung zur Demokratie und zur Toleranz beziehungsweise zum Antirassismus ist ein weiterer wesentlicher Punkt. Neben der momentanen positiven Entwicklung in diesen Bereichen betont der Schulleiter, wie wichtig es sei, stetig daran zu arbeiten. Hierfür erhält das Heinrich-Heine-Gymnasium im Herbst den Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“.

Abschließend sagt Direktor Marcus Sillober: „Wir sind auch dem Namensgeber unserer Schule verpflichtet und legen Wert auf politische Bildung.“ Für die nahe Zukunft seien politisch historische Fahrten nach Berlin geplant, sofern die Pandemie nicht im Weg stehe. „Auch das ist unser Bildungsauftrag und den wollen wir möglichst gut erfüllen.“ Und als Schmankerl, das dem positiven Bild der Neuperlacher Schule noch fehlt, ist der 2025 fertiggestellte Neubau mit modernster technischer Ausstattung.

Roman Wintz

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