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Kein Grundstück in Sicht: Wohnbaugenossenschaft für Neuried löst sich auf

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Von: Romy Ebert-Adeikis

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Die Mitglieder der Genossenschaft RaumNeuried bei ihrer ersten Mitgliederversammlung nach Gründung 2017
Da war die Hoffnung noch groß: „RaumNeuried“ bei seiner ersten Mitgliederversammlung © RaumNeuried/Pabst

Auch nach fünf Jahren hat die Genossenschaft „RaumNeuried“ kein Areal zum Bauen in Aussicht. Jetzt hat sie sich aufgelöst. Wen sie für das Scheitern verantwortlich macht

Neuried - Das Prinzip der Wohnungsbaugenossenschaften ist in Neuried gescheitert: Die 2017 gegründete Gruppe „RaumNeuried“ hat sich aufgelöst.

Genossenschaft „RaumNeuried“: „Aussichtslos, ein Grundstück zu erwerben“

Für die 55 Mitglieder starke Gruppe scheint es derzeit aussichtslos, in der Gemeinde ein Grundstück zu erwerben. „Das ist keine leichte Entscheidung gewesen, aber unsere – personellen wie finanziellen – Ressourcen haben sich dem Ende zugeneigt“, sagt die bisherige Vorsitzende Gundula Pabst.

Um die Genossenschaft weiter zu erhalten, hätten man ab sofort auf die Anteile der Mitglieder zurückgreifen müssen. Die sind allerdings eigentlich für den Bau von Wohnraum vorgesehen. Das Problem: Es fehlt an dem notwendigen Gelände in Neuried.

Am „Südlichen Maxhofweg“ in Neuried wird der Bau vieler Wohnhäuser vorbereitet.
Am „Südlichen Maxhofweg“ in Neuried sollen bald viele Wohnungen entstehen, aber wohl ohne die Genossenschaft. © rea

Dabei wird im Ort gerade jede Menge Bauland geschaffen – zum Beispiel am „Südlichen Maxhofweg“. Ein Teil davon ist in Gemeindehand. Doch ein Vorschlag der Genossenschaft, dieses in Erbpacht zu erwerben und dort bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, fände keine Mehrheit.

Genossenschaft verärgert über Lokalpolitiker in Neuried

„Obwohl man in Neuried weiß, dass genau dieser Wohnraum fehlt und viele ehrenamtlich tätige Bürger und auch dringend benötigte Berufsgruppen deshalb abwandern müssen“, zeigt sich „RaumNeuried“ enttäuscht. Zwar habe man Unterstützung von Grünen und SPD. „Aber die CSU mauert extrem und auch Bündnis Zukunft Neuried ist nicht auf unserer Seite“, bedauert Pabst.

„Sehr schade“ findet Bürgermeister Harald Zipfel (SPD) die Entscheidung der Genossenschaft. „Ich kann sie aber verstehen, mir dauert die Entscheidung über Gemeindegrundstücke auch zu lang.“

Bürgermeister Zipfel: „Fatal, wenn Neuried Entwicklung verpasst“

Allerdings stehe nun eine Debatte über deren Verwendung unmittelbar bevor. „Im November wird das in einer Sitzung der Gemeinde Thema sein.“ Auch darum habe er bei der letzten Mitgliederversammlung von „RaumNeuried“ persönlich darum gebeten, sich weiterhin bereit zu halten. „Genossenschaften gelten als Zukunft für bezahlbaren Wohnraum. Es wäre fatal, wenn genau Neuried diese Entwicklung verpasst“, sagt Zipfel.

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