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Corona-Welle nach Oktoberfest in München? Mediziner über Virus-Varianten, Volksfeste und Engpässe in Kliniken

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Von: Jonas Hönle

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Ein Zelt auf der Wiesn in München
Mediziner erwarten eine Corona-Wiesn-Welle in München. (Symbolbild) © Felix Hörhager/dpa

Nach zwei Jahren Pause soll das Oktoberfest in München wieder starten. Mediziner über die Corona-Welle, Engpässe in Kliniken und Virus-Varianten nach der Wiesn.

In wenigen Wochen soll das Oktoberfest in München wieder starten - nach zwei Jahren Zwangspause wegen Corona. Bei dem größten Volksfest der Welt werden Millionen Gäste erwartet, viele davon aus dem Ausland.

Ansteckungen mit dem Virus sind dann wohl nicht zu vermeiden, auch da ohne Schutz-Maßnahmen gefeiert wird. Experten rechnen nun mit einer Corona-Wiesn-Welle.

Die Wiesn in München findet trotz Corona, Ukraine-Krieg und Energie-Krise statt - nur das Wetter spielt wohl nicht mit.

Mediziner rechnen mit Corona-Wiesn-Welle in München

„Natürlich wird es dazu führen, dass eine Erhöhung der Fallzahlen auftreten wird“, sagt Johannes Bogner, Leiter der Sektion Klinische Infektiologie am LMU-Klinikum der Uni München gegenüber der dpa

„Es ist sehr gut dokumentiert, dass nach lokalen Ereignissen eine messbare Zunahme an Erkrankungsfällen zu Buche schlägt. Das wird auch für das Oktoberfest zu erwarten sein“, sagt der Mediziner. „Besonders am Biertisch, wo man stundenlang mit anderen eng zusammensitzt, wird eine Ansteckung sehr leicht möglich sein.“

Laut der „Süddeutsche Zeitung“ stieg die Corona-Inzidenz nach Volksfesten - etwa Frühjahrsdult Landshut und Bergkirchweih in Erlangen - wieder sprunghaft an.

In Straubing endete das Gäubodenfest am Montag und laut Robert-Koch-Institut (RKI) lag die Inzidenz in Stadt und Landkreis am letzten Tag noch im bundesdeutschen Durchschnitt.

Doch auch bei den anderen Volksfesten kam die Corona-Welle erst danach. In Straubing schwillt sie bereits an: Am Mittwoch lag die Stadt laut RKI bereits bei einer Inzidenz von 512,5 und der Landkreis Straubing-Bogen bei 457,0.

+++ Die Corona-Inzidenz in München, Bayern und Deutschland am Donnerstag im Überblick. +++

Dabei betreffe das Infektionsgeschehen wohl nicht nur Besucher des Volksfests, sondern verbreite sich vom Festgelände auch über ÖPNV, Supermärkte und Restaurants in der Stadt.

Während der Wiesn in München rät Bogner daher den besorgten Bürgern zum verstärkten Tragen von Masken auch im Alltag.

Trotz Corona-Welle nach Volksfesten - Oktoberfest in München soll stattfinden

Trotz der absehbaren Corona-Welle sehen Mediziner allerdings keinen Grund das Oktoberfest abzusagen, das wegen dem erwarteten internationalen Andrang eine noch größere Verbreitungswirkung als die anderen Volksfeste haben könnte.

„Wenn man sich für die Wiesn entscheidet, muss man ein gewisses Infektionsrisiko in Kauf nehmen“, sagte Ulrike Protzer, Leiterin der Virologie an der TU und am Helmholtz-Zentrum München, kürzlich der „Süddeutschen Zeitung“. „Eines Tages muss man zum normalen Leben zurückkehren, und das geht mittlerweile auch, wenn man dabei vernünftig ist.“

Ähnlich sieht es der Pandemie-Beauftragte des Klinikums rechts der Isar der TU München, Christoph Spinner, der zur Booster-Impfung rät. „Die Optimierung des Impfschutzes, beispielsweise durch einen zweiten Booster zwei bis vier Wochen vor der Wiesn, kann das Infektionsrisiko noch einmal merklich senken.“

Denn: „Für diejenigen, die auf die Wiesn gehen: Die Übertragungswahrscheinlichkeit dort ist hoch.“

Experten erwarten keine neuen Corona-Varianten wegen Wiesn in München

Dass die Wiesn neue Corona-Varianten hervorbringen könnte oder von wo anders nach München bringe, erwarten Experten nicht. „Es ist unwahrscheinlich, dass es bis dahin eine neue Variante gibt“, sagt Bogner.

Er geht davon aus, dass zur Wiesn-Zeit in München weiter die Omikron-Subtypen BA.4 und BA.5 vorherrschen - und damit die Gefahr schwerer Verläufe gegenüber den Vorjahren geringer ist.

„Das ist eine komplett andere Erkrankung als die Wuhan-Erkrankung und die Alpha- und Delta-Erkrankung. Die Omikron-Erkrankung, mit der wir es jetzt zu tun haben, hat ganz erheblich an krankmachender Kraft verloren“, sagt Bogner.

Zudem gebe es durch überstandene Infektionen und Impfungen bei vielen eine gute Immunitätslage. „Deshalb wird zwar die Krankheitszahl hoch sein nach der Wiesn, aber es wird kein Katastrophenszenario geben.“

Engpässe in Klinken wegen Corona-Welle nach dem Oktoberfest in München möglich

Engpässe in den Münchner Kliniken seien aber möglich. Eventuell müssten nicht lebensnotwendige Eingriffe verschoben werden. Im schlimmsten Fall müssten Notfall-Patienten aus München in andere Kliniken verlegt werden. Aber: „Die politisch Verantwortlichen haben sich gut überlegt, dass die Wiesn stattfindet.“

Mediziner empfehlen vorerkrankten Menschen mit Risiko für einen schweren Verlauf von Covid-19 allerdings, auf den Wiesn-Besuch zu verzichten oder sich zumindest nur im Freien aufzuhalten.

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