Münchens Olympioniken

Olympia 2021: Diesen Münchner Teilnehmerinnen drückt Hallo die Daumen

Von 23. Juli bis 8. August finden die Olympischen Spiele in Tokio statt.
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Von 23. Juli bis 8. August finden die Olympischen Spiele in Tokio statt.

Sieben Athleten aus München messen sich in Tokio mit der Weltspitze und nehmen an den Olympischen Spielen teil. Hallo hat mit den Münchner Teilnehmerinnen gesprochen und stellt sie vor.

Es ist die größte Sportveranstaltung der Welt: Von Freitag, 23. Juli, bis Sonntag, 8. August, kämpfen in Tokio die Besten der Besten um Olympische Medaillen – wegen der Pandemie ein Jahr später als geplant.

Unter den über 400 deutschen Athleten sind auch sieben aus München, die Hallo in dieser und der nächsten Woche vorstellt. Was sie sich für Tokio vorgenommen haben und wie sie es finden, heuer ohne Zuschauer auskommen zu müssen...  

Carina Wimmer: Medaille im Visier?

Olympialuft schnuppert Carina Wimmer in gewisser Weise schon seit Jahren: Die 25-jährige Sportsoldatin und Studentin der Gesundheitswissenschaften wohnt im Münchner Olympiadorf. Ihr Traum, selbst bei den Spielen dabei zu sein, geht nun am 25. Juli in Tokio in Erfüllung. Wenn auch unter besonderen Bedingungen.

„Wir Sportler sind dazu angehalten, so wenig Kontakt wie möglich untereinander zu haben, es gibt keine Zuschauer und nach unseren Wettkämpfen dürfen wir maximal 48 Stunden bleiben. Es ist schon ein bisschen schade, so meine ersten Spiele zu erleben.“

Die Qualifikation für ihre Olympia-Teilnahme – der EM-Titel im Luftpistolenschießen – hat die 25-Jährige durchaus überraschend erreicht. „Ich war schon immer sehr fleißig, habe viel trainiert, aber es hat sich bis dahin nie richtig ausgezahlt“, so Wimmer, die bei Mühldorf am Inn in einer Schützenfamilie aufgewachsen ist. „Bei der EM hat sich dann alles gefügt.“

Carina Wimmer (25) hat sich mit dem EM-Titel im Luftpistolenschießen für Olympia qualifiziert.

Ihr Erfolgsgeheimnis: ein Power-Nap kurz vor jedem Wettkampf und ihr Hang zum Leistungsgedanken. „Ich mag es einfach, an mir zu arbeiten.“ Bevor es für Wimmer nach Japan geht, steht vor allem mentale Arbeit auf dem Programm. Innerhalb von 75 Minuten müssen die Athleten 60 Schüsse abgeben – möglichst in die Mitte der zehn Meter entfernten Scheibe mit einem Durchmesser von 8,35 Zentimetern. Maximal 600 Punkte kann man so erreichen.

„Um auf Weltniveau ins Finale zu kommen, braucht man um die 580. Technisch ist das machbar. Die Herausforderung ist, dass sich mit der Zeit der Körper verändert, die Konzentration nachlässt.“ Und ins Finale will Wimmer unbedingt.

Daneben ist der Pistolenschützin noch etwas wichtig: trotz Wettkämpfen in aller Welt nachhaltig zu leben. Dafür hat sie gerade ein Projekt für Spitzensportler entwickelt, das mit Olympia starten soll. Athleten können bei Fans mit Trainings oder Geschenksets um Spenden für die Initiative „Sports4Future“ werben. Die pflanzt davon Bäume, um etwa das CO2 von notwendigen Flugreisen auszugleichen.rea

Anna Schell ringt um den Titel

Am Telefon wirkt Anna Schell noch entspannt. Dass es die 27-jährige Ringerin zu Olympia geschafft hat, freut sie immens: „Die Vorfreude ist schon groß, man nimmt nicht jedes Jahr an so einem großen Turnier teil.“ Die Aufregung über ihre ersten Olympischen Spiele werde sie vermutlich in dem Moment spüren, wenn sie am Mittwoch, 21. Juli, vom Trainingslager in Freiburg aus in den Flieger nach Japan steigt.

Natürlich hätte sich die Ringerin des SC Isaria Unterföhring – wie wohl jeder Teilnehmer – Zuschauer beim Turnier gewünscht. „Gerade, weil Kampfsport in Japan einen hohen Stellenwert genießt.“ Corona-Frust kommt deswegen bei ihr aber nicht auf. „Die Vorfreude überwiegt einfach.“

Für sie beginnen die Spiele am 2. August. „Dann werden unter den 16 Teilnehmern die beiden Finalisten in K.O.-Runden ermittelt“, erklärt Schell. Die Entscheidungen fallen am 3. August. Die 27-Jährige geht durchaus selbstbewusst in das Turnier: „Meine Gegnerinnen sind alle sehr gut. Ich will aber meine beste Leistung bringen. Trotzdem entscheidet die Tagesform. An einem guten Tag ist auf jeden Fall eine Medaille drin.“best

Anna Schell (27), Ringerin des SC Isaria Unterföhring, freut sich sehr auf die Olympischen Spiele in Tokio.

Christina Hering startklar zum Angriff

Ganz realisiert, dass sie an Olympia teilnimmt, hat Christina Hering noch nicht. „Das war so viele Jahre mein Ziel und jetzt war es lange unsicher, ob die Spiele überhaupt stattfinden. Erst, wenn ich in Japan bin, werde ich es wohl kapieren“, sagt die 800-Meter-Läuferin von der LG Stadtwerke München.

Für sie beginnt die Reise bereits am 20. Juli. Vor den Wettkämpfen steht für alle deutschen Leichtathleten noch ein Trainingslager in Nagasaki an. „Das ist gut, damit ich sehen kann, wie ich mit der Hitze und Luftfeuchtigkeit klarkomme“, sagt die Neuhauserin. Ihr erster Lauf ist dann am 30. Juli.

Das Ziel: zumindest ins Halbfinale kommen. „Aber die Vorläufe werden extrem hart, die Konkurrenz ist sehr stark“, so Hering. 48 Läuferinnen werden mit ihr an den Start gehen – darunter auch Vereinskollegin Katharina Trost (wird in der nächsten Ausgabe vorgestellt). „Es ist wahnsinnig schön, dass sie mit dabei ist“, sagt die 26-Jährige. Insbesondere, weil Familie und Freunde daheim bleiben müssen. „Eigentlich wäre ein großer Fanblock mitgekommen.“

Christina Hering ist 800-Meter-Läuferin bei der LG Stadtwerke München.

Auch die beiden Judokas Theresa Stoll und Sebastian Seidl, sowie die Sprinterin Katharina Trost erhoffen sich gute Positionen bei den olympischen Spielen.

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