Münchens Athleten

Paralympics Tokio 2021: Münchner Radfahrer jubeln über drei Medaillen

Matthias Schindler jubelt bei den Paralympics in Tokio über seine Bronze-Medaille.
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Matthias Schindler jubelt bei den Paralympics in Tokio über seine Bronze-Medaille.

Diese Münchner Athleten treten bei den Paralympics in Tokio in die Pedale und haben bereits drei Medaillen geholt. Hallo hat mit drei Wettkampf-Teilnehmern gesprochen.

Update, 31. August:

Paralympics: Radfahrer holen drei Medaillen im Zeitfahren

Eine Silber- und zwei Bronze-Medaillen holten die drei Münchner Radfahrer Steffen Warias, Matthias Schindler und Michael Teuber beim Zeitfahren bei den Paralympics in Tokio. Warias und Schindler fuhren in der Klasse C3 auf die Plätze zwei und drei. Sie mussten sich nur dem Briten Benjamin Watson geschlagen geben.

Während Schindler erstmals bei den Paralympics auf dem Podium landete, ist es für Warias bereits die dritte olympische Medaille. 2012 und 2016 konnte er im Straßenrennen bereits Silber und Gold gewinnen. Dieser Wettbewerb steht in Tokio am Donnerstag an und Warias kann sich dort erneut gute Chancen ausrechnen.

Mit 53 Jahren holte Michael Teuber bei den Paralympics eine weitere Medaille.

Auch Michael Teuber konnte mit 53 Jahren nochmal über eine Medaille jubeln. Zwar verpasste er sein historisches fünftes Gold nacheinander im Zeitfahren nur um fünf Sekunden und holte Bronze. Dennoch ist er zufrieden: „„Ich bin stolz. Wenn ich auf meine Leistungsdaten schaue, denke ich, dass es das beste Rennen meines Lebens war.“

Große Ziele der Münchner Radfahrer bei den Paralympics

Mit 53 Jahren will Michael Teuber nochmal eine olympische Medaille gewinnen. Der Radsportler tritt bei den Paralympics in Tokio im Einzelfahren (Dienstag, 31. August) und im Straßenrennen (Donnerstag, 2. September) an.

Den Wettbewerb auf der Bahn nutzte er bereits zum Einfahren. Obwohl es seine sechsten Spiele sind und er bereits fünf Goldmedaillen gewinnen konnte, sind bei Teuber Vorfreude und Anspannung groß: „Es werden wegen Corona andere Spiele, aber trotzdem treffen die Besten der Welt aufeinander.“

Teuber hofft vor allem im Einzelzeitfahren erneut auf eine Medaille. „Ich bin in einer sehr guten Form und versuche anzugreifen, aber in der Corona-Wettkampfpause sind einige jüngere Konkurrenten stärker geworden.“ Als Favorit sieht er sich daher nicht.

Teuber ist seit einem Autounfall 1987 inkomplett querschnittsgelähmt. Das bedeutet, dass er sich zwischen Hüfte und Knie noch bewegen kann, aber unterhalb der Knie komplett gelähmt ist. Er fährt ein normales Rennrad, trägt aber an den Beinen Karbonschienen zur Stabilisierung.

Ist schon zum sechsten Mal bei den Paralympics dabei: Michael Teuber (53).

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Viele Jahre betrieb er mithilfe von Sponsoren und der Sporthilfe den Radsport hauptberuflich, seit einigen Jahren arbeitet er zusätzlich als Landestrainer im Para-Radsport. Der 53-Jährige lebt in Odelzhausen (Landkreis Dachau) und fährt für den Behindertensportverein München, für den auch Matthias Schindler und Steffen Warias antreten.

Schindler (39) ist ebenfalls inkomplett querschnittsgelähmt. Er kann aber seine Füße bewegen. „Die Koordinierung durch das Gehirn funktioniert gut, aber ich bekomme kein Feed­back, denn alles ist taub.“ Außerdem muss er sich auf jede Bewegung konzentrieren und seine Beine aktiv ansteuern.

„Ich fahre relativ kraftbetont mit einem hohen Gang, weil ich bei einer bestimmten Frequenz mit dem Kopf nicht mehr hinterherkomme.“ Der 39-Jährige hat ebenfalls hohe Ziele: Im Einzelzeitfahren will er Gold holen. Bei den vergangenen drei Weltmeisterschaften landete er jeweils auf dem zweiten Platz und den Gesamtweltcup konnte er 2018 bereits gewinnen. Gold in Tokio wäre für ihn die Krönung.

Dass keine Zuschauer dabei sein werden, stört Schindler nicht: „Ich bin so fokussiert auf mein Rennen und in den Tagen vor dem Wettkampf im Tunnel.“ Außerdem habe man bei Olympia bereits gesehen, dass es auch ohne Zuschauer ein tolles Event war.

Gute Chancen auf eine Medaille bei den Paralympics hat: Matthias Schindler.

Auch Steffen Warias freut sich auf die Paralympics. Der 36-Jährige tritt ebenfalls im Einzelzeitfahren und dem Straßenrennen an. „Ich möchte in Topform bei den Rennen am Start stehen und mein Bestes geben.“ Warias ist Titelverteidiger, er konnte vor fünf Jahren in Rio Gold gewinnen.

Der 36-Jährige hat von Geburt an Klumpfüße, also eine Fehlstellung der Füße. Dadurch ist seine Muskelkraft in den Beinen und Waden eingeschränkt und die Fußgelenke sind steif.

„Beim Radfahren hab ich außer der geringeren Muskelkraft im Vergleich zu einem gesunden Menschen sehr wenig Einschränkungen.“ Als Jugendlicher entdeckte er den Sport für sich, starte zuerst bei Mountain-Bike-Rennen. „Mir gefällt am besten am Radfahren, dass man mit eigener Muskelkraft sehr weit und schnell vorankommen kann.“

Steffen Warias ist Titelverteidiger, er konnte vor fünf Jahren in Rio Gold gewinnen. Auch dieses Mal ist er auf eine Medaille aus.

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