Münchens Athletinnen

Paralympics Tokio 2021: Münchner Basketballerinnen vor dem großen Wurf? 

Katharina Lang (28) freut sich auf viele neue Erfahrungen.
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Katharina Lang (28) freut sich auf viele neue Erfahrungen.

Münchens Athleten bei den Paralympics in Tokio: Hallo hat mit den drei Rollstuhlbasketballerinnen des Münchner Vereins RBB Iguanas gesprochen.

Wenn die deutschen Rollstuhlbasketballerinnen am Donnerstag, 26. August, ihr erstes Match bei den diesjährigen Paralympics in Tokio bestreiten, dann sind auch drei Spielerinnen des Münchner Vereins RBB Iguanas dabei: Johanna Welin (37), Katharina Lang (28) und Laura Fürst (30).

„Ich freue mich auf viele neue Erfahrungen – und auf das Sushi“, sagt Lang lachend, die zum ersten Mal bei den Spielen dabei ist. Anders ist es bei ihren Teamkolleginnen: Fürst war schon 2016 in Rio am Start, Welin ist seit Peking 2012 dabei.

Trotzdem ist auch für sie heuer vieles neu. „Die ganze Atmosphäre, vor zehntausenden Menschen zu spielen, das Zusammenkommen mit anderen Sportarten und Nationalitäten. Das wird diesmal alles fehlen“, bedauert Medizinstudentin Welin.

Seit 14. August sind die drei bereits in Japan, um im Trainingslager an ihrem Spiel zu feilen. Noch länger auf der Reise ist ein Teil ihres Equipments. Per Frachter haben die Münchnerinnen schon Wochen vor den Paralympics Ersatzrollstühle nach Tokio geschickt.

Laura Fürst (30) war 2016 in Rio schon am Start.

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Insgesamt war die Vorbereitung deutlich kürzer als sonst. „Normalerweise starten wir im Januar, dieses Jahr erst im Mai. Aber immerhin konnten wir ein paar Freundschaftsspiele machen“, so Fürst, die in Schwabing-West lebt.

„Es gibt Mannschaften, die konnten vorher gar nicht spielen. Bei vielen Teams ist daher gar nicht klar, wie sie spielen. Das wird eine große Überraschungskiste“, glaubt die BMW-Ingenieurin Fürst.

Mit Großbritannien, Australien, Japan und Kanada sind die Rollstuhlbasketballerinnen in einer äußerst starken Gruppe gelandet. „Zum Reinkommen ist Australien vielleicht ganz gut“, hofft Lang, die zuletzt an der University of Alabama studiert und trainiert hat.

„Unser Ziel ist es, eine Medaille mit nach Hause zu bringen“, sagt Welin. Die Zeichen dafür stehen nicht schlecht: Seit zehn Jahren haben die deutschen Rollstuhlbasketballerinnen bei jedem großen Sportereignis Gold, Silber oder Bronze geholt.

Johanna Welin (37) ist seit Peking 2012 bei den Paralympics dabei.

Basketball im Rollstuhl

Grundregeln, Feldgröße und Korbhöhe sind beim Rollstuhl- und Fußgängerbasketball identisch. Dürfen Fußgänger nicht mehr als zwei Schritte lang den Ball festhalten, können sich Spieler im Rollstuhl maximal zweimal anschieben.

Anders ist: Im Rolli darf der Spieler beliebig oft zwischen Dribbeln und Halten wechseln. Je geringer die körperliche Einschränkung, desto höher die Spielerpunktzahl. Wegen ihrer Querschnittslähmung gelten Laura Fürst und Johanna Welin als Zwei-Punkt-Spieler.

Katharina Lang, die 2015 nach zwei Kreuzbandrissen vom Fußgänger-zum Rollstuhlbasketball wechselte, wird als 4,5-Punkt-Spielerin gewertet. Die fünf Spieler auf dem Feld dürfen zusammen auf maximal 14 Punkte kommen.

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