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Parkplätze am Bahnhof Pasing in Gefahr

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Von: Andreas Schwarzbauer

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Die Parkplätze an der Gottfried-Keller-Straße könnten wegfallen.
Die Parkplätze an der Gottfried-Keller-Straße könnten wegfallen. © Andreas Schwarzbauer

Machbarkeitsstudie schlägt für Nordseite des Bahnhofs Pasing Radwege und Bushaltestellen anstelle von Parkplätzen vor. Wie viele Parkflächen wegfallen würden und was der BA sagt ...

Pasing - Für die Nordseite des Pasinger Bahnhofs liegen erste Vorschläge zur Umgestaltung vor. Das Planungsbüro Inovaplan hat die Ergebnisse seiner Machbarkeitsstudie vorgestellt. Statt Parkplätzen sollen Radwege und Bushaltestellen entstehen. Der Bezirksausschuss Pasing-Obermenzing sah dies bei seiner jüngsten Sitzung kritisch.

Das sind die Vorschläge zur Umgestaltung der Nordseite des Bahnhofs Pasing

Wensauerplatz: Dort sollen laut den Verkehrsplanern die Fahrbahn schmäler und die Gehwege breiter werden. Der Bezirksausschuss regt zudem an, die Grünfläche zu verbreitern und sie rund um das Trafohäuschen aufzuwerten. Außerdem soll die Stadt prüfen, ob die Verlängerung der Ernst-Reute-Straße, die die Grünfläche derzeit zerteilt, entfallen kann. 

Im Rahmen der Umgestaltung des Bereichs nördlich des Bahnhofs Pasing wünscht der Bezirksausschuss eine Aufwertung der Grünanlage am Wensauerplatz.
Im Rahmen der Umgestaltung des Bereichs nördlich des Bahnhofs Pasing wünscht der Bezirksausschuss eine Aufwertung der Grünanlage am Wensauerplatz. © Andreas Schwarzbauer

August-Exter-Straße: Für den südlichen Teil schlägt Inovaplan einen beidseitigen oder zumindest einen einseitigen Radweg in Richtung Offenbachstraße vor. Dafür würden 13 oder 16 Parkplätze wegfallen. Die Bushaltestelle und die Fahrradständer blieben erhalten. Der Bezirksausschuss sieht allerdings keine Notwendigkeit für Radwege und will den Status quo erhalten.

Die meisten Parkplätze an der August-Exter-Straße müssten für Radwege weichen.
Die meisten Parkplätze auf dem südlichen Abschnitt der August-Exter-Straße müssten für einen oder zwei Radwege weichen. © Andreas Schwarzbauer

Gottfried-Keller-Straße: Die Planer schlagen auf der Südseite einen Zweirichtungsradweg vor, der auf die bestehende Route entlang der Bahn mündet. Eine Bushaltestelle vor dem Bahnhof sei zwar möglich, würde aber den Gehweg verschmälern. Sinnvoller seien zwei Bushaltestellen östlich der Einmündung der Carossastraße. Damit die wartenden Busse überholt werden können, müssten allerdings auch dort Parkplätze entfallen. Der Bezirksausschuss Pasing-Obermenzing begrüßt die Pläne für die Bushaltestellen, kritisiert allerdings den Bereich vor dem Bahnhofsgebäude. Dieser soll als Platz gestaltet werden, für die Radler fordert das Gremium eine innovativere Lösung wie einen Radweg auf Stelzen.

Die Bushaltestelle an der Gottfried-Keller-Straße soll in Richtung Osten verlegt werden.
Die Bushaltestelle an der Gottfried-Keller-Straße soll in Richtung Osten verlegt werden. © Andreas Schwarzbauer

Carossastraße: Die MVG wünscht sich zwei weitere Haltestellen. Das sei eigentlich nur mit einer Einbahnregelung in Richtung Norden möglich, so Inovaplan. Dann müssten allerdings die Anwohner der Gottfried-Keller-Straße zu ihren Tiefgaragen künftig am Bahnhof vorbei einen Umweg von 150 Metern fahren.

Die Carossastraße könnte wieder eine Einbahnstraße werden.
Die Carossastraße könnte wieder eine Einbahnstraße werden. © Andreas Schwarzbauer

Fahrradstellplätze: Am Pasinger Bahnhof fehlen mindestens 1500 Fahrradstellplätze. Die Stadt verfügt zwar über eine Fläche neben dem Wolkentunnel. Allerdings sei sie zu klein, um dort so viele Räder in oberirdischen Abstellanlage oder einer Fahrrad-Tiefgarage unterzubringen. Zudem müssten Leitungen umgelegt werden und durch die Zufahrt werde es zu Konflikten mit Fußgängern kommen. Inovaplan schlägt daher einen sogenannten Bike Safe Tower, also einen Turm mit Fahrradboxen, vor.

Trotz neuer Anlage reichen die Fahrrad-Stellplätze am Bahnhof Pasing bei weitem nicht aus.
Trotz neuer Anlage reichen die Fahrrad-Stellplätze am Bahnhof Pasing bei weitem nicht aus. © Andreas Schwarzbauer

Kritik vom Bezirksausschuss, Planer erarbeiten Konzept für Nordseite des Bahnhofs Pasing

Fazit: Verbesserungen für Fußgänger, Radler und Busse seien zulasten des ruhenden Verkehrs möglich. Insgesamt blieben durch die Umgestaltung von den derzeit 34 Parkplätzen in diesem Bereich nur noch sieben beziehungsweise neun übrig. Der BA sieht das wegen der Arztpraxen dort sowie der Pasinger Fabrik sehr kritisch. Inovaplan wird nun ein detailliertes Konzept erarbeiten und dem BA erneut vorlegen.

Zwar sei das gesamte Konzept noch nicht ausgereift, so BA-Chef Frieder Vogelsgesang (CSU), aber: „Wir sind froh, dass wir wieder ins Gespräch kommen. Es muss jetzt aber zügig vorangehen.“

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