Plätze ungleich verteilt

Eltern aus Pasing und Obermenzing fürchten wegen der Sprengel-Änderung um Nachmittagsbetreuung für ihre Kinder

Wollen im Hort an der Glasunowstraße bleiben (v.li.): Stanislava und Stephan Kelch sowie Mareike Schubert.
+
Wollen im Hort an der Glasunowstraße bleiben (v.li.): Stanislava und Stephan Kelch sowie Mareike Schubert.

Die Grandlschule hat mehr Plätze für Kinder-Nachmittagsbetreuung als die Oselschule. Die Eltern in Pasing ärgern sich daher über die Umsprengelung. Wie die Stadt reagiert...

Die neuen Grundschulsprengel in Pasing und Obermenzing (Hallo berichtete) verursachen weiter Unmut. Eltern, deren Kinder künftig die Osel- statt die Grandlschule besuchen müssen, sorgen sich nämlich um die Betreuung ihrer Sprösslinge nach dem Unterricht. „Wir haben durch die Umsprengelung einen deutlich verringerten Zugang zur Nachmittagsbetreuung“, kritisiert Stanislava Kelch.

Sie und ihre Familie wohnen in der Siedlung „Am Durchblick“ und werden ab September dem Sprengel der Oselschule angehören. Dort gebe es aber wesentlich weniger städtische Möglichkeiten zur Nachmittagsbetreuung – obwohl beide Schulen im kommenden Schuljahr vierzügig sein werden.

*HalloMuenchen.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Eltern in Pasing fürchten wegen neuem Sprengel um Kinder-Nachmittagsbetreuung

Die Grandlschule biete mit einem Tagesheim und zwei Horten 250 Plätze. Die Oselschule verfüge dagegen mit zwei Horten nur über 77 Plätze. „Das ist nicht gerecht“, kritisiert Kelch.

Erschwerend komme hinzu, dass viele Familien, die dem Sprengel schon länger angehören und deren ältere Kinder bereits einen der beiden Horte besuchen, einen Geschwisterbonus bei der Vergabe erhielten. Die Chancen der neuen Kinder auf einen Platz seien somit gering, befürchtet Kelch.

Stadtschulrat Florian Kraus verweist in einem Schreiben auf weitere Betreuungsplätze in einem Regionalhort an der Josef-Felder-Straße, den Kinder ohne Betreuungsplatz in Schulnähe nutzen können, sowie private Initiativen. Zudem werde die Stadt bestehende Horte erweitern und neue Angebote schaffen. Kelch und ihr Mann Stephan berichten allerdings, dass der Regionalhort voll sei. „Und eine private Einrichtung können sich nicht alle leisten.“

Eltern verärgert: Kein Zugang zum Haus für Kinder an der Glasunowstraße in Pasing

Zudem ärgert die Eltern aus der Siedlung, dass sie das Haus für Kinder an der Glasunowstraße nach der Einschulung nicht mehr nutzen können. „Es ist der Kindergarten des Viertels. Viele Eltern haben ihre Kinder bewusst dort angemeldet, damit sie später in den Hort derselben Einrichtung gehen können und sie eine gewisse Kontinuität haben“, sagt Stephan Kelch. Doch für neun von zehn Kindern sei das wegen der Umsprengelung nicht mehr möglich.

Stadtschulrat Kraus widerspricht: „Anders als von Ihnen befürchtet, ist eine Betreuung von Kindern in Betreuungseinrichtungen eines anderen Schulsprengels nicht ausgeschlossen“ – wenn die Tagesheime und Horte dort noch nicht voll seien. Für das kommende Schuljahr gelte zudem eine Übergangsregelung, dass Schüler, die von der Umsprengelung betroffen sind, noch als Sprengelkinder der Grandlschule gelten.

Die Eltern überzeugt das nicht: „Das hört sich zwar oberflächlich gut an, aber es bleiben in der Regel keine Plätze übrig und durch die Übergangsregelung haben viele Familien keine Planungssicherheit“, sagt Kelch. Mareike Schubert, die ebenfalls am Durchblick wohnt, hat beispielsweise einen Sohn, der heuer in die Schule kommt und den Hort an der Glasunow­straße besuchen darf.

Wo ihre Tochter, die 2023 eingeschult wird, betreut wird, sei dagegen offen. Die Übergangsregelung könnte verlängert werden, ihre Kinder könnten in zwei unterschiedlichen Einrichtungen landen oder die Tochter erhalte wegen des geringen Angebots an der Oselschule gar keinen Platz. „Ich hänge total in der Luft“, ärgert sich Schubert.

Mit dem Hallo München-Newsletter täglich zum Feierabend über die wichtigsten Geschichten aus der Isar-Metropole informiert.

Auch interessant

Kommentare