Gefahr für Rettungskräfte

Autofahrer ignorieren Absperrungen ‒ Feuerwehr macht ihrem Ärger Luft

Weil wegen des Unfalls an der Münchner Straße/Röntgenstraße nicht alle Fahrspuren benutzt werden konnten, fuhren mehrere Personen mitten durchs Einsatzgeschehen.
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Weil wegen des Unfalls an der Münchner Straße/Röntgenstraße nicht alle Fahrspuren benutzt werden konnten, fuhren mehrere Personen mitten durchs Einsatzgeschehen.

Die Feuerwehr Planegg möchte Menschen darauf aufmerksam machen, bei Unfallstellen die Absperrungen zu beachten. Immer öfter kommt es zu Gefahrensituationen für die Einsatzkräfte.

  • Die Feuerwehr Planegg richtet eine Bitte an Autofahrer.
  • Absperrungen müssen dringend beachtet werden.
  • Wird so etwas ignoriert, bedeutet es Gefahr für Einsatzkräfte

Schaulustige bei Einsätzen sind für die Feuerwehr Planegg mittlerweile Alltag. „Woran wir uns allerdings nicht gewöhnt haben, und es auch nicht werden, ist, wenn Verkehrsteilnehmer die Absperrung an der Einsatzstelle absichtlich ignorieren und damit sämtliche Einsatzkräfte in Gefahr bringen“, wetterten die Kameraden jüngst auf Facebook.

Grund für den Ärger: Bei einem Unfall mit fünf Verletzten vor Pfingsten waren mehrere Fahrzeuge quer durch die Einsatzstelle gefahren.

„Das Problem war, dass man von Martinsried nicht nach Neuried abbiegen konnte und umgekehrt“, berichtet Kommandant Martin Heizer. Beim Sportpark Planegg und Wertstoffhof hätten Autofahrer zwar umdrehen und dann abbiegen können. „Aber die Leute lassen sich von uns nichts mehr sagen“, so Heizer. „Meist hört man dann ‚Aber ich muss jetzt da durch‘ oder ‚Ich will ja nur kurz‘.“ Die Polizei habe vor Ort mehrere Strafzettel verteilen müssen. Darum appelliert die Feuerwehr an die Bürger: „Alle Rettungskräfte wollen in Ruhe ihre Arbeit verrichten. Aber vor allem wollen wir am Ende des Einsatzes auch wieder gesund zu unseren Familien zurückkehren können.“

Kommandant Martin Heizer von der Feuerwehr Planegg.

Gefahr für Einsatzkräfte: Autofahrer ignorieren Absperrungen

Leider werde es immer schlimmer, beklagt Planeggs Kommandant Heizer. Seit zehn Jahren beobachte er einen Anstieg von Aggressivität, Ungeduld und Rücksichtslosigkeit. „Wir bekommen etwa regelmäßig Beschwerden, weil die laufenden Motoren unserer Einsatzfahrzeuge zu laut sind.“ Immer öfter müssten sich die Kameraden auch Beleidigungen anhören.

Solche „Störenfriede“ kennt man auch in Neuried. „Besonders seit der Corona-Pandemie ist zu spüren, dass die Aggressionsschwelle bei einigen Mitmenschen gesunken ist“, so Feuerwehrkommandant Thorsten Rehkämper. Bisher habe man mit Erklärungen aber immer für Verständnis sorgen können. Ähnlich in Gräfelfing. Dort glaubt Kreisbrandrat Thomas Hickel, dass manche Sperrungen nicht tolerieren, weil sie nur dem Navi folgen. „Viele verzweifeln, weil sie nicht wissen, dass es nur ein Umweg von einer Minute ist.“

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