1. tz
  2. München
  3. Stadt
  4. Hallo München

Großzügiges Geschenk von Rachel Salamander: Stadt München erhält Archiv zur Literatur des Judentums

Erstellt:

Von: Kristina Beck

Kommentare

Anke Buettner, Leiterin der Monacensia, (rechts) und Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter nehmen die Literatursammlung Rachel Salamanders entgegen.
Anke Buettner, Leiterin der Monacensia, (rechts) und Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter nehmen die Literatursammlung Rachel Salamanders entgegen. © Michael Nagy/Presseamt München

„Kraft der Zeitzeugnisse“ ‒ Publizistin Rachel Salamander übergibt ihr Literatur-Archiv der Stadt München. Es porträtiert das jüdische Denken und Schreiben nach 1945.

Ein umfangreiches Archiv zur Literatur des Judentums mit Dokumenten und Tonaufnahmen prominenter Autoren wie Hannah Arendt oder Grete Weil gehört nun der Stadt München. Die Publizistin, Kulturwissenschaftlerin und Gründerin der Literaturhandlung „Rachel Salamander“ schenkt der Stadt München ihr umfangreiches Archiv zur Literatur des Judentums. 

Die Sammlung dokumentiere die Entwicklung der Literatur zum Judentum nach 1945 und veranschauliche eindrücklich die sie begleitenden Debatten und ihre internationale Vernetztheit. Zudem enthalte das Archiv wertvolle Materialien sowohl für die internationale Holocaust-Forschung als auch für die Biografie-Forschung, heißt es in der Mitteilung der Stadt München.

Archiv jüdischer Literatur: Rachel Salamander schenkt der Stadt München ihre Literatursammlung

Die über vier Jahrzehnte aufgebaute Sammlung wird in das städtische Literaturarchiv Monacensia im Hildebrandhaus aufgenommen. Die Monacensia ist Teil der Stadtbibliothek München und gilt als literarisches Gedächtnis der Stadt.

Rachel Salamander sagt: „Mehrfach in dieser Stadt ausgezeichnet und geehrt, will ich nun der Stadt etwas zurückgeben. (...) Mein bislang unsichtbares Archiv soll hier sichtbar gemacht werden und Synergien mit Beständen der Monacensia erzeugen.“

Archiv zur Literatur des Judentums: Kraft der Zeitzeugnisse und kollektives Gedächtnis

Oberbürgermeister Dieter Reiter bedankt sich bei der Ehrenbürgerin Rachel Salamander: „Das ‚Archiv Salamander‘ ist ein wegweisendes Geschenk, mit dem wir jüdisches Leben und Literaturgeschichte noch stärker in unserem kollektiven Gedächtnis verankern können. Die Kraft der Zeitzeugnisse und das Wirken von Rachel Salamander sind beeindruckend.“

Kulturreferent Anton Biebl unterstreicht die Relevanz ihrer Literaturhandlung für das jüdische Denken und Schreiben: „Die jüdische Kultur gehört zum historischen Erbe Münchens. 50 Jahre nach der Bücherverbrennung hat Rachel Salamander mit der Gründung der Literaturhandlung einen Ort geschaffen, an dem jüdisches Denken und Schreiben wieder höchst gegenwärtig wurde. Ihre großzügige Schenkung ermöglicht es, jüdische Autorinnen und Autoren auf vielfältige Weise zu entdecken und in den Kontext heutiger Debatten zu stellen.“

Mit dem Hallo München-Newsletter täglich zum Feierabend über die wichtigsten Geschichten aus der Isar-Metropole informiert.

Auch interessant

Kommentare