Lieber gefilterte statt frische Luft

Schüler des Michaeli-Gymnasiums in Berg am Laim entwickeln eigenen Lüfter

Sechs Schüler sitzen im Klassenraum vor einem geöffneten Fenster.
+
Die Luft in Bayerns Klassenräumen wird größtenteils durch Stoßlüften ausgetauscht. Die Aufgabe könnten allerdings auch Luftfilteranlagen übernehmen.

Eifrige Schüler haben im Rahmen von „Jugend forscht“ eine eigene Lüftungsanlage entwickelt. Die Stadt setzt allerdings weiterhin auf regelmäßiges Lüften.

Das ständige Fensteraufreißen in den Klassenzimmern sorgt für Unmut bei allen Beteiligten. Da die kalte Jahreszeit bald wieder vor der Tür steht und niemand so genau sagen kann, wie es mit Corona an Schulen weitergeht, wäre es endlich Zeit für eine Lösung des Lüftungsproblems. 

Das Umweltbundesamt empfiehlt weiterhin „über weit geöffnete Fenster intervallartig zu lüften“. Diese Methode würde einen wirksamen Schutz bieten, weil die Außenluft nahezu virenfrei sei.

Die Schüler des Michaeli-Gymnasiums in Berg am Laim haben sich gegen die Lüft-Methode und für eine selbst entwickelte Lüftungsanlage entschieden. „Im Rahmen des Projekts ‚Jugend forscht‘ haben Schüler eine erwiesenermaßen wirksame Lüftungsanlage entwickelt“, so der Vorsitzende des Bezirksausschusses, Alexander Friedrich (SPD).

In einer Stellungnahme des Referats für Bildung- und Sport (RBS) heißt es: „Aufgrund von Expertenrat wird auf natürliche Lüftung gesetzt. Entsprechende CO2-Ampeln zeigen an, wann gelüftet werden muss.“ Weitere Filteranlagen würden nicht bezuschusst, auch im nächsten Schuljahr nicht.

Nun bittet der Bezirksausschuss (BA) Berg am Laim die Stadt um Mitteilung, Begründung und Erklärung, weshalb weitere Lüftungsanlagen nicht gefördert werden. Der BA fordert das RBS auf, die Entscheidung gegen die Lüftungsanlage zu revidieren und einem Einbau weiterer Anlagen in Klassenräumen des Michaeli-Gymnasiums zuzustimmen.

Der Ärger über diese Angelegenheit war in der Sitzung spürbar: „Die Stadt kommt einfach nicht in die Pötte, sie haben lange genug Zeit gehabt, sich um Filteranlagen zu kümmern“, sagte Regine Ewald (SPD). Fraktionssprecher der CSU, Thomas Höhler, fügte hinzu: „Die Anlage ist effizient und leise, außerdem leicht zu reparieren. Das System ist insgesamt sehr interessant und kostengünstig.“ Einem Dringlichkeitsantrag wurde in der Sache einstimmig zugestimmt.

Roman Wintz

Weitere Nachrichten aus der Region finden Sie in unserer Übersicht.

Besuchen Sie HALLO auch auf Facebook.

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Kommentare