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Neuer Luxus-Bau für Schwabing? BA kritisiert Abriss-Pläne für Bauvorhaben „Schwabinger Höfe“

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Von: Kassandra Fischer

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Das Hotel an der Kathi-Kobus-Straße und die Wohnhäuser entlang des Theo-Prosel-Wegs sollen einem Neubau weichen.
Das Hotel an der Kathi-Kobus-Straße und die Wohnhäuser entlang des Theo-Prosel-Wegs sollen einem Neubau weichen. © Kassandra Fischer

Bauvorhaben „Schwabinger Höfe“ an der Kathi-Kobus-Straße sowie am Theo-Prosel-Weg: Der BA in Schwabing kritisiert Pläne und fordert bezahlbaren Wohnraum im Neubau.

SCHWABING-WEST „Es ist ein absoluter Wahnsinn. Wir müssen so schnell wie möglich ein politisches Zeichen setzen“, appellierte Theo Glauch (Linke) zu Beginn der jüngsten BA-Sitzung. Grund für seine scharfen Worte war das geplante Bauvorhaben auf dem Areal Kathi-Kobus-Straße 22 bis 24 sowie Theo-Prosel-Weg 11 und 13.

Dort will die Münchner Immobilienfirma Concrete Capital den Gebäudekomplex „Schwabinger Höfe“ schaffen und präsentierte dem Lokalgremium jüngst die aktuellen Planungen samt Mobilitätskonzept (siehe Kasten).

*HalloMuenchen.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.
*HalloMuenchen.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA. © Hallo München

Noch befinden sich ein Hotel mit rund 150 Zimmern sowie zwei Wohngebäude auf dem Gelände. Künftig soll dort jedoch eine H-förmige Anlage mit 169 Wohneinheiten entstehen. Auf Nachfrage aus dem Gremium hieß es, dass noch nicht final entschieden sei, ob Miet- oder Eigentumsobjekte realisiert würden.

Florian Schönemann (Grüne) hakte provokativ nach, ob dort nun ein „Van B 2.0“ (Hallo berichtete) entstehen würde. Doch auch zur Preisgestaltung könne man noch keine Aussage geben. Seitens der Projektentwickler hieß es lediglich, dass keine Wohnungen im „unteren“ Bereich – und somit nicht das, was sich die Schwabinger Bevölkerung wünschen würde – geplant seien.

Die geplanten „Schwabinger Höfe“.
Die geplanten „Schwabinger Höfe“. © Visualisierung: Landau + Kindelbacher

Rudi Knauss (Linke) zeigte sich empört: „Das wird ein totales Luxusding.“ Grund genug für seine Fraktion, einen Eilantrag vorzubereiten, der einen sektoralen Bebauungsplan für das gesamte Karree Kathi-Kobus-, Elisabethstraße und Theo-Prosel-Weg fordert.

Auch die Wohnhäuser entlang des Theo-Prosel-Wegs sollen dem Neubau weichen
Auch die Wohnhäuser entlang des Theo-Prosel-Wegs sollen dem Neubau weichen © Kassandra Fischer

Unterstützung gab es dabei von den BA-Grünen, mit deren Stimmen die Forderung nun knapp, aber mehrheitlich an die Stadtverwaltung weitergegeben wird. Dadurch erhoffen sich die Lokalpolitiker, dass im gesamten Karree „mindestens der gesetzlich vorgeschriebene Anteil geförderter Mietwohnungen“ seitens der Stadt vorgeschrieben werden kann.

Ob das an dieser Stelle jedoch überhaupt möglich ist, muss jetzt von der Verwaltung geprüft werden.

Schönemann plädierte im Hinblick auf den geplanten Abriss der Bebauung entlang des Theo-Prosel-Wegs, die noch nicht einmal 30 Jahre alten Gebäude zu erhalten. „Wir müssen schauen, dass wir graue Energie einsparen“, ermahnte er. Seine Idee: Der verbindende Mittelbau des Gebäudes soll entfallen, stattdessen könnte die Bebauung an der Kathi-Kobus-

Straße höher als derzeit geplant realisiert werden. „Dadurch wäre der Hof größer, weniger Fläche versiegelt und der Fußabdruck geringer.“ Gemeinsam mit den Linken gab es auch dafür eine Mehrheit im Gremium. CSU, SPD und FDP, die das Vorhaben grundsätzlich – allerdings mit ein paar Anmerkungen zum Mobilitätskonzept – befürworten wollten, wurden somit überstimmt.

H für Schwabing

Ein Gebäude in Form eines „H“, links und rechts vom Mittelbau je zwei begrünte Höfe – das sieht der Entwurf des Büros Landau und Kindelbacher derzeit vor. Unter einer der Frei-

flächen ist eine zweigeschossige Tiefgarage vorgesehen. Bei einem Stellplatznachweis von 0,8 pro Wohneinheit soll auch ein Mobilitätskonzept greifen. Dieses beinhaltet 376 Radstellplätze, Räume für Kinderwagen und Rollatoren sowie Sharing-Angebote. 2020 wurde der Vorbescheid genehmigt. Geht auch der Bauantrag durch, könne man im nächsten Jahr mit dem Abbruch beginnen. Ab Herbst 2023 wäre dann der Rohbau möglich, die Fertigstellung bis 2025, so die Projektentwickler.

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