Ein Baum für den Frieden

Jubiläum des Deutsch-Französischen Kriegsendes: „Reichsfriedenseiche“ am Flaucher wird 150 Jahre alt

 „Reichsfriedenseiche“ aus dem Jahr 1871 in den Flaucheranlagen
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Die „Reichsfriedenseiche“ in den Flaucheranlagen wird 150 Jahre alt.

Vor 150 Jahren ging der Deutsch-Französische Krieg zu Ende – am Flaucher fand die erste offizielle Friedensfeier statt. Schulkinder pflanzten damals eine „Friedenseiche.“

Michael Uhlenberg geht gerne am Flaucher spazieren. Auf einem seiner Spaziergänge ist ihm die Gedenktafel an einer Eiche nördlich der Brudermühlbrücke aufgefallen. Die Inschrift verweist auf die „Reichsfriedens­eiche“, gepflanzt im Mai 1871.

Die Gedenktafel von 1871 trägt die Inschrift: „Reichsfriedenseiche -gepflanzt von der Jugend der Stadt München.“

Friedenseiche erinnert an Deutsch-Französisches Kriegsende vor 150 Jahren

Was dahinter steckt: Insgesamt etwa 200 000 gefallene Soldaten forderte der Deutsch-Französische Krieg im 19. Jahrhundert auf beiden Seiten. Am 10. Mai 1871 schlossen Deutschland und Frankreich einen Friedensvertrag in Frankfurt am Main. Fünf Tage später wurde auch in München Geschichte geschrieben – wenngleich in einem weniger politischen Rahmen: Bei einer ersten offiziellen Friedensfeier in den Flaucheranlagen pflanzten Schulkinder eine Eiche als Zeichen des Friedens.

Dem ging ein Festzug aus 12 000 Münchner Schulkindern, Mitgliedern des Magistrats und zahlreichen Ehrengästen voraus. Diese Feierlichkeiten jähren sich nun zum 150. Mal.

„Anlass zum Gedenken nicht verstreichen lassen“

Michael Uhlenberg entdeckte die Gedenktafel auf einem seiner Spaziergänge am Flaucher.

„Beim Lesen der Tafel dachte ich, dass dieses Jubiläum doch ein schöner Anlass für ein kleines Fest oder ein Gedenken wäre. Beziehungsweise dass es schade wäre, diesen Tag einfach unbemerkt verstreichen zu lassen“, sagt Uhlenberg. Er wünscht sich, dass das Kulturreferat aktiv wird. Ob das passieren wird, ist allerdings zweifelhaft: Bis Redaktionsschluss ging von der Stadt keine Stellungnahme ein.

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