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Rücktritt: Skispringer Severin Freund hört auf - Was den Münchner dazu bewegt hat

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Severin Freund
Beendet seine aktive Laufbahn: Severin Freund. © Daniel Kopatsch/Fa/dpa

München / Planica: Skispringer Severin Freund beendet seine aktive Karriere. Auch wenn er mit 33 Jahren nicht mehr der Jüngste ist, kommt der Schritt für einige überraschend.

Severin Freund stand entspannt am Fuße einer jener Riesenschanzen, die ihm fast 20 Jahre lang die Welt bedeutet hatten, und genoss an seinem letzten Tag als Skispringer die Sonne. „Ich bin mit mir im Reinen und kann dieses Kapitel in meinem Leben so abschließen, wie ich es mir vorgestellt habe“, sagte Deutschlands erfolgreichster Skispringer der vergangenen 20 Jahre laut eines dpa-Berichts, als er am Sonntag in Planica ein wenig überraschend seine Karriere für beendet erklärte.

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*HalloMuenchen.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA. © Hallo München

Mit dem 33 Jahre alten Niederbayern, dem Olympiasieger und viermaligen Weltmeister, verschwindet das wichtigste Bindeglied zwischen der Hannawald-Generation und den heutigen Spitzenspringern um Karl Geiger von der Bildfläche.

Severin Freund beendet Karriere: Nur zwei andere deutsche Skispringer erfolgreicher

Als Freund 2007 im Weltcup debütierte, war das deutsche Skispringen zweitklassig. Zusammen mit Werner Schuster, der 2008 Bundestrainer wurde, und dem erst in der Vorwoche zurückgetretenen Richard Freitag (30), führte Freund die DSV-Adler zurück nach oben.

„Ich hatte wirklich schöne Jahre und durfte viele wertvolle Erfahrungen sammeln“, sagte Freund. 22 Weltcupsiege feierte er, nur Jens Weißflog (33) und Martin Schmitt (28) haben unter den deutschen Springern mehr. 2014 wurde Freund in Sotschi Team-Olympiasieger, im gleichen Winter Skiflug-Weltmeister.

Ein Jahr später folgte seine beste Saison, als er bei der WM in Falun/Schweden Gold von der Großschanze sowie mit dem Mixed-Team holte und in einem denkwürdigen Finale als bislang letzter Deutscher den Gesamtweltcup vor dem punktgleichen Slowenen Peter Prevc gewann. Nur der Vierschanzentournee-Sieg gelang auch ihm wie jedem DSV-Adler seit nunmehr 20 Jahren nicht.

Rücktritt von Severin Freund: Mehrere Comebacks nach schweren Verletzungen

In Erinnerung wird zudem Freunds Comeback nach schweren Verletzungen bleiben. Nach zwei Kreuzbandrissen im Jahr 2017 kämpfte er sich zurück ins Weltcup-Team, erreichte nicht mehr die alte Stärke, feierte aber noch späte Erfolge: 2021 wurde Freund in Oberstdorf Team-Weltmeister, vor zwei Wochen gewann er bei der Skiflug-WM in Vikersund Silber mit der deutschen Mannschaft.

Für Olympia in Peking hatte er sich jedoch nicht mehr qualifiziert, vieles ging Freund mühsam von der Hand. „In den letzten Wochen ist mir klar geworden, dass die Zeit als aktiver Sportler zu Ende geht“, sagte er.

Rücktritt von Severin Freund: Bundestrainer Horngacher spricht von großer Lücke, die er hinterlässt

Bundestrainer Stefan Horngacher bedauert den Rücktritt des hochangesehenen Routiniers. „So, wie er sich auf den Punkt fokussiert hat, so kam er auch aus Niederlagen oder Verletzungen zurück und bewies Qualitäten, über die nur wahre Champions verfügen“, sagte der Österreicher: „Severin hinterlässt sportlich und menschlich eine große Lücke.“

Freund, der mit Frau Caren und Töchterchen Johanna in München lebt, soll möglichst dem Deutschen Skiverband (DSV) erhalten bleiben. „Für Skispringen schlägt mein Herz. Von daher werde ich mein Leben lang mit diesem Sport verbunden bleiben“, sagte der International-Management-Absolvent.

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