Sexismus im Parlament

Sexuelle Belästigung im Deutschen Bundestag? SPD-Abgeordnete Bela Bach aus München prangert Machtmissbrauch an

Bela Bach (SPD) spricht bei der 161. Sitzung des Deutschen Bundestages. Sie beklagt in einem Interview der Zeitschrift "Bunte" Belästigung und sexuelle Übergriffe im Parlament.
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Bela Bach (SPD) spricht bei der 161. Sitzung des Deutschen Bundestages. Sie beklagt in einem Interview der Zeitschrift «Bunte» Belästigung und sexuelle Übergriffe im Parlament.

Die SPD-Bundestagsabgeordnete Bela Bach berichtet von sexueller Belästigung, einem zweifelhaften Angebot und einem Übergriff im Plenum des Deutschen Bundestages.

  • Bela Bach ist SPD-Abgeordnete im Deutschen Bundestag.
  • Sie berichtet von sexueller Belästigung und prangert Machtmissbrauch an.
  • Was die Wahl-Münchnerin im Plenum erlebt hat...

Die bayerische SPD-Bundestagsabgeordnete Bela Bach (30) will ein Vorbild für Frauen sein, die Erfahrungen mit sexueller Belästigung machen mussten. „Wenn mir so etwas widerfährt, wird darüber berichtet. Wenn eine Kellnerin belästigt wird, berichtet keiner darüber“, sagte sie der Deutschen Presse-Agentur in München.

Ich möchte allen Frauen Mut machen, die Opfer sexueller Belästigung werden. Das muss im 21. Jahrhundert keine Frau hinnehmen.

Bela Bach

Bach hatte in einem Interview der „Bunten“ und zuvor auch schon bei „Zeit Campus“ von Belästigung im Bundestag berichtet.

„Einmal brauchte ich Unterstützung für ein Projekt. Ich schrieb einem Abgeordneten aus meiner Fraktion. Seine Antwort: Er würde mich unterstützen - wenn ich mich dafür privat mit ihm treffe. Ich habe ihm geschrieben, wie irritierend ich sein Verhalten finde, und abgesagt. Auch andere Kolleginnen haben so was erlebt“, sagte sie „Zeit Campus“ im Juli.

In der „Bunten“ berichtete sie nun außerdem: „Im Plenum hat ein anderer Kollege, der mir gegenüber mehrfach mit sexistischen Sprüchen aufgefallen ist, sich so über den Sitz gebeugt, dass er mir über das Gesäß streifen konnte. Das sind Momente, da kann man nicht glauben, dass das passiert.“

Der dpa sagte sie: „Es kann nicht sein, dass unsere Demokratie von älteren Männern bestimmt wird und Frauen, die sich engagieren, derartiges ertragen müssen. Da läuft gewaltig etwas falsch.“

Es gehe ihr nicht um ihren individuellen Fall, „sondern darum, auf ein System aufmerksam zu machen, in dem Macht missbraucht wird“.

Sexuelle Belästigung im Bundestag? SPD-Abgeordnete Bela Bach prangert Machtmissbrauch an

Der Deutsche Bundestag hatte am Mittwoch auf Anfrage eine Antwort zu den Vorwürfen angekündigt, die zunächst aber noch nicht eingegangen war.

Die in Magdeburg geborene Wahl-Münchnerin Bach war 2020 als Nachrückerin in den Bundestag eingezogen, kandidiert allerdings nicht mehr für die neue Legislaturperiode.

„Ich möchte als jüngste Frau der 19. Wahlperiode anderen jungen Frauen, die nachkommen, ein Parlament hinterlassen, in dem sie solche Erfahrungen hoffentlich nicht mehr machen müssen“, sagte sie der dpa.

Bach ist nicht die erste Bundestagsabgeordnete, die über Sexismus im Parlament klagt

Die Grünen-Abgeordnete Luise Amtsberg sagte im vergangenen Jahr dem Nachrichtenportal „t-online“: „Meine älteren Kollegen haben es noch nicht so ganz verstanden, dass es kein Kompliment ist, wenn man sich rein aufs Äußere bezieht und sagt „Das ist hier die hübsche Kollegin aus Schleswig-Holstein“. Das will ich nicht hören.“

Die FDP-Abgeordnete Marie-Agnes Strack-Zimmermann sagte 2020 der Deutschen Presse-Agentur: „Insbesondere seit dem Einzug der AfD ist Sexismus im Bundestag, aber auch außerhalb des Parlaments, gegenüber Politikerinnen eher Alltag als Randnotiz.“ Sie selbst sei von einem AfD-Politiker belästigt worden, als sie eine Lederjacke getragen habe.

Von konkreten Übergriffen wie nun Bach berichteten Amtsberg und Strack-Zimmermann allerdings nicht.

dpa/jh

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