Bevölkerung wächst rasant, Straßen und Bahnen schon jetzt voll

Wird Lochhausen bald von Blechlawinen überrollt?

Bernd Petry glaubt, dass Neubauten wie an der Henschelstraße zum Verkehrskollaps führen.
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Bernd Petry glaubt, dass Neubauten wie an der Henschelstraße zum Verkehrskollaps führen.

Teilnehmer kritisiert bei Bürgerversammlung Aubing-Lochhausen-Langwied die großen Neubauvorhaben und befürchtet den Verkehrskollaps. Was er fordert, hat er „Hallo München“ verraten

Lochhausen - Lochhausen wird bald von „Blechlawinen erdrückt“ – das befürchtet Bernd Petry. Bei der jüngsten Bürgerversammlung für Aubing-Lochhausen-Langwied wollte er daher wissen, welche Pläne die Stadt für den Verkehr in dem Stadtteil hat.

Zusätzlicher Verkehr aus Neubaugebieten in Lochhausen als Problem

Derzeit entstehen an der Henschel- und der Osterangerstraße zwei große Neubaugebiete für 2000 Menschen. Zudem würden zahlreiche kleine Einfamilienhäuser durch große Bauten für bis zu 20 Parteien ersetzt. „Die vielen neuen Bewohner müssen zur Schule, Kindertagesstätte oder ins Büro kommen. Aber die Straßen sind jetzt schon voll und können nicht erweitert werden. Zu Spitzenzeiten geht auf der Lochhausener Straße aktuell gar nichts voran“, so Petry. Darüber hinaus komme bald auch noch der Verkehr aus Freiham in Richtung Norden dazu. „Bald kommt niemand mehr mit dem Auto weiter.“

Die S-Bahn sei keine Alternative. „Die Züge sind zu den Spitzenzeiten voll. Wir haben aber schon einen Zehn-Minuten-Takt. Mehr geht nicht, weil die Stammstrecke nicht so viele Züge aufnehmen kann.“ Der Bus stehe auch im Stau. Auch ein anderer Lochhausener hatte dies vor einigen Jahren bemängelt und forderte unter anderem eine Alternative für die Gröbenzeller.

Kritik an Baugenehmigungen in Lochhausen

Petry dagegen will woanders ansetzen und kritisiert scharf, dass die Stadt so große Bauvorhaben genehmigt. „Man muss sich doch anschauen, ob die Umgebung dafür geeignet ist. Außerdem muss ich mir vorher überlegen, was ich mit dem Verkehr mache, wenn ich so etwas Großes dorthin baue.“

Das sei bei den beiden neuen Quartieren an Henschel- und Osterangerstraße durchaus geschehen, teilt die Sprecherin des Mobilitätsreferats, Christina Warta, mit: „Zwei Gutachten, von externen Gutachtern erstellt, sind zu dem Ergebnis gekommen, dass der Verkehr noch verträglich abgewickelt werden kann.“ Zudem habe die Stadt ein Verkehrskonzept für den Stadtbezirk Aubing-Lochhausen-Langfwied in Auftrag gegeben mit dem Ziel, „die Nahmobilität zu fördern, die Infrastruktur für alle Verkehrsteilnehmer zu durchleuchten und im Idealfall für einige zu verbessern“. Ein erster Zwischenstand sei dem Bezirksausschuss bereits vorgestellt worden.

Kritik an Verkehrskonzept auf Aubing-Lochhausen-Langwied

Den hatten die Viertelpolitiker in einer Stellungnahme allerdings scharf kritisiert: Es fehlten unter anderem Ideen, um den überörtlichen Verkehr zu reduzieren sowie das Radfahren und den öffentlichen Nahverkehr attraktiver zu machen. Andere Vorschläge, wie die Lochhausener Straße an die A8 anzubinden, halten die Viertelpolitiker für nicht oder schwer realisierbar. Zudem zweifelten sie an den Verkehrszahlen im Gutachten. So soll beispielsweise der Verkehr am Knotenpunkt Alto-/Limesstraße von 17 000 Fahrzeugen 2019 bis 2035 auf 12 500 sinken – trotz eines Bevölkerungszuwachses im Stadtbezirk von rund 90 Prozent.

Petry versteht nicht, was ein Verkehrskonzept bewirken soll. Er fordert, das Baurecht anzupassen. Der Lochhausener überlegt, ob er eine Bürger­initiative gründen soll, um mehr Druck aufzubauen.

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