Sozialpolitikerin fordert einen stationären Mädchentreff in Pasing-Obermenzing

Geschützter Raum für Mädchen und junge Frauen im Viertel

Graciela de Cammerer kann sich einen Mädchentreff im Neubaugebiet an der Paul-Gerhardt-Allee vorstellen.
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Graciela de Cammerer kann sich einen Mädchentreff im Neubaugebiet an der Paul-Gerhardt-Allee vorstellen.

Ein offener Treffpunkt für Mädchen und junge Frauen in Pasing-Obermenzing: das ist das Ziel von Graciela de Cammerer, Sozialausschuss-Vorsitzende im örtlichen BA.

  • Große Zweifel an mobilem Mädchentreff, wie von der Stadt geplant
  • Günstige Zeit: Möglicher Standort im Neubaugebiet an der Paul-Gerhardt-Allee?
  • Viele Mädchen meiden normale Jugendzentren: Geschützte Räume als Alternative anbieten

Pasing-Obermenzing - Einen Mädchentreff in Pasing-Obermenzing wünscht sich Gaciela de Cammerer (SPD), Vorsitzende des Unterausschusses Soziales im Bezirksausschuss Pasing-Obermenzing. „Junge Mädchen müssen die Gelegenheit haben, auch mal unter sich zu sein, um sich entfalten zu können.“

Die Stadt München hat zwar beschlossen, heuer ein mobiles Angebot für Mädchen und junge Frauen zu schaffen und damit über einen Zeitraum von fünf Jahren Erfahrungen zu sammeln. 2026 soll dem Stadtrat dann „eine Einschätzung zum grundsätzlichen Bedarf weiterer stationärer Mädchentreffs und möglicher geeigneter Standorte in München gegeben werden“, so Sozialreferentin Dorothee Schiwy.

De Cammerer: Standort im Neubaugebiet an der Paul-Gerhardt-Allee wäre jetzt noch möglich

De Cammerer ist damit aber nicht zufrieden: „Wir haben schon jetzt Bedarf und ein mobiler Bus bringt nicht viel. Es dauert doch eine Ewigkeit, bis er mal nach Pasing-Obermenzing kommt. Ich möchte jeden Tag ein Angebot für Mädchen.“ Jetzt sei eine gute Gelegenheit, im derzeit im Bau befindlichen Neubaugebiet an der Paul-Gerhardt-Allee eine solche Einrichtung zu schaffen.

Ängste der Mädchen und Verbote seitens der Eltern

Bisher gibt es in München nur zwei feste Mädchentreffs. Einer davon befindet sich seit Anfang 2020 in der Blumenau. Es sei wichtig, öffentliche Räume für Mädels zu schaffen, sagt die Mitarbeiterin Lisa Neugebauer. „In ein Jugendzentrum können zwar alle kommen, aber in der Besucherstruktur sieht man, dass das Angebot von Mädchen nicht so gut angenommen wird.“ Einerseits erlaubten viele Eltern ihnen nicht, in eine Einrichtung zu gehen, in der auch Jungs sind.

Andererseits trauten sich auch die Mädchen selbst häufig nicht hinein. Außerdem würden sie dort nicht über sensible Themen wie ihre Periode, Sexualität oder Beziehungen sprechen, wenn Jungs dabei seien. Im Mädchentreff seien sie dagegen unter sich. „Es ist ein ganz niederschwelliges Angebot. Man muss sich nicht anmelden oder seinen Namen nennen“, sagt Neugebauer.

Forderung nach eigenem Mädchentreff im Stadtbezirk auch in Neuhausen-Nymphenburg

Einen eigenen Mädchentreff für den Stadtbezirk fordert übrigens nicht nur die Obermenzinger Sozialpolitikerin. Auch der BA Neuhausen-Nymphenburg hält ein mobiles Angebot nicht für ausreichend und will auch nicht noch Jahre warten, bis über einen stationären Treff entschieden werden soll. Der BA 9 hat deshalb schon wiederholt ein solches Angebot für Mädchen und junge Frauen beantragt.

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