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Reaktion auf Skandal-Videos von Sylt: Münchens Wiesn-Chef kündigt Maßnahmen für Oktoberfest an

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Das Oktoberfest in München
Das Oktoberfest in München soll dieses Jahr keinen Platz für Nazi-Parolen bieten. Wiesn-Chef Clemens Baumgärtner hat nach den Skandal-Videos aus einem Sylter Nobelclub hat dafür bereits erste Maßnahmen angekündigt. (Symbolfoto) © Peter Kneffel/dpa

Nach den Skandal-Videos von Sylt reagiert Münchens Oktoberfest-Chef Clemens Baumgärtner und kündigt zwei Maßnahmen für die diesjährige Wiesn an.

München / Sylt – Junge Menschen, die beim Feiern bestgelaunt „Deutschland den Deutschen, Ausländer raus“ zur Melodie des Songs „L‘ amour toujours“ von Gigi D‘Agostino grölen. Ein junger Mann zeigt offenbar den Hitlergruß. Die Skandal-Videos aus einem Nobelclub auf der Nordsee-Insel Sylt haben in den letzten Tagen für einen gigantischen Aufschrei in Deutschland gesorgt. Auch in München hat der Vorfall eine Reaktion ausgelöst: Wiesn-Chef Clemens Baumgärtner möchte nämlich für das diesjährige Oktoberfest Maßnahmen ergreifen, um solche Parolen auf dem weltgrößten Volksfest zu verhindern.

Maßnahmen für Münchens Oktoberfest nach Skandal-Videos auf Sylt angekündigt: Welche Pläne Wiesn-Chef Baumgärtner hat

Wie die Portale Merkur.de und tz.de zuerst gemeldet hatten, hat der städtische Wirtschaftsreferent bereits konkrete Pläne dafür: Er will D‘Agostinos Lied gar nicht erst spielen lassen. „Wir werden das Lied verbieten“, kündigte Baumgärtner demnach an. „Auf der Wiesn hat so etwas natürlich überhaupt nichts zu suchen.“ Gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa) wurde er noch deutlicher: „Auf der Wiesn ist für den ganzen rechten Scheißdreck kein Platz.“

Der Wiesn-Chef soll laut dem Bericht von merkur.de und tz.de sogar noch weiter gehen und die Betriebsvorschriften anpassen wollen. Alles, was gewaltverherrlichend, sexistisch oder rassistisch sei, könne man demnach verbieten. Sollten Nazi-Parolen oder ähnliches Gegröle dennoch angestimmt werden, fordert Baumgärtner, sofort darüber informiert zu werden. „Wir werden alles ausreizen, was möglich ist, damit so etwas auf der Wiesn keine Bühne bekommt. Wer dagegen verstößt, wird mit einem Platzverweis und Hausverbot belegt“, sagte er tz.de und merkur.de.

Skandal-Videos auf Sylt: Konsequenzen für Mitarbeiter – Und Maßnahmen auch in anderen Städten neben München

Die Videos aus dem Sylter Nobelclub blieben für die Beteiligten bisher nicht ohne Folgen. Zwei der zu sehenden Menschen haben laut dpa bereits ihren Job verloren. Einer davon sei nach tz.de und Merkur.de auch von einem Münchner Unternehmen entlassen worden.

Es ist jedoch nicht der einzige Vorfall in der jüngeren Vergangenheit, bei dem Menschen durch ausländerfeindliche Parolen negativ aufgefallen sind. Laut dpa soll es auch auf Schützenfesten in Niedersachsen, auf dem Schlagermove in Hamburg, beim traditionellen Fest Leißlinger Eierbetteln in Sachsen-Anhalt und auf einem Spitzeninternat in Schleswig-Holstein rassistische Gesänge gegeben haben. Auch auf der Erlanger Bergkirchweih, dem dortigen Volksfest, äußerten zwei Männer lautstark ausländerfeindliche Rufe. Auf dem diesjährigen Gaudiwurm, dem Faschingsumzug in Landsberg, skandierte die Landjugend „Ausländer raus“.

Münchens Oktoberfest-Chef ist mit dem Verbot von D‘Agostinos Song nicht allein. Laut dpa werde es auch in der Stuttgarter Fanzone zur Fußball-Europameisterschaft und auf dem Cannstatter Volksfest im Herbst verboten. Die Veranstalter der Kieler Woche (22. bis 30. Juni) sähen hingegen keine rechtliche Grundlage für ein Verbot, sagte der Leiter Philipp Dornberger der dpa. Die Betreiber von Party- und Musikbühnen sollten aber sensibilisiert werden.

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