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Betrug am Telefon: Fake-Chef ergaunert in München mehrere Hunderttausend Euro

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Von: Kristina Beck

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Mann telefoniert.
Mithilfe von Interpol gelingt es der Polizei München, eine Fake-Überweisung im sechsstelligen Bereich aufzuhalten. © Sebastian Gollnow/dpa

Ein Anrufer gibt sich als Geschäftsführer aus und bringt einen Mitarbeiter dazu, Hundertausende Euro zu transferieren. Die Polizei München kann die Überweisung stoppen.

Der Kreis Betrugsanrufe weitet sich nun auf offizielle Kreise aus. So geschehen am vergangenen Donnerstag, als ein Mitarbeiter einer Elektronikfirma im Landkreis München von einem unbekannten Mann angerufen wurde. Er gab sich als Geschäftsführer der Muttergesellschaft ebendieser Firma mit Sitz in Japan aus, berichtet die Polizei.

Da der Anrufer dabei die tatsächliche Rufnummer der Muttergesellschaft nutzte, ging der Mitarbeiter davon aus, dass es sich um den tatsächlichen Geschäftsführer handelt.

Betrug aufgeflogen: Polizei München stoppt Überweisung auf Fake-Konto

Der Täter erzählte eine für den Mitarbeiter nachvollziehbare Geschichte, wonach er finanzielle Unterstützung der Firma im Landkreis München benötigt. Dem Mitarbeiter wurden während des Telefonats eine Konto-Adresse genannt, an die Gelder im Wert von mehreren Hunderttausend Euro überwiesen werden sollten. Dies veranlasste der Mitarbeiter ungleich über die Buchhaltung der Firma.

+++ Der Polizei München gelingt ein Schlag gegen den organisierten Callcenter-Betrug. Eine Betroffene hilft den Beamten bei der Aufklärung +++

Erst im Nachhinein kamen dem Mitarbeiter Zweifel und er erstattete Anzeige. Die Beamten informierten umgehend das Wirtschaftskriminalität, das „über Interpol (Financial Crime Unit) eine Sicherstellung der Vermögenswerte im Empfängerland veranlasste“, heißt es im Polizeibericht vom Dienstag.

Durch das schnelle Handeln konnte die Überweisung noch vor Gutschrift auf dem Empfängerkonto angehalten werden.

„Chef-Betrug“: Warnhinweis der Münchner Polizei

Die Polizei München warnt vor der Betrugsmasche des sogenannten „CEO Fraud“. Unbekannte Täter geben sich, nach Sammlung jeglicher Art von Information über das anzugreifende Unternehmen, als Geschäftsführer (CEO) des Unternehmens aus und veranlassen eine Mitarbeiterin/einen Mitarbeiter zum Transfer eines größeren Geldbetrages auf in- oder ausländische Konten.

Die Kontaktaufnahme erfolgt in der Regel über E-Mail. Diese wird durch den Täter verfälscht, sodass sie beim Mitarbeiter des Unternehmens den Eindruck erweckt, als würde es sich um den CEO des Unternehmens handeln. Durch teils geschickten Einsatz der folgenden Faktoren gelangen die Täter so immer noch an teils erhebliche Geldbeträge:

Polizei gibt wichtige Tipps gegen den „CEO-Fraud“

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