Peter Harnisch fährt mit dem Rad an die Ränder der Welt

Von Bogenhausen nach Baku: Münchner radelt trotz Pandemie ans Kaspische Meer

Peter Harnisch vor dem Azadi-Turm in Teheran, wo ihn 2019 seine letzte große Tour hinführte.
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Peter Harnisch vor dem Azadi-Turm in Teheran, wo ihn 2019 seine letzte große Tour hinführte. Jetzt will er mit dem Rad nach Baku.

Mit dem Fahrrad zieht es Peter Harnisch an „Ränder“ der Welt. Jetzt ist der Bogenhauser nach Aserbaidschan aufgebrochen - trotz harter Bedingungen wegen Corona.

München - Weit über 11 000 Kilometer hat Peter Harnisch bereits auf seinem Fahrrad zurückgelegt. Seit 2013 steigt der Bogenhauser alle zwei Jahre in den Sattel – bis in die Ukraine, nach Armenien und zuletzt in den Iran ist er gekommen. Weder platte Reifen noch ein Raubüberfall haben ihn bisher aufhalten können.

Fünfte Reise mit dem Fahrrad führt Münchner nach Aserbaidschan

Gleiches soll für die Corona-Pandemie gelten: Seit gut zwei Wochen ist der 62-Jährige wieder auf Tour, hat gerade die Grenze zu Rumänien passiert. Sein Ziel: Bis Mitte Oktober die rund 4000 Kilometer entfernte Hauptstadt Aserbaidschans erreichen.

Baku ist eine faszinierende Metropole. Sie hat eine orientalische Altstadt, aber auch modernste Architektur und europäisch wirkende Viertel. Es ist die südöstlichste, europäisch angehauchte Stadt der Welt“, erklärt Harnisch. „Ränder“ nennt der Münchner das, wonach er bei seinen Reisen strebt.

Mit 20 Kilogramm Gepäck auf dem Rad in sieben Wochen nach Baku

Dafür nimmt er Belastungen in Kauf. Zwei Jahre sammelt der Bogenhauser Urlaubstage für seine Touren. Auf seinem Trekkingrad schleppt er 20 Kilo Gepäck.

Was er bisher gelernt hat: „Für solche Reisen braucht man eine stabile Gesundheit, einen robusten Magen und die Fähigkeit, 50 Nächte nacheinander in einem anderen Bett so gut zu schlafen, dass man am nächsten Tag erholt ist.“

Corona-Pandemie erschwert die Einreise außerhalb der EU

Auf seiner aktuellen Reise warten noch ein paar mehr Herausforderungen. „Innerhalb der EU reicht es, dass ich doppelt gegen Corona geimpft bin, aber in allen anderen Ländern brauche ich zur Einreise einen Test“, so Harnisch, der sich erst vor Ort nach Teststationen erkundigen will.

Noch schwieriger könnte es mit seinem Reiseziel werden: Bisher sind die Landesgrenzen in Aserbaidschan noch geschlossen, eine Einreise ist nur per Flug nach Baku möglich. „Ich hoffe, dass sich das bis Oktober noch ändert. Sonst muss ich von der georgischen Hauptstadt Tiflis nach Baku fliegen.“

Welche Unwägbarkeiten auf den Bogenhauser auch warten sollten – er versucht, das Gute zu sehen. Wie nach dem Überfall bei Teheran, als ihm Geldbeutel und Kamera entwendet wurden.

„Ich habe wahnsinnig hilfsbereite, freundliche Menschen getroffen“, erzählt Harnisch. Einige Iraner halfen ihm nicht nur finanziell aus der Patsche, sondern auch mit Lebensmitteln. „Einmal ist mir ein ganzes Mittagessen aus einem Auto gereicht worden.

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