1. tz
  2. München
  3. Stadt
  4. Hallo München

Geisterspiel und Geldstrafen ‒ Urteil nach Polizei-Einsatz bei Türkgücü München gegen FC Bayern München II

Erstellt:

Von: Kristina Beck

Kommentare

Fünfhundert Euro Scheine liegen auf einem Fussball-Rasen.
Fünfhundert Euro Scheine liegen auf einem Fussball-Rasen. © Marius Becker/dpa

Urteil nach Spielabbruch in der bayerischen Regionalliga: Die Partie zwischen Türkgücü München und FC Bayern München II wird wiederholt ‒ ohne Zuschauer.

Das Regionalliga-Spiel zwischen Türkgücü München gegen FC Bayern München II muss wiederholt werden ‒ und das unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Dieses Urteil hat das Sportgericht des Bayerischen Fußball-Verbandes (BFV) am vergangenen Freitag nach der mündlichen Verhandlung gesprochen, das verbandsgerichtlich rechtskräftig ist.

Abgebrochenes Regionalliaga-Spiel zwischen Türkgücü München gegen FC Bayern München II: Vereine müssen Geldstrafen zahlen

Wie der Bayerische Fußball-Verband mitteilt, habe Türkgücü eine Geldstrafe in Höhe von 1500 Euro zu entrichten. Der FC Bayern wurde – aufgrund anderer Vergehen seiner Zuschauer in dieser Saison – mit einer Geldstrafe in Höhe von 3000 Euro belegt. Beiden Klubs wurde der Verstoß gegen die Platzdisziplin nachgewiesen.

Die Kosten des neu anzusetzenden Spiels haben beide Vereine ebenso je zur Hälfte zu tragen wie die Kosten des Verfahrens.

Die Höhe des Geldstrafen liegt dabei unter den von Verbandsanwalt geforderten Summe. Dieser plädierte für 2.200 Euro für Türkgücü sowie 7000 Euro für den FC Bayern, „der in dieser Spielzeit bereits wiederholt für das Fehlverhalten seiner Zuschauer sportgerichtlich verurteilt worden ist“, wie es in der Mitteilung des BVF heißt.

Urteil nach Spielabbruch: Gericht sieht keine Schuld bei den Vereinen

Auf Antrag des Verbandsanwaltes und mit Zustimmung beider beteiligter Klubs hatte das Verbandssportgericht das Verfahren aufgrund der Eilbedürftigkeit und der Bedeutung der Angelegenheit an sich gezogen.

Bei der rund vierstündigen mündlichen Verhandlung in der Sportschule Oberhaching wurden neben den Vertretern der beiden Klubs sowie dem Verbandsanwalt zunächst Zeugen gehört, ehe sich die Verfahrensbeteiligten zu einem Rechtsgespräch zurückzogen – und das Gericht schließlich nach Beendigung der Beweisaufnahme das Urteil verkündete.

Das Sportgerichtet verzichtete darauf, die Partie für eine der beiden Mannschaften zu werten: „Aufgrund der Ermittlungen und Zeugenaussagen sah das Gericht das Verschulden des Abbruchs den Vereinen nicht eindeutig anlastbar.“

Hintergrund des Urteils: Umstrittenes Banner sorgt für Spielabbruch

Am 19. November musste die Partie nach Aussage des BFV abgebrochen werden, weil „eine ordnungsgemäße Fortsetzung der Partie nicht mehr zu gewährleisten war“.

Das Spiel war zunächst nach zwei Minuten beim Stand von 0:0 unterbrochen worden: Beide Teams verließen den Platz, weil im Block der Gästefans ein umstrittenes Banner befestigt und auch nach mehrfacher Aufforderung durch den Stadionsprecher zunächst nicht entfernt worden war.

Zwar kehrten die Mannschaften nochmals auf das Feld zurück, doch auch das war nur von kurzer Dauer. Die von Anbeginn präsenten Kräfte der Polizei entschlossen sich, das Banner zu entfernen, woraufhin es zu körperlichen Auseinandersetzungen sowie Sachbeschädigungen gekommen war. Auch Pfefferspray kam zum Einsatz.

Sowohl beim Bayerische Fußball-Verband als auch im Netz wurde das Vorgehen stark kritisiert. Die Polizei verteidigt indes den Einsatz: „Als die Beamten das Banner an sich bringen wollten, hätten die Fans sofort Widerstand geleistet und seien die Beamten körperlich angegangen“, sagte ein Polizeisprecher. Der Einsatz von Pfefferspray und Schlagstöcken sei deshalb notwendig gewesen.

Aktuell ermittelt die Kriminalpolizei weiterhin wegen Körperverletzung, Landfriedensbruch und Sachbeschädigung.

Mit dem Hallo München-Newsletter täglich zum Feierabend über die wichtigsten Geschichten aus der Isar-Metropole informiert.

Auch interessant

Kommentare