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Nach Einwohnerversammlung: Untergiesinger lehnen geplantes Candid-Tor ab

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Von: Katrin Hildebrand

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Aus dem bisher unauffälligen Ärztehaus soll ein über 60 Meter Turmbau werden.
Aus dem bisher unauffälligen Ärztehaus soll ein über 60 Meter Turmbau werden. © Ehret + Klein

Einwohnerversammlung zum Turmbau am Candidplatz: Untergiesinger haben Angst vor Lärm, Verkehr, Schatten, Smog und Mietexplosion. Stimmen und Anträge..

Untergiesing - Über 30 Anträge und Anfragen. Darunter kein Beitrag, der den Investorenplan für das Candid-Tor eindeutig begrüßte. Bei der Einwohnerversammlung zum angedachten, über 60 Meter hohen Turmbau auf der Verkehrsinsel zwischen Mittlerem Ring und Candidstraße machten sich vor allem Skepsis und Ablehnung breit.

„Es geht um ein kommerzielles Interesse“, sagte die Harlachinger Lokalpolitikerin Renate Cullmann (Linke). „Die Investoren „Ehret + Klein“ sowie „Values Real Estate“ wollen Profite in München machen, ihre Firma „Candid GmbH“ sitzt aber im Steuerparadies Grünwald. Man muss sich überlegen, ob man bei so etwas mitspielen will.“

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Einwohnerversammlung zum geplanten Candid-Tor: Untergiesinger lehnen Neubau ab

Über 80 Menschen waren in die Turnhalle an der Säbener Straße gekommen. Der BA-Vorsitzende Sebastian Weisenburger (Grüne) erklärte die Position des Viertelgremiums: „Wir lehnen das Vorhaben in geplanter Form ab. Der Baukörper ist zu massiv.“ Unter den Teilnehmern befanden sich viele Aktive der Initiative „Candidplatz für alle“, die gegen den massiven Umbau des bisher unauffälligen Ärztehauses kämpft.

Mitstreiter Wolfgang Bögel sagte gegenüber Hallo: „Wir finden es unsinnig, ein Gebäude aus den Achtzigern des Geldes wegen teilweise abzureißen. Als Betontechnologe finde ich das aus Nachhaltigkeitsgründen unverantwortlich.“ Zudem seien für den Neubauteil des Candid-Tors nur Büros und Praxen geplant, kein Wohnraum. Damit kämen Arbeitsplätze hinzu. Das aber würde Wohnungsnot und -preise weiter hoch treiben.

Geplanter Turm-Neubau am Candidplatz: Bürger haben Angst vor den Auswirkungen

Einzelne Anträge lehnten das Bauvorhaben komplett ab. Sie wurden vom Plenum ebenso angenommen wie Forderungen nach kritischen Gutachten. Laut Einwohnern soll nun etwa untersucht werden, wie sich der geplante Neubau auf Verkehr, Lärm, Verschattung, Lichtemissionen, Luftqualität und Ökosysteme auswirke.

Zudem forderten sie Einblick in die Gewinnpläne der Investoren. Der Giesinger Georg Renoth, selbst ehemaliger Bauplaner, warf dem Planungsreferat, das ebenfalls anwesend war, Versäumnisse vor: „Heute erarbeitet die Stadt die Grundlagen nicht mehr selbst, sondern der Investor. Der stellt die Verwaltung dann vor vollendete Tatsachen. Mich überrascht das. Warum erarbeitet die Stadt nicht eigene Vorgaben?“

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