Schulplanung im Westen von München

Untermenzing: Erdbeerwiese statt Verlegung des Louise-Schroeder-Gymnasiums

Der Kampf um die sogenannte Erdbeerwiese ist noch nicht entschieden.
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Weil sie keine Verlegung der Louise-Schroeder-Gymnasiums wollen, bringen manche wieder die Erdbeerwiese in Obermenzing ins Spiel.

Das Louise-Schroeder-Gymnasium soll nicht aus Untermenzing weg verlegt werden. Deshalb bringen Teilnehmer eine digitalen Info-Veranstaltung die Erdbeerwiese wieder ins Spiel

Untermenzing/Obermenzing - Zahlreiche kritische Fragen musste sich die Stadtverwaltung bei einer digitalen Informationsveranstaltung zur Schulplanung im Münchner Westen gefallen lassen.

Untermenzing: Louise-Schroeder-Gymnasium soll umziehen, Erdbeerwiese soll frei bleiben

Die Pläne: Die Stadt will am Dreilingsweg beim S-Bahnhof Langwied ein neues Gymnasium bauen, dann das Louise-Schroeder-Gymnasium (LSG) vom Schulzentrum an der Pfarrer-Grimm-Straße dorthin verlagern und das Schulzentrum ausbauen. Schließlich soll das LSG an seinen alten Standort in Untermenzing zurückkehren. Das neue Gymnasium in Obermenzing soll bestehen bleiben, um den Bedarf des geplanten Neubaugebiets am Dreilingsweg abzudecken. Diese Lösung hatte die Stad erarbeitet, um nach Protesten die Erdbeerwiese an der Weinschenkstraße freizuhalten. Dagegen gibt es Widerstand.

Untermenzing: Stadt hält Schulweg zum neuen Standort des Louise-Schroeder-Gymnasiums für zumutbar

Schulweg: Zahlreiche Eltern kritisieren, dass für Kinder aus Allach und Untermenzing der Schulweg zum Dreilingsweg zu weit sei. Sogar eine Bürgerinitiative hat sich gegründet. Matthias Beck vom Planungsreferat erklärte, dass die Stadt untersucht habe, wie lange man vom jetzigen Schulzentrum zum neuen Standort des Louise-Schroeder-Gymnasiums benötige. „Natürlich ist ein Grundproblem, dass der Startpunkt der einzelnen Schüler nicht die Pfarrer-Grimm-Straße ist. Aber wir wollten einfach den Vergleich ziehen.“

Mit dem Fahrrad seien es entweder auf dem beidseitigen Radweg an der Mühlangerstraße oder entlang der Würm und dann über den Feldweg nördlich des Friedhofs 2,5 Kilometer. Mit Bus und S-Bahn seien die Kinder rund 30 Minuten unterwegs. „Das sind Entfernungen, die wir an anderer Stelle auch haben, um weiterführende Schulen zu erreichen.“

Um zum neuen Standort in Obermenzing zu kommen, können die Schüler des Louise-Schroeder-Gymnasiums die Radwege an der Mühlangerstraße nutzen.

Die Eltern waren anderer Meinung. Sie monierten, dass die Radwege im Winter nicht geräumt würden. Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln müssten die Schüler wiederum umsteigen. Beck verwies darauf, dass man erst am Anfang der Überlegungen stehe. Es könne durchaus ein Schülerbus kommen.

Obermenzing: Eltern des Louise-Schroeder-Gymnasiums bringen Erdbeerwiese wieder ins Spiel

• Variante Erdbeerwiese: Viele Teilnehmer fragten im Chat, warum die „Variante 1 light“ vom Tisch sei. Sie sah eine Feuerwache sowie eine Schule mit Sporthalle und Mensa auf dem Gelände des SV Untermenzing an der Von-Kahr-Straße vor. Die Sportanlage sollte auf die Erdbeerwiese an der Weinschenkstraße verlegt werden. Diese Option sei auf Widerstand der beiden Bezirks­ausschüsse gestoßen, so Beck. Zudem verfüge die Stadt nicht über alle Grundstücke.

Das konnten viele nicht nachvollziehen. Der BA Allach-Untermenzing hat sich jüngst für diese Lösung ausgesprochen. Die Gegner seien zudem eine Minderheit, die „Partikular­interessen“ vertrete und „das Thema Umweltschutz nur vorschiebe“. Die Frischluftschneise auf der Erdbeerwiese sei mit Sportplätzen doch weiterhin gegeben. Auch der Bezirksausschuss Pasing-Obermenzing ist mit den Plänen nicht ganz zufrieden und hatte zuletzt einen ganz anderen Schulstandort vorgeschlagen.

Obermenzing: Argumente gegen eine Feuerwache am Pasinger Heuweg

Um die Erdbeerwiese an der Weinschenkstraße komplett frei zu halten, fordern viele Obermenzinger die Feuerwache am Pasinger Heuweg zu bauen.

Feuerwache: Nach den derzeitigen Plänen wird nur ein Sportplatz auf die Erdbeerwiese verlagert, denn an der Von-Kahr-Straße soll eine neue Feuerwache entstehen. Auf das Stadtklima habe das keine erheblichen Auswirkungen, so Bernd Bayer vom Baureferat. Der Pasinger Heuweg, den viele als Alternativstandort fordern, sei zwar aus einsatztaktischer Sicht ebenfalls möglich, wie Sebastian Loher von der Branddirektion mitteilte. Allerdings liege er näher an der geplanten Wache in Aubing. Dadurch würden mehr Gebiete von beiden Wachen parallel abgedeckt. Gegen den Standort spräche auch, dass nicht alle Grundstücke der Stadt ge­hörten und es eine Erweiterungsfläche für den Friedhof sei.

Der Stadtrat soll als Nächstes einen Grundsatzbeschluss über die Pläne fassen. Anschließend sollen die Bebauungspläne für die Feuerwehr und das Gymnasium aufgestellt werden. Im Herbst werden zudem die Ergebnisse einer Machbarkeitsstudie über die Sanierung des Schulzentrum an der Pfarrer-Grimm-Straße inklusive Louise-Schroeder-Gymnasium erwartet. Die Bezirksausschüsse und die Öffentlichkeit sollen jeweils beteiligt werden.

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