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Verbot der Stadt München: Pausenverkauf an Neuaubinger Mittelschule seit über einem Jahr zu

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Von: Andreas Schwarzbauer

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Seit mehr als einem Jahr ist der Pausenverkauf an der Mittelschule Wiesentfelser Straße geschlossen. Brigitta Bacak (links) und Rektorin Elsbeth Zeitler hoffen, dass er bald wieder öffnet.
Seit mehr als einem Jahr ist der Pausenverkauf an der Mittelschule Wiesentfelser Straße geschlossen. Brigitta Bacak (links) und Rektorin Elsbeth Zeitler hoffen, dass er bald wieder öffnet. © Andreas Schwarzbauer

Weil die Stadt München Vollzeit-Hausmeistern keinen Pausenverkauf mehr erlaubt, sitzen an der Mittelschule in Neuaubing viele Schüler hungrig im Unterricht

München - Derzeit sitzen viele Schüler der Mittelschule an der Wiesentfelser Straße in Neuaubing hungrig im Unterricht. Der Grund: Es gibt dort keinen Pausenverkauf mehr. Im Schuljahr 2019/20 war der Hausmeister, der ihn bisher nebenbei betrieben hatte, in Rente gegangen. Seine beiden Nachfolger, die sich den Verkauf ebenfalls vorstellen konnten, hatte die Stadt abgelehnt. Weitere Bewerber gab es nicht.

Pausenverkauf für Vollzeit-Hausmeister nicht mehr möglich

Für viele Kinder ist das ein Problem: „Unsere Schüler kommen meist ohne Frühstück zur Schule und sind bis mindestens 13 Uhr im Haus“, sagt Rektorin Elsbeth Zeitler. Sie versteht daher nicht, dass das neue Hausmeisterpaar für die Stadt München nicht infrage kommt.

Das zuständige Referat für Bildung und Sport (RBS) teilte auf Hallo-Anfrage mit: „Der Pausenverkauf ist eine Nebenbeschäftigung, die vom zeitlichen Umfang die Hauptbeschäftigung nicht beeinträchtigen darf. Deshalb gilt die Regel, dass vollzeitbeschäftigte technische Hausverwalter keinen Pausenverkauf betreiben“, so Sprecherin Julia Mayer. In wie vielen Münchner Schulen der Pausenverkauf derzeit ruht, hat das RBS nicht beantwortet. Fest steht wohl nur, dass die Hausmeister-Thematik viele betreffen dürfte.

Neuaubing: Schule erarbeitete mit Hausmeister Konzept für gesundes Essen am Pausenverkauf

Zeitler sagt: „Mir kommt das recht eigenartig vor, dauert die Frühstückspause gerade mal zehn Minuten.“ Es komme auf die Zeiteinteilung an. Der alte Hausmeister habe keinesfalls seine Pflichten vernachlässigt.

Ein weiterer Pluspunkt für die neuen Hausmeister sei, dass sie gesundes Essen anbieten wollen. „Wir haben schon gemeinsam geplant und wollten nur Mineralwasser, Obst sowie Käse- und Wurstbrote verkaufen“, sagt Zeitler. Bei einem professionellen Caterer dagegen werde es wohl auch Schokoriegel, Limonade oder Cola am Pausenverkauf geben. „Er will etwas verdienen. Da kann ich nicht durchsetzen, dass er keinen Süßkram anbieten darf“, sagt Zeitler. Zumal der Pausenverkauf an der Neuaubinger Mittelschule sowieso nicht sehr attraktiv sei. Das hätten die fehlenden Bewerbungen bei der Ausschreibung gezeigt.

Neuaubing: Pausenverkauf wird in diesem Schuljahr dringender denn je benötigt

In diesem Schuljahr habe sich die Lage nochmal verschärft. Bisher hätten die Schüler zumindest im Ladenzentrum gegenüber einkaufen können. Doch das Gebäude wird abgerissen, die Einkaufsmöglichkeiten an der Wiesentfelser Straße haben bereits geschlossen.

Die Stadt habe Zeitler vorgeschlagen, dass sich doch eine Elterninitiative um den Pausenverkauf kümmern könnte. „Unsere Eltern arbeiten alle und haben oft sogar zwei Jobs.“ Zudem müsste sie einen Lehrer abstellen, der sie betreut. Das sei in Zeiten des Lehrermangels nicht möglich, so die Rektorin. Derzeit behelfe sich die Mittelschule an der Wiesentfelser Straße damit, dass einzelne Klassen gelegentlichen einen Pausenverkauf veranstalten. „Ich finde aber, Alltag kann es nicht sein“, so Zeitler.

Nicht nur der Pausenverkauf sorgt in für Ärger. Auch beim Pausenhof besteht in Neuaubing dringender Handlungsbedarf.

Neuaubing: Bezirksausschuss fordert Verpflegung durch Pausenverkauf sicherzustellen

Nun erhält sie Unterstützung vom örtlichen Bezirksausschuss. Das Gremium fordert, dass die Pausenverpflegung an der Mittelschule sichergestellt sein müsse. Initiatorin Brigitta Bacak (SPD) hofft, dass die Stadt München die Bewerbung des Hausmeisters nochmal prüft. „Es ist ganz wichtig und gehört dazu, dass die Kinder ein regelmäßiges Pausenessen bekommen.“ Das RBS sagt dazu, dass das Verfahren zur Vergabe des Pausenverkaufs noch nicht abgeschlossen sei. Dabei lege die Stadt neben rechtlichen, wirtschaftlichen und organisatorischen Anforderungen auch Wert auf eine gesunde Ernährung.

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