Bürgerversammlung nach eine Jahr Corona-Pause

Kritik an Verkehr und Planung für Freiham bei Bürgerversammlung Aubing

Mit Abstand und Masken verfolgten die Teilnehmer die Bürgerversammlung für Aubing-Lochhausen-Langwied in einer Laimer Turnhalle.
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Mit Abstand und Masken verfolgten die Teilnehmer die Bürgerversammlung für Aubing-Lochhausen-Langwied in einer Laimer Turnhalle.

Besucher der Bürgerversammlung Aubing-Lochhausen-Langwied sehen viel Verbesserungsbedarf beim Verkehr. Aber auch Barrierefreiheit und Ärztemangel sind Thema

Aubing/Laim – Nach einem Jahr Corona-Pause hat wieder eine Bürgerversammlung für Aubing-Lochhausen-Langwied stattgefunden – allerdings außerhalb des Stadtbezirks in einer Turnhalle an der Schrobenhausener Straße in Laim. Genau das bemängelte Herbert Flammensbeck vom VdK. Er forderte, dass die Bürgerversammlungen künftig wieder wohnortnah stattfinden sollten. Die großen Themen waren aber wie üblich der Verkehr und die Neubaugebiete. Die Teilnehmer beschlossen 18 der 19 gestellten Anträge mehrheitlich oder einstimmig.

Bahnhof Aubing als Dauerthema der Bürgerversammlungen im 22. Stadtbezirk

Ein Dauerbrenner auf den Bürgerversammlungen ist der Aubinger Bahnhof, der nicht barrierefrei ist. Auch heuer gab es dazu wieder zwei Anträge: Uta Wagner von der Bürgervereinigung Aubing-Neuaubing forderte eine provisorische Rampe auf der Nordseite, damit Radler und Eltern mit Kinderwagen zumindest von Aubing nach Neuaubing gelangten. „Der barrierefreie Ausbau wird noch Jahre in Anspruch nehmen. Eine Rampe ist kein großer Aufwand und nicht teuer“, sagt Wagner.

Auch die Behindertenbeauftragte des Stadtbezirks, Barbara Ney, hält die aktuelle Situation für nicht tragbar. Die Treppe auf der Nordseite müsse durch eine Schnecke ersetzt werden, die spiralförmig nach unten führt. Dafür hatte die Bürgervereinigung bereits vor zwei Jahren einen Entwurf erarbeiten lassen. „Die Bürger warten seit der Entstehung des Bahnhofs Aubing auf eine ordentliche Zuwegung“, so Ney.

Die Stadt München wies die Verantwortung für die Verzögerungen allerdings von sich: Eigentlich sei eine Rampe bereits beschlossen gewesen: „Der Freistaat wollte sie vorfinanzieren und sie sollte bis 2024 fertiggestellt sein“, sagte Robert Adam vom Mobilitätsreferat. Dann habe aber die Bevölkerung die Schnecke ins Spiel gebracht und einen städtebaulichen Wettbewerb gefordert. „Das ist weder kostenlos noch einfach. Eine barrierefreie Ortsverbindung wird deshalb so schnell nicht kommen“, so Adam bei der Bürgerversammlung.

Unmut über Verkehrsanbindung Freihams auf Bürgerversammlung

Ney forderte zudem von der Stadt, eine hauptamtliche Stelle zu schaffen, die überprüft, ob öffentliche Einrichtungen die Anforderungen an die Barrierefreiheit erfüllen. Damit gebe es beispielsweise beim S-Bahnhof und dem neuen Nachbarschaftstreff in Freiham Probleme.

Für Unmut sorgte bei der Bürgerversammlung auch die Verkehrsanbindung von Freiham an Aubing. „Alle Konzepte in Richtung Münchner Norden führen durch die Tempo-30-Zonen von Alt-Aubing“, kritisierte ein Anwohner. Unter den betroffenen Straße sei auch die Wildenrother Straße. „Sie ist mit rund 500 Kindern die kinderreichste Straße von Aubing. Und dort soll der Verkehr aus Freiham durchfahren. Das ist kein Konzept, sondern eine Farce.“

Merle Bald vom Planungsreferat verwies darauf, dass eine Umfahrung an Alt-Aubing vorbei ebenfalls noch eine Option sei. Eine Machbarkeitsstudie über die beiden Varianten sei kurz vor der Fertigstellung. „Wir stellen Ihnen die Ergebnisse im Herbst vor und der Stadtrat entscheidet dann.“

Kritik an zu wenigen Ärzten in Aubing, Lochhausen, Langwied und Freiham

Egbert Scherello kritisierte die Gesundheitsversorgung im 22. Stadtbezirk. „Wir sind unterversorgt und durch Freiham wird sich das erheblich zuspitzen.“ Er forderte von der zuständigen Kassenärtzlichen Vereinigung Bayern (KVB) ein Modell, das Ärzte in München gerechter verteilt. Zudem müsse die Stadt aber in Freiham Praxisräume schaffen. Wenn nur rund 1,5 Prozent der geplanten Wohnungen im zweiten Realisierungsabschnitt in Arztpraxen umgewandelt würden, hätte der Stadtteil eine „fachgerechte ärztliche Versorgung“.

Merle Bald vom Planungsreferat entgegnete, dass viele Erdgeschossflächen in Freiham laut Bebauungsplan auch als Behandlungsräume genutzt werden könnten. „Wir können aber nur die Möglichkeiten schaffen, dies aber nicht vorschreiben.“ Auch die dritte Bürgermeisterin Verena Dietl betonte, dass die Stadt München mehrere Standorte für die Gesundheitsversorgung zur Verfügung stellen würde. Das Problem sei die Nachfrage der Ärzte.

Bürgerversammlung will Badesee und Schwimmbad in Freiham

Neben Ärzten werden in Freiham auch ein Hallen- und Freibad, ein Badesee sowie Räume für Veranstaltungen vermisst. Bald erklärte, dass die Stadtwerke München in Freiham kein Schwimmbad betreiben wollen, weil sich das nicht rechnen würde. Für den Badesee laufe derzeit eine Machbarkeitsstudie. Veranstaltungsräume seien im Kulturzentrum und den Nachbarschaftstreffs geplant. „Es bauen auch viele Genossenschaften in Freiham, die in der Regel Gemeinschaftsräume haben, die man anmieten kann.“

Weitere Anträge bei der Bürgerversammlung Aubing: Einbahnregelung, Autotransporter, Abbiegespur

Ein Neuaubinger forderte auf der Neideckstraße eine Einbahnregelung zwischen Wiesentfelser und Plankenfelser Straße. Dort werde es wegen der beidseitig parkenden Autos bei Gegenverkehr sehr eng. Schon öfter seien parkende Wagen beschädigt worden.

Ein anderer Antrag forderte, dass Be- und Entladen von Autotransportern an der Bodenseestraße zu untersagen. Zudem sollen auf der Aubing-Ost-Straße vor der Einmündung in die Altostraße eine Links- und eine Rechtsabbiegespur markiert werden, um den Verkehrsfluss zu verbessern. Außerdem wünschte sich ein Bürger eine Werkzeug-Verleihstation im Stadtbezirk.

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