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Vorsitzende des Migrationsbeirats: „Gastarbeiter haben zum Wohlstand beigetragen“

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Von: Sebastian Obermeir

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Dimitrina Lang ist Vorsitzende des Migrationsbeirats in München
Dimitrina Lang ist Vorsitzende des Migrationsbeirats in München © privat

Die Vorsitzende des Migrationsbeirats München, Dimitrina Lang, spricht über den Zwiespalt, die Leistungen und Probleme der Gastarbeiter

München - Der Migrationsbeirat der Landeshauptstadt München setzt sich für Integration und Gleichberechtigung ein. Hallo hat mit der Vorsitzenden Dimitrina Lang gesprochen.so

Die Vorsitzende des Migrationsbeirat, Dimitrina Lang, über die Situation der Gastarbeiter

Frau Lang, allein im Wort „Gastarbeiter“ steckt die Annahme, dass sie wieder in ihre Heimat zurückkehren sollten. Ein Problem?

Ja. Ihnen wurde nicht das Gefühl vermittelt, dass sie sich hier heimisch fühlen können. Dass sie Familien gründen, Kinder kriegen, daran hat man damals nicht gedacht. Sie lebten in zwei Welten und haben keine Wurzeln schlagen können. Die zweite Generation hat diesen Zwiespalt mitbekommen. Sie wollten dieses Heimatgefühl. Mittlerweile haben wir die dritte, vierte Generation, die fühlen sich hier zuhause.

Würdigt die Gesellschaft die Leistungen der damaligen Gastarbeiter ausreichend?

Diverse Studien haben belegt, dass Menschen mit Migrationsgeschichte entschieden zum Wohlstand Deutschlands beigetragen haben. Man hat das erkannt, aber noch nicht ausreichend gewürdigt. Leider werden diese Menschen auch oft nicht gesehen – oder als Exoten angesehen, obwohl sie hier zuhause sind.

Diskriminierung statt Chancengleichheit.

Menschen, die wenig Deutsch sprechen, haben zum Beispiel geringe Chancen, eine gute Wohnung in München zu finden. Auch auf dem Arbeitsmarkt ist es schwierig. In Vorständen oder wichtigen Leitungspositionen sitzen nur sehr wenige Menschen mit Migrationshintergrund. Dabei hat ein Drittel der Münchner Migrationsgeschichte. Bei den Kindern ist es sogar über die Hälfte. Es ist also nicht so, dass die Menschen nicht da sind, sondern sie sind einfach nicht präsent.

Was kann die Politik und was können die Münchner tun, um entgegenzuwirken?

Die Politik ist nicht für alles verantwortlich. Sie wird von Menschen gemacht. Wir sind also alle gefragt. Wir sollten im Alltag mit Offenheit anderen Menschen begegnen. Nicht nach der Hautfarbe urteilen oder ob jemand gut Deutsch spricht. Sondern schauen, was dieser Mensch mitbringt. Denn jeder bringt einen Schatz mit. Zum Beispiel eine andere Sprache, die er bestens beherrscht.

Menschen mit Migrationshintergrund berichten, wie München zu ihrer Heimat wurde und wie sie hier leben.

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