1. tz
  2. München
  3. Stadt
  4. Hallo München

Winterschlaf vorbei? ‒ Warmer Winter bringt Tierwelt in den Alpen unter Druck

Erstellt:

Von: Kristina Beck

Kommentare

Eichhörnchen im Morgenlicht.
Manche Tiere müssen vorzeitig aus dem Winterschlaf - weil es zu warm ist. Wissenschaftler fordern stärkere Maßnahmen für mehr Klimaschutz. (Symbolbild) © Frank Rumpenhorst/dpa.

Die Tierwelt ist durcheinander. Die warmen Temperaturen haben ungeahnte Folgen für Flora und Fauna. Für manche Tiere könnte es sogar zu spät sein.

München ‒ Das warme Wetter ohne Schnee bis in die Höhenlagen bringe die Tierwelt in den Alpen in Bedrängnis, berichtet die Deutsche Presse-Agentur (dpa) am heutigen Sonntag. Tiere würden ihre Winterruhe vorzeitig unterbrechen oder keinen Schutz finden. Naturschützer warnen einmal mehr vor den Folgen des Klimawandels für die Tier- und Pflanzenwelt.

+++ Trend „Vogelsterben“ setzt sich fort ‒ Zwischenbilanz der „Stunde der Wintervögel“ 2023 in Bayern +++

Raufußhühner etwa verbringen den Winter großenteils geschützt vor Wetter und Feinden in Schneehöhlen. Nun aber sind die Tiere dem Wetter schutzlos ausgesetzt, der Schnee zum Verstecken fehlt ‒ und Füchse oder Raubvögel haben leichtes Spiel.

Naturschützer warnen: Klimawandel bedroht Tiere in den Alpen im Winter

Gerade Tiere, die zur Tarnung ein weißes Fell oder Federkleid tragen wie Alpenschneehuhn, Schneehase oder Hermelin, seien nun ihren Feinden ausgeliefert: Auf grünen Wiesen seien sie weithin sichtbar. Die Erwärmung trifft auch Murmeltiere, Gämsen und Steinböcke.

Für die Tiere gebe es zwei Möglichkeiten, sagt Klaus Hackländer, Wildtierbiologe und Vorstand der Deutschen Wildtier-Stiftung. „Entweder erlernen Tiere aufgrund von Erfahrungen neues Verhalten ‒ oder die genetischen Informationen ganzer Populationen werden verändert.“

Werden manche Tiere wegen des Klimawandels aussterben?

Letzteres sei ein langsamer Prozess, bei dem sich besser angepasste Gene von Generation zu Generation immer mehr durchsetzen. Bei kleinen Populationen mit wenigen Nachkommen gehe das eventuell nicht schnell genug. Bei Alpenschneehühnern etwa sei offen, ob sie sich noch an den Klimawandel anpassen könnten.

„Die milde Witterung seit den Weihnachtstagen mit einem Wärmerekord an Silvester haben die Natur vorzeitig aus dem Winterschlaf gerissen“, sagt Angelika Nelson vom Naturschutzverband LBV.

+++ Hund am Flughafen München entlaufen ‒ „Sammy“ zwar abgemagert, aber wieder in Sicherheit +++

„Wissenschaftliche Studien aus den letzten zehn Jahren liefern eindeutige Indizien, dass die Veränderungen des Klimas die Tier- und Pflanzenwelt massiv beeinflussen und verändern.“ Es sei dringend nötig, die Anstrengungen im Klimaschutz dringend zu verschärfen.

Mit dem Hallo München-Newsletter täglich zum Feierabend über die wichtigsten Geschichten aus der Isar-Metropole informiert.

Auch interessant

Kommentare