Bürger sollen von Anfang an mitreden

Eine neue Tram und andere WaBuLa-Projekte

Wenn es nach der CSU Haar geht, sollen die Bürger beim Bau einer Tram von Berg am Laim nach Haar beteiligt werden.
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Wenn es nach der CSU Haar geht, sollen die Bürger beim Bau einer Tram von Berg am Laim nach Haar beteiligt werden.

Der Bau einer Tramlinie von Berg am Laim über Trudering nach Haar wird derzeit intensiv diskutiert. Die CSU Haar möchte, dass die Bürger über das Projekt ausreichend informiert werden und wie bei anderen Fragen zur B304 mitbestimmen können und hat dazu einen entsprechenden Antrag in den Gemeinderat eingebracht.

„Die Gemeinde Haar tritt mit der Gemeinde Vaterstetten und der Landeshauptstadt München mit dem Ziel in Kontakt, gemeinsam mit diesen eine umfassende Bürgerbefragung zur Nutzung und Aufteilung des Straßenraums der Kreiller-, Wasserburger Landstraße und Münchner Straße (B304) von Vaterstetten bis zur St.-Veit-Straße in München für die verschiedenen Mobilitätsarten Motorisierter lndividualverkehr (MIV), ÖPNV (unterteilt noch Tram und Bus), Fahrradverkehr und Fußgängerverkehr durchzuführen“, heißt es in dem Antrag der Christsozialen. Hierzu solle jedem Haushalt in den genannten Gemeinden und in den betroffenen Stadtbezirken von München ein Fragebogen zugestellt werden, der entweder online oder per Briefpost beantwortet werden kann. Darin soll die Bürgerschaft politisch neutral noch ihren individuellen Vorstellungen zur zukünftigen Aufteilung des Straßenraums befragt werden, die in den Jähren ab 2030 verwirklicht werden soll, so die CSU Haar weiter.

Für den genannten Bereich der B304 würden im politischen Raum inzwischen verschiedene Vorschläge zur zukünftigen Aufteilung des Straßenraums vorliegen, die alle eine gewisse Zahl an Anhängern finden würden, erklärt Dietrich Keymer, CSU-Fraktiansvorsitzender im Haarer Gemeinderat. Auf den Vorschlag eines aufgeständerten Fahrradschnellweges habe es eine Vielzahl an Reaktionen, die der Idee vielfach positiv, teilweise aber auch kritisch gegenüberstehen würden, gegeben. Neben dieser Idee existiere aber auch der Vorschlag einer Trambahnlinie entlang der B304. Hier sei bereits eine Machbarkeitsstudie für eine ein- oder zweispurige Trambahnlinie bis Haar mit einer Wendeschleife am Jagdfeld vorgesehen. Der Kreistag München habe sich in seiner jüngsten Sitzung für eine Verlängerung dieser Trambahnlinie bis zur A99 mit Anlage eines P+R-Parkplatzes ausgesprochen.

Unbestritten seien dabei die Ansprüche von Fahrradfahrern und Fußgängern, im öffentlichen Straßenraum zukünftig mehr Verkehrsfläche zu erhalten. Ein weiterer Vorschlag fordere, die B304 am Morgen und am Nachmittag für den Autoverkehr zu sperren und ausschließlich Fahrradverkehr zuzulassen.

Nicht über die Bürger hinweg

„Derart gravierende Eingriffe in den öffentlichen Verkehrsraum dürfen nicht über die Köpfe der Bürger hinweg geplant werden“, fordert Kaymer. „Im Gegenteil: Eine breite Akzeptanz in unserer Bürgerschaft für wesentliche Veränderungen der Aufteilung des Verkehrsgrundes lässt sich nur erreichen, wenn durch eine breitangelegte Bürgerbeteiligung deren Meinungen und Wünsche ermittelt und auch berücksichtigt werden.“ Da der Straßenraum begrenzt sei, müssten, um eine Gleichwertigkeit der Verhältnisse für alle Verkehrsmittel zu erreichen und diese nicht gegeneinander auszuspielen, neue Wege gegangen werden. Auch zu dieser Problematik sollten die Bürger befragt und die Vorschläge aus der Bürgerschaft ernst genommen werden.

„Als wachsende Metropolregion halten wir für es kontraproduktiv, den Verkehrsraum für einzelne Verkehrsmittel zu beschneiden, um ausreichend Platz für ein anderes Verkehrsmittel zu schaffen und dabei ein drittes Verkehrsmittel zu benachteiligen“, so die CSU Haar. Da die größere Anzahl der betroffenen Verkehrsteilnehmer im Gebiet der Landeshauptstadt wohne, solle München gebeten werden, die Kosten für eine politisch neutrale Ausarbeitung der Bürgerbefragung zu übernehmen; die teilnehmenden Gemeinden sollten jeweils die Kosten für die Bewerbung und Verteilung in ihren Gemeindegebieten übernehmen.

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