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Rückblick: Wiesn-Absagen nicht nur wegen Corona ‒ Oktoberfest in München fiel über zwei Dutzend Mal aus

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Von: Jonas Hönle

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Ein verlassener, halb gefüllter Bierkrug steht auf dem Wiesn-Gelände auf dem Asphalt. Im Hintergrund ist die Bavaria-Statue zu sehen.
Schon vor der Corona-Pandemie wurde die Wiesn in München mehrmals abgesagt. © Peter Kneffel/dpa

Nicht nur wegen Corona kam es in München zur Oktoberfest-Absage. Die Wiesn fiel in den letzten 210 Jahren auch wegen Krieg und Cholera aus. Ein Rückblick...

Es ist amtlich: Die Wiesn findet 2022 nach zwei Jahren Zwangspause durch Corona wieder statt. Das hat OB Dieter Reiter heute verkündet. Viele Münchner werden sich noch lange an die Absagen der letzten beiden Jahre erinnern. Doch bereits in den rund 210 Jahren davor gab es mehrere Oktoberfest-Pausen ‒ sogar noch längere als zuletzt. Wir blicken auf die nun 26 Jahre zurück, in denen das größte Volksfest der Welt nicht stattfinden konnte.

Corona-Pandemie, Krieg und Cholera ‒ Rund zwei Dutzend Mal kam es schon zur Wiesn-Absage in München

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*HalloMuenchen.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA. © Hallo München

1810 hatte München zur Hochzeit von Kronprinz Ludwig ‒ dem späteren König Ludwig I. ‒ mit Prinzessin Therese von Sachsen-Hildburghausen das erste Oktoberfest gefeiert. Schon die vierte Wiesn 1813 wurde gestrichen ‒ wegen des Kriegs mit Napoleon.

In den letzten zwei Jahren musste die Wiesn Zwangspausen wegen der Corona-Pandemie einlegen. Aber auch schon im 19. Jahrhundert kam es zur Absage wegen einer Seuche. Damals tobte die Cholera.

Zweimal wurde das Fest deswegen abgesagt: 1854 und 1873. In der ersten Welle starben in München fast 7400 Menschen. Unter ihnen war auch Königin Therese, der zu Ehren die Wiesn zum ersten Mal stattgefunden hatte und nach der das Festgelände, die Theresienwiese, benannt ist.

Zwischen den Cholera-bedingten Absagen ließ außerdem der preußisch-österreichische Krieg im Jahr 1866 keine Feierlaune aufkommen. Bayern kämpfte hier an der Seite Österreichs. Auch 1870 musste das größte Volksfest der Welt abgesagt werden. Diesmal war der Deutsch-Französische Krieg der Grund.

Auch während des Ersten Weltkriegs gab es kein Oktoberfest. So feierte München von 1914 bis 1918 nicht. 1919 und 1920 fanden zwar kleine Herbstfeste statt, die jedoch weitaus kleiner ausfielen als die Wiesn.

1923 wiederum hatten die Menschen wieder andere Sorgen: Die Hyperinflation, der Höhepunkt der Kriegs-bedingten Inflation, sorgte für große finanzielle Probleme, auch in München. In diesem und dem Folgejahr wurde das Oktoberfest wegen Geldsorgen und Existenzängsten abgesagt.

Auch in dem Jahr gab es keine Wiesn, ebenso während des Zweiten Weltkriegs (1939-1945). Auch hier folgten kleinere Herbstfeste. Erst 1949 ging es wieder richtig los ‒ bis die Corona-Pandemie eben 2020 eine zweijährige Pause erzwang.

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