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Windkraft im Forstenrieder Park doppelt „erträglich“: Erste Ergebnisse zu Standort- und Artenschutzprüfungen

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Von: Romy Ebert-Adeikis

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Sechs Standorte kommen für Windräder im Forstenrieder Park infrage – etwa nahe der Kreuzung Ludwigs-/Karolinen-Geräumt.
Sechs Standorte kommen für Windräder im Forstenrieder Park infrage – etwa nahe der Kreuzung Ludwigs-/Karolinen-Geräumt. © TUM Schöbel

Erste Ergebnisse zur Windkraft im Forstenrieder Park: Sechs Windräder in Münchens Süden wirtschaftlich – Artenschutz- und Winduntersuchungen laufen.

Forstenrieder Park - Sie spüre die Notwendigkeit zur Energiewende „mehr denn je“, erklärt Pullachs Bürgermeisterin Susanna Tausendfreund (Grüne), warum ein Windpark im Forstenrieder Park für sie der richtige Weg ist. Seit 2020 arbeitet ihre Gemeinde daran zusammen mit Neuried in einer Arbeitsgemeinschaft – inzwischen sind auch Baierbrunn und Schäftlarn der Gruppe beigetreten. Seit Anfang 2022 laufen Artenschutz- und Winduntersuchungen – nun wurden erste Ergebnisse bekannt.

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Windkraft im Forstenrieder Park: Erste Ergebnisse zu Standort- und Artenschutzprüfungen

„Auch bei sehr konservativer Betrachtung ist ein wirtschaftlicher Betrieb von sechs Anlagen möglich“, versicherte „Windkümmerer“ Peter Beermann. Mit im Schnitt 5,5 Metern pro Sekunde wehe der Wind in dem Park „besser als gedacht“. Pro Anlage könnten so etwa 3000 Haushalte mit Strom versorgt werden.

Sechs geeignete Standorte gibt es, alle mindestens 2,7 Kilometer von der nächsten Bebauung entfernt. „Aus Pullach etwa wird es kaum möglich sein, die Räder zu sehen“, erklärte Sören Schöbel von der TU München, der Visualisierungen zur Landschaftsveränderung erstellt hat. Aus den meisten Blickrichtungen habe das Waldgebiet „noch immer die Dominanz“.

Diese sechs Standorte kommen für Windräder im Forstenrieder Park infrage.
Diese sechs Standorte kommen für Windräder im Forstenrieder Park infrage. © Beermann

Bis 2023: Artenprüfung & Bürgerinfos

In den nächsten Monaten setzt die „Arbeitsgemeinschaft Windkraft im Forstenrieder Park“ (ARGE) vor allem auf Beteiligung. Im Oktober sollen in allen vier zugehörigen Kommunen „Bürgerforen“ stattfinden. Bis Ende des Jahres laufen zudem noch Wind- und Artenschutzprüfungen.

Zum Beispiel die Großvogel-Funktionsraum-Analyse: Dabei dokumentieren an 25 Tagen im Jahr von Hebebühnen in bis zu 35 Metern Höhe aus vier Biologen gleichzeitig die Flugbewegungen im Park. „Zum Jahreswechsel werden alle Beobachtungen dann ausgewertet“, sagt Projektexperte und „Windkümmerer“ Peter Beermann. „Der Windpark ist nur dann genehmigungsfähig, wenn keine geschützten Arten bedroht sind.“

In dem Fall könnte die ARGE im zweiten Quartal 2023 einen Genehmigungsantrag beim Landratsamt stellen. „Erfahrungsgemäß dauert es dort mindestens ein Jahr“, so Beermann – zumal die Landschaftschutzgebietsverordnung geändert werden müsse. Der Bau der sechs Windräder sei nach etwa eineinhalb Jahren abgeschlossen, schätzt der Experte.

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