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Energiekrise: Zähes Ringen um Betrieb des Eiswunders Planegg – kommt jetzt eine Unterschriftensammlung?

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Von: Romy Ebert-Adeikis

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Nicht nur Privatpersonen nutzen das Eiswunder Planegg rege. Auch Schulen und Vereine sind dort häufig zu Gast – zum Beispiel fürs Eishockey-Training.
Nicht nur Privatpersonen nutzen das Eiswunder Planegg rege. Auch Schulen und Vereine sind dort häufig zu Gast – zum Beispiel fürs Eishockey-Training. © Romy Ebert-Adeikis

Die Debatte um das Planegger Eiswunder spitzt sich zu: Wegen der Energiekrise will die Gemeinde die Eisfläche nicht errichten, doch die Gegenstimmen sind laut.

PLANEGG Wird es in diesem Winter wegen der Energiekrise keine Eislauffläche in Planegg geben? Bereits zwei Mal hat die Lokalpolitik heuer eine Entscheidung zum Eiswunder vertagt. „Spätestens im Oktober“ will die Gemeindeverwaltung ein drittes Mal über das Thema debattieren lassen. Doch die Zeit wird knapp.

„Der 10. Oktober wäre für mich der letzte Termin, an dem es eine Entscheidung geben sollte“, legt sich Betreiber Klaus Wüst auf Hallo-Anfrage fest. Danach sei die Vorbereitungszeit bis zum Winter zu knapp. „Eigentlich ist es jetzt schon verhältnismäßig schwierig. Unsere Mitarbeiter sind Handwerker oder Gärtner, die im Winter nicht arbeiten können. Bis Oktober haben die sich doch schon alle andere Jobs gesucht“, sagt Wüst. Für ihn selbst sei ein Ausfall in diesem Winter noch verschmerzbar. „Aber mir tun die Kinder leid, die meisten unserer Besucher sind doch Jugendliche aus Planegg.“

Eiswunder Planegg in Gefahr: Betreiber Klaus Wüst will schnell Klarheit

Mit seiner Meinung ist Wüst nicht allein: „Es kann nicht sein, dass unsere Planegger Jugend für eine verfehlte Energiepolitik der aktuellen und letzten Bundesregierungen büßen muss, während andere Hallen und Skilifte geöffnet haben und auch das Oktoberfest stattfindet“, findet etwa CSU-Gemeinderat Florian Großelfinger (CSU).

Die CSU ist in der Frage aber – wie die meisten Fraktionen im Planegger Gemeinderat – gespalten. Ein Teil des Gremiums will heuer lieber das Eiswunder aussetzen und erst mit einer energieoptimierten Version wieder durchstarten. So hatte die CSU beantragt, spezielles Kunsteis aus Polymerplatten prüfen zu lassen.

Doch es gibt auch andere Ideen: „Ein Kompromiss könnte eine verkürzte Dauer oder der Betrieb nur bei kalten Temperaturen sein, um den Energieverbrauch zu reduzieren“, sagt Großelfinger. Für gleiches plädiert auch Gemeinderat Peter von Schall-Riaucour (PP&M). Sein Vorwurf: „Die Gemeindeverwaltung hat nicht wirklich nach Lösungen gesucht, wie das Eiswunder heuer trotzdem stattfinden kann.“

Eiswunder Planegg: Neugestaltung erst 2023

Das will die Gemeinde so nicht stehenlassen. Da sich im Laufe des Frühsommers die energiepolitische Situation immer weiter zugespitzt habe, hätte man es für angebracht gehalten, die Kunsteis-Variante zu prüfen, erklärt Sprecherin Kiki Xander. „Nachdem wir in der Verwaltung keine Fachleute für Kunsteis haben, haben wir zum ersten Diskussionstermin Ende Juli im Gemeinderat einen Fachmann eingeladen.“ Der erklärte aber, dass das Kunsteis nur angenommen werden würde, wenn es ein winterliches Ambiente gebe. Pläne zur Neugestaltung liegen von Wüst schon vor – umgesetzt werden könnten sie aber frühestens 2023.

Das Eiswunder heuer aufgeben will von Schall-Riaucour dennoch nicht. Er überlegt, eine Unterschriftensammlung in Planegg zu starten. Unter einer Voraussetzung: „Dass die Bundesregierung nicht noch ein generelles Verbot solcher Eisflächen für den Winter beschließt.“

 Hallo München-Umfrage zum Thema

Wir haben die Bewohner in Planegg gefragt: „Soll das Eiswunder am Sportpark heuer trotz der hohen Energiekosten bleiben? Auch Ihre Meinung interessiert uns: Schreiben Sie uns einen Leserbrief oder auf Facebook!

Peter Schottmann (65): „Es wäre schade für die Kinder und Jugendlichen, wenn die Eisbahn weg müsste, aber es ist dennoch nachvollziehbar. Den Vorschlag der CSU, Kunsteis zu verwenden, finde ich gut.“

Leni Kaiser (21): „Ich würde es nicht so cool finden, wenn es die Eislaufbahn nicht mehr gäbe. Man kann dort viel Spaß mit Freunden haben.“ 

Martin Gradzki (37): „Eigentlich wird die Eislaufbahn nicht gebraucht, da eine Alternative im Westbad Pasing nicht sehr weit weg ist. Als frischgebackener Vater fände ich es dennoch schön, auch eine direkt um die Ecke zu haben.“

Brigitte Kopp (85): „Als ehemalige Sportlehrerin bin ich für den Erhalt der Eislaufbahn, trotz der damit verbundenen hohen Energiekosten.“

Umfrage: Louisa Lettow

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