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Ex-Neuriederin hat Portal für Lebensmittelverteilung geschaffen – jetzt soll es ins Würmtal expandieren

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Von: Romy Ebert-Adeikis

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Eine Kiste wie diese können „Lebensmittelretter“-Mitglieder regelmäßig abholen.
Eine Kiste wie diese können „Lebensmittelretter“-Mitglieder regelmäßig abholen. © Romy Ebert-Adeikis

Um Lebensmittelverschwendung entgegenzuwirken, hat eine Ex-Neuriederin nun Verteilergruppen gegründet, um Lebensmittel, die Supermärkte wegwerfen, an Leute zu verteilen.

WÜRMTAL Die Inflation lässt Lebensmittelspreise derzeit in die Höhe schnellen. Nicht jeder kann sich das noch leisten – auch im Würmtal haben die Tafeln mit einem Ansturm zu kämpfen. Eine Vielzahl neuer Klienten verzeichnet zur Zeit auch Daniela Schnagl-Vitak. Die Olchingerin hat sich vor drei Jahren der Lebensmittelrettung verschrieben und seitdem legale Verteilergruppen in Fürstenfeldbruck, München und Niederbayern gegründet.

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Die Mitglieder der „Lebensmittelretter“ können kostenlos Essen abholen, welches Geschäfte und Supermärkte sonst wegwerfen würden – nachrangig zu den Tafeln. Eine solche „Community“ soll jetzt auch das Würmtal bekommen.

Portal gegen Lebensmittelverschwendung: Start der Würmtal-Gruppe steht bevor

„Ich habe selbst acht Jahre in Neuried gelebt, deswegen liegt mir das Würmtal am Herzen“, sagt Schnagl-Vitak. „Ich wüsste auch schon, wo man gut Verteilorte einrichten kann.“ Was außer der Verbundenheit für die hauptberufliche Unternehmensberaterin noch ausschlaggebend war: „Ich habe Kooperationsanfragen von einer Bäckerei aus dem Würmtal sowie von vier lokalen Discounter-Filialen bekommen.“

Zwei Abholungen sind schon geplant: am Samstag, 9. Juli, an der Lindenallee in Neuried und am Montag, 11. Juli, am Parkplatz Maria Eich in Planegg. Dafür muss man aber unter www.lebensmittelretter.org registriert sein.

Um richtig zu starten, fehlt der Würmtal-Gruppe nur noch ein Team. „Mein Prinzip ist die Beteiligung. Ich liefere den Rahmen und die Plattform für die Lebensmittelrettung, den Rest erledigt die Community möglichst selbstständig“, erklärt die Gründerin. Heißt konkret: „Vier, fünf zuverlässige Leute, die sich auch nicht abschrecken lassen, wenn es am Anfang etwas langen Atem braucht.“

Dann kann daraus auch etwas wachsen, wie die anderen Gruppen von Schnagl-Vitak zeigen. Über 1000 Mitglieder hätten die Communities in Fürstenfeldbruck und München inzwischen – und zwar jeweils. Was der Gründerin dabei wichtig ist: Nicht nur bedürftige Menschen sollen das Angebot nutzen können. Für sie steht das Schonen von Ressourcen im Fokus. „Mir geht es um die Kartoffeln, die ein Bauer gesät und geernet hat, die mit viel Arbeit und Energie zu Pommes verarbeitet, verpackt, zum Supermarkt transportiert wurden und dann am Ende vielleicht nur weggeschmissen werden. Das muss doch nicht sein!“

So funktioniert die Lebensmittelrettung

Was Supermärkte und Geschäfte wegwerfen, wird oft an die Tafeln übergeben. Bleibt dann noch etwas übrig, können die Lebensmittelretter ins Spiel kommen und bei Kooperationspartnern zu vereinbarten Zeiten Essen einsammeln. „Wir nehmen außer offenen Fleisch-, Fisch- und Milchprodukten fast alles, auch nach dem Mindesthaltbarkeitsdatum“, sagt Gründerin Daniela Schnagl-Vitak.

Die Sachen werden in Kisten oder Tüten gepackt und ein Abholtermin erstellt. Um die Lebensmittel zu erhalten, müssen sich Interessierte auf www.lebensmittelretter.org registrieren und einen Jahresbeitrag von drei Euro zahlen. Dann wiederum können sie sich für eine Abholung anmelden, zu der sie pünktlich erscheinen müssen. Das geht maximal an drei Terminen pro Woche. „Damit auch mal andere zum Zug kommen“, erklärt die Olchingerin.

Quelle: www.hallo-muenchen.de

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