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Das bringt 2023 den Würmtal-Gemeinden: Hier spielt heuer in Planegg die Musik

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Von: Romy Ebert-Adeikis

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Sowohl bei der U-Bahn in Martinsried als auch beim Heide-Volm-Areal und der Tiefgarage in Planegg soll dieses Jahr einiges passieren.
Sowohl bei der U-Bahn in Martinsried als auch beim Heide-Volm-Areal und der Tiefgarage in Planegg soll dieses Jahr einiges passieren. © Romy Ebert-Adeikis

Die Planegger Bauvorhaben werden alle von der U6-Verlängerung überschattet, die 2023 den nächsten Schritt machen soll. Doch auch einige andere Projekte kommen in Fahrt:

Planegg - Anhand von Songtiteln die nächsten Ziele der Gemeindepolitik beschreiben – auch für Bürgermeister und Musikliebhaber Hermann Nafziger, der selbst Schlagzeug spielt, kein leichtes Spiel. Für die Hallo-Vorschau hat sich der CSU-Politiker der Aufgabe trotzdem gestellt:

Men at work: „Down under“ (Männer bei der Arbeit: „Australien“, wörtlich „Unten“)

Hermann Nafziger: „Nach über 20 Jahren haben viele Menschen im Ort nicht mehr geglaubt, dass die U-Bahn wirklich nach Martinsried kommt. Umso glücklicher bin ich, dass es jetzt im Februar mit dem Spatenstich klappt. Aktuell werden noch die Flächen für den Abraum vorbereitet – da sind gerade wirklich ,men at work‘, bei jedem Wetter. Nach der Baustellenvorbereitung geht es dann direkt weiter mit der Ausschachtung des U-Bahn-Tunnels und der Sicherung der Wände. Der oberirdische Busbahnhof wird 2023 wahrscheinlich oft im Gemeinderat Thema sein. Wir müssen uns da früh massive Gedanken machen, weil zur Zeit alles lange dauert. Aber gebaut wird der Busbahnhof erst, wenn die U-Bahn fast fertig ist.“

2023 in Planegg: U-Bahn, Ruinen und Energie

Judas Priest: „Rising from ruins“ (Judas Priest: „Auferstehung aus Ruinen“)

Hermann Nafziger: „Wir haben zwei sogenannte Ruinen in Planegg: die alte Schlosswirtschaft und das Heide-Volm-Gelände. Bei der Schlosswirtschaft liegt ein Gutachten vor, dass das Gebäude in sehr schlechtem Zustand ist. Es abzureißen wäre ein Gewinn für alle. Aber der Denkmalschutz muss zustimmen, den Prozess möchte ich beim Bauministerium und Denkmalamt wieder anstoßen. Bei Heide Volm bin ich sehr zuversichtlich, dass bald eine Entscheidung getroffen wird, ob wir oder ein Investor das Areal kaufen können.

Beim Heide-Volm-Areal könnte auch ein Investor zum Zug kommen.
Beim Heide-Volm-Areal könnte auch ein Investor zum Zug kommen. © Romy Ebert-Adeikis

Wenn wir zum Zug kommen, brauchen wir noch mal ein bis zwei Jahre für den Bebauungsplan, in der Zeit kann man sich auch Gedanken etwa zu Wohnträgern machen. Das heißt: In drei bis vier Jahren kann da schon richtig was passieren, wenn wir uns ins Zeug legen. Mein Ziel ist, so schnell wie möglich die Flächen beidseitig des Bahnhofs zu entwickeln. Wenn ein Investor Heide Volm bekommt, werden wir gleich an der Nordseite tätig werden.“

Scorpions: „Wind of change“ (Scorpions: „Wind des Wandels“)

Hermann Nafziger: „In Sachen Energieversorgung will ich in Planegg drei Säulen weiterverfolgen: Windkraft, Geothermie und Photovoltaik. Ob Planegg Windkraftpotenzial hat, prüft gerade ein Gutachten. Die Ergebnisse sollen Anfang des Jahres vorliegen. Wenn Windkraft möglich ist, will ich sofort in die Bauleitplanung gehen, um unseren Anspruch zu zementieren. Für die Geothermie lassen wir gerade ein Wärmepotenzial-Gutachten erneuern, um damit auf Fernwärmepartner zugehen zu können. Ein Traum von mir ist die bereits angestoßene Agri-Photovoltaik-Anlage südlich der Kompostieranlage der Firma Glück. Momentan werden wir da noch von der Bundesgesetzgebung ausgebremst, aber 2023 könnten Gesetzesänderungen kommen.“

Europe: „Final countdown“ (Europe: „Finaler Countdown“)

Hermann Nafziger: „Die Tiefgarage am Planegger Marktplatz soll diesen Herbst oder spätestens Ende des Jahres fertig saniert sein. Starten soll heuer der Umbau des Wertstoffhofs – das Gebäude für die Mitarbeiter dort ist wirklich ungenügend. Wir liegen gut im Zeitplan und können wohl im Frühjahr loslegen. Dann wäre es auch möglich, den Umbau dieses Jahr noch fertigzustellen.“

Die Tiefgarage am Marktplatz soll spätestens Ende des Jahres fertig sein.
Die Tiefgarage am Marktplatz soll spätestens Ende des Jahres fertig sein. © Romy Ebert-Adeikis

So geht es heuer mit dem Life-Science-Campus in Martinsried weiter

Seit dem 1. Januar 2023 ist es offiziell: Die Max-Planck-Institute (MPI) für Neurobiologie in Martinsried und für Ornithologie in Seewiesen sind fusioniert. Am neuen MPI für Biologische Intelligenz arbeiten circa 500 Mitarbeiter – davon 300 in Martinsried. „Neben dem Zusammenschluss wurden auch zwei neue Graduiertenschulen zur Ausbildung von Doktoranden gegründet“, sagt Sprecherin Sabine Spehn. Außerdem steht heuer ein Jubiläum an: Das Martinsrieder MPI für Biochemie feiert im April sein 50-jähriges Bestehen.

Das Konzept für den neuen Life-Science-Campus stehe aber noch ganz am Anfang. „Aktuell laufen Gespräche mit der Gemeinde Planegg, was Flächennutzung oder Gebäudehöhe betrifft.“ Etwas weiter sind dagegen die Pläne für ein neues Rechenzentrum der „Max Planck Computing und Data Facility“. „Im Laufe des Jahres 2024 werden voraussichtlich die Bauarbeiten auch auf dem Gelände in Martinsried beginnen“, teilt Spehn mit.

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