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Mit diesen Maßnahmen wollen Sportvereine im Würmtal Energie sparen

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Von: Romy Ebert-Adeikis

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Beim TSV Neuried ist sogar eine zeitweise Schließung der Halle im Gespräch.
Beim TSV Neuried ist sogar eine zeitweise Schließung der Halle im Gespräch. © Romy Ebert-Adeikis

Die Sportvereine im Würmtal sind natürlich auch von steigenden Energiepreisen betroffen. Daher ergreifen die Vereine Maßnahmen zum Sparen. Welche das sind:

Würmtal ‒ Nicht nur Privathaushalten machen die hohen Energiepreise zu schaffen – auch den Sportvereinen im Würmtal. Beim TSV Neuried bereite die Verdreifachung der Kosten „großes Kopfzerbrechen“, sagt Geschäftsführerin Michaela Schotte. Etwa 1000 Euro pro Tag zahlt der Verein derzeit bei Vollauslastung in der Halle und auf den Sportplätzen, obwohl die Mitglieder mit E-Mails und Aushängen zum Energiesparen informiert wurden.

„Für uns zählt inzwischen jedes brennende Licht“, sagt Schotte. Auch deswegen überlegt der Verein derzeit, zumindest zwischen den Feiertagen, vielleicht auch länger, komplett zuzusperren. „Bis Ende der Woche sammeln wir noch Rückmeldungen aus den Abteilungen.“ Dann soll entschieden werden.

Sportvereine in der Energiekrise: SVP bittet trotz Sanierungen um Hilfe

Von einer „gefährlichen und wenn auf Dauer angelegt auch existenzgefährdenden Steigerung“ spricht auch der Vereinspräsident des SV Planegg-Krailling (SVP), Florian Häringer. Für Strom und Gas muss sein Verein einen monatlichen Abschlag von 14 500 Euro zahlen – statt bisher 2700 Euro. Und das trotz zahlreicher Maßnahmen: Auf die mit Erdgas beheizte Tennis-Traglufthalle wird verzichtet, Heiz- und Wassertemperaturen seien gesenkt worden.

„Des Weiteren hat der SVP seine energieintensive Flutlichtanlage auf eigene Kosten auf LED umgerüstet“ – genauso einen Großteil der Innenbeleuchtung. Dennoch hoffe man jetzt auf Hilfe: „Wir haben die Gemeinde Planegg mehrfach über die Entwicklung in Kenntnis gesetzt und um einen Energiegipfel gebeten. Eine Antwort steht leider noch aus“, teilt Häringer mit.

Sportvereine in der Energiekrise: TSV Gräfelfing ohne Maßnahmen

Bei anderen Vereinen schlagen Sanierungen schon jetzt zu Buche. So werden die Sporthallen des Gautinger Sportclubs seit dem Frühjahr nur mit LED beleuchtet: „Die errechnete Einsparung von circa 65 Prozent der Stromkosten kommt uns jetzt natürlich sehr gelegen“, sagt Vorsitzende Elisabeth Wetlitzky. Zudem wurde in den Hallen die Temperatur gesenkt. „Die übrigen Räume sind mit einem Steuerungssystem ausgestattet, bei dem man stundengenau die benötigte Temperatur für den jeweiligen Raum einstellen kann.“

Einzig der TSV Gräfelfing ergreift derzeit – mit Ausnahme des Verzichts auf die Tennis-Traglufthalle – keine Sparmaßnahmen. Weil das Vereinsgelände erneuert werde, ergäben sich ohnehin Einschränkungen, sagt Vizepräsident Florian Brenner. „Wir hoffen aber, durch energetische Sanierungsmaßnahmen im Rahmen des Umbaus den Energieverbrauch nachhaltig reduzieren können.“

TV Planegg-Krailling: Energiekosten gering halten

„Die steigenden Energiepreise haben bei uns im TV ‒ Stand heute ‒ keine Auswirkungen auf den Sportbetrieb. Die Gemeinden haben uns einen Zuschuss versprochen und wir versuchen alles Mögliche, um die Energiekosten so gering wie möglich zu halten“, sagt Madeleine Ullrich, Vereinsmanagerin des TV Planegg-Krailling.

Zu den konkreten Maßnahmen gehört etwa: Die Heizung wurde in den Hallen niedriger gestellt, effizientes Lüften (Stoßlüften), Türen geschlossen halten, Bewegungsmelder für Licht, Regulierung der Warmwassertemperatur).

„Wir hoffen sehr auf die Kooperation der Mitglieder, was sich bis jetzt bewährt hat. Während Corona mussten unsere Mitglieder bereits sehr lange auf ihren Sport verzichten, daher versuchen wir diese Option so gut, wie es uns gelingt, zu vermeiden“, gibt sich Ullrich optimistisch.

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