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Zensus 2022 in München ‒ Wie die Volkszählung abläuft und was die Interviewer fragen

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Von: Sebastian Obermeir

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Zensus 2022
So läuft der Zensus 2022 in München, das fragen die interviewer. (Symbolbild) © Panthermedia

Der Zensus startet ab 15. Mai 2022 – wie die Volkszählung in München ablaufen wird und nach was für Daten die Interviewer überhaupt fragen dürfen.

1,5 Millionen Menschen leben in München. Ungefähr. Diese Zahl muss genauer werden, wie alle zehn Jahre. Nicht nur in der Landeshauptstadt, sondern deutschlandweit. In München ist deshalb Jörg Klementa (36) als einer von 1500 Erhebungsbeauftragten für den „Zensus 2022“ mit Tablet ausgerüstet unterwegs.

„Es werden etwa 123 000 Personen befragt, die an rund 9000 Anschriften leben“, erklärt er. Gut 100 zehnminütige Interviews hat Klementa bis August zu führen. Diese ergänzen Daten aus dem Melderegister. Nach Angaben zum Geschlecht, Familienstand oder zur Staatsangehörigkeit stellt er weitere Fragen etwa zu Bildung und Beruf.

*HalloMuenchen.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.
*HalloMuenchen.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA. © Hallo München

Zensus 2022 in München: So läuft die Volkszählung ab - Das fragen die Interviewer

Die vorab zufällig gewählten Haushalte, an denen er sich ankündigt, sind gesetzlich verpflichtet, mitzumachen. Wer verhindert ist, kann einen neuen Termin vereinbaren. „Die Münchner können uns vor allem durch Kooperation die Arbeit erleichtern.“

Angst, dass ihm die Tür vor der Nase zugeworfen wird, hat Klementa nicht. Aber: „Mit Eventualitäten wie Bürgern, die nicht antworten wollen, muss man sich auseinandersetzen. Wenn man aber offen und freundlich erklärt, um was es geht, dann kann man den Großteil der Wogen glätten.“

Jörg Klementa
Jörg Klementa ist ein Erhebungsbeauftragten für den Zensus in München. © Sebastian Obermeir

Klementa ist eigentlich für das Personal- und Organisationsreferat der Stadt tätig. Die Arbeit als Erhebungsbeauftragter ist eine ehrenamtliche Tätigkeit. Eine Aufwandsentschädigung erhält er zwar, diese sei aber nicht dafür ausschlaggebend gewesen, sich als Interviewer zu bewerben.

Sondern: „Ich kann einen kleinen Beitrag zum großen Ganzen leisten. Damit anhand der Auswertungen die Stadt besser gestaltet werden kann.“

Denn: Wo die Stadt wie viele Kindergärten, Schulen oder Sozialwohnungen braucht, was sich städtebaulich tun muss – das ergibt sich aus den Ergebnissen des Zensus.

Volkszählung in München - Diese Fragen stellen die Erhebungsbeauftragten beim Zensus 2022

Im Rahmen der Volkszählung wird auch der Bestand von Gebäuden und Wohnungen erfasst. Jeder Eigentümer und Verwalter unterliegt einer Auskunftspflicht. In Fragebögen geben sie etwa Wohnungsgrößen und Nettokaltmieten, Gründe für Leerstand, Energieträger der Heizung an. Erstmals ermöglicht der Zensus so zum Beispiel, Mieten zu vergleichen.

Klementa hat mit ersten Vorbegehungen bereits angefangen. Ab 15. Mai starten dann die eigentlichen Haushalts-Befragungen. In Schwabing-West legt er los, seine Interviews führen ihn drei Monate lang durch die ganze Stadt. Die Ergebnisse des Zensus sollen Ende 2023 vorliegen.

Das dürfen die Erhebungsbeauftragten

Die Interviewer kündigen ab 15. Mai sich schriftlich an, weisen sich mit Lichtbild- und Erhebungsbeauftragten-Ausweis aus, stellen keine Fragen zu Einkommen, Passwörtern oder Bankdaten und bitten nicht darum, die Wohnung zu betreten. Sie unterliegen einer Schweigepflicht, die Daten werden anonymisiert und nur zu statistischen Zwecken verwendet.

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