Bei Domazlice

Zug aus München in Tschechien verunglückt: Zahl der Toten steigt auf drei ‒ Hotline für Angehörige eingerichtet

Zug aus München in Tschechien verunglückt - Tote und Verletzte
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Zug aus München in Tschechien verunglückt - Tote und Verletzte

Viele Verletzte bei einem Zusammenstoße zwischen einem Expresszug aus München und einem Regional-Zug bei Domazlice in Tschechien. Die Zahl der Toten steigt

Letztes Update: 15.07 Uhr

Ein Zug aus München auf dem Weg nach Prag ist kurz nach der Grenze zu Tschechien mit einem Regionaltriebwagen frontal zusammengestoßen. Wie die Polizei mitteilt, sind bei dem Unglück drei Menschen ums Leben gekommen. Darunter seien die beiden Lokführer, beide tschechische Staatsangehörige, sowie eine Frau aus dem Regionaltriebwagen.

Zehn Menschen seien mit schweren bis lebensgefährlichen Verletzungen in tschechische Krankenhäuser gebracht worden, sagte eine Sprecherin des Rettungsdienstes. Mehr als 30 Personen erlitten leichtere Verletzungen wie Schürfwunden und Prellungen.

Bilder machten die Wucht des Aufpralls deutlich. Die Führerstände der Lokomotive und des Triebwagens wurden völlig zerstört und tief eingedrückt. Nach ersten Erkenntnissen habe der Expresszug München-Prag zunächst ein Langsamfahrt- und dann ein Haltesignal missachtet, erläuterte der tschechische Verkehrsminister Karel Havlicek.

Einsatzkräfte stehen an einem zerstörten Waggon. Ein aus München kommender Expresszug ist in Tschechien mit einem Personenzug zusammengestoßen.

Er sei dann auf der eingleisigen Strecke mit dem entgegenkommenden Triebwagenzug kollidiert. Der sogenannte Regioshark war auf dem Weg von der Industriestadt Pilsen (Plzen) nach Domazlice an der deutschen Grenze.

Zug aus München in Tschechien verunglückt - Ein weiterer Toter und viele Verletzte in Domazlice

Die tschechische Eisenbahninspektion hat Ermittlungen aufgenommen, die Monate in Anspruch nehmen dürften. Zu dem Zusammenstoß kam es bei dem Dorf Milavce zwischen den Stationen Blizejov und Domazlice. Viele der Fahrgäste standen unter Schock und mussten psychologisch betreut werden. Sie kamen vorübergehend in einem Gemeindehaus unter, bevor ihre Weiterreise organisiert werden konnte.

Bei dem Expresszug handelt es sich um einen Zug des privaten deutschen Anbieters Länderbahn (alex). Wie das Unternehmen mitteilte, sei dieser am Mittwochmorgen auf der Strecke zwischen München und Prag unterwegs gewesen.

Wegen des schweren Zugunglücks in Tschechien hat die Länderbahn eine Hotline für Angehörige eingerichtet. Sie sei unter der Nummer 0341 9135 4040 zu erreichen, teilte das Unternehmen mit. Auch das Polizeipräsidium Oberpfalz schaltete eine Hotline: 0961 4015 500. Angehörige erreichen die Feuerwehr der Region Pilsen unter der tschechischen Telefonnummer 0042 0950 330 330.

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Unglück in Tschechien: Expresszug aus München kollidiert mit entgegenkommenden Zug ‒ Tote und Verletzte

Erstmeldung: 11.20 Uhr

Bei einer schweren Kollision zweier Züge kurz nach der tschechischen Grenze sind mindestens zwei Menschen gestorben. Wie die Agentur CTK berichtet, seien außerdem 38 weitere Personen verletz worden, davon seien sieben in einem kritischen Zustand.

Der Expresszug München-Prag habe nach ersten Erkenntnissen bei Domazlice (Taus) nahe der deutschen Grenze ein Haltesignal überfahren. Er sei dann mit dem Nahverkehrszug, einem sogenannten RegioShark, kollidiert. Letzterer verkehrt auf der Strecke Pilsen (Plzen)-Domazlice.

Dutzende Rettungskräfte und vier Hubschrauber waren vor Ort im Einsatz, um die verletzten Menschen zu versorgen und in Krankenhäuser zu bringen. Auch aus Deutschland kam Hilfe, zum Beispiel von Bayerischen Roten Kreuz.

Zug aus München in Tschechien verunglückt - Zwei Tote und viele Verletzte in Domazlice

„Die Situation ist ernst, ich bin auf dem Weg zum Unglücksort“, teilte der tschechische Verkehrsminister Karel Havlicek mit.

Auf tschechischen Eisenbahnstrecken kommt es immer wieder zu Unfällen. Die Sicherheitstechnik gilt vielerorts als veraltet. Die Regierung hat ein Modernisierungsprogramm auf den Weg gebracht. Erst vor einem Jahr waren im Erzgebirge nahe der deutschen Grenze zwei Züge frontal zusammengestoßen. Dabei waren zwei Menschen gestorben, darunter ein Deutscher.

dpa/jh

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