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Zug aus München in Tschechien verunglückt ‒ Ermittlungen zu Unglück mit drei Toten an der Grenze abgeschlossen

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Zug aus München in Tschechien verunglückt - Tote und Verletzte
Ein Zug aus München ist im August 2021 in Tschechien verunglückt. Bei dem Zusammenstoß kam es zu Toten und Verletzten. © Chaloupka Miroslav/dpa

Bei einem Zusammenstoße zwischen einem Expresszug aus München und einem Regional-Zug in Tschechien kam es zu drei Toten. Die Ermittlungen zu dem Unglück sind nun beendet.

Update: 11. April 2022

Mehr als acht Monate nach dem Zusammenstoß zweier Züge an der Grenze zwischen Deutschland und Tschechien mit drei Toten hat ein Untersuchungsbericht menschliches Versagen als Ursache festgestellt. Ein aus München kommender Expresszug war am 4. August vorigen Jahres auf dem Weg nach Prag mit einem Regionaltriebwagen zusammengestoßen.

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*HalloMuenchen.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA. © Hallo München

Zug aus München kollidiert mit Regionaltriebwagen - Ermittlungen zu Unglück an der Grenze zwischen Deutschland und Tschechien

Der Lokführer des Expresszugs aus München habe an einer Ausweichstelle nicht die Vorbeifahrt des entgegenkommenden Triebwagenzugs abgewartet und ein rotes Haltesignal überfahren, heißt es in dem am Montag veröffentlichten Abschlussbericht der Eisenbahninspektion in Prag. Die Aufsichtsbehörde untersucht Unfälle im Bereich der Schiene. Davon unabhängig ermittelt auch die Polizei.

Bei dem Unglück auf eingleisiger Strecke in der Nähe von Domazlice (Taus) kamen beide Lokführer und eine Frau aus dem Regionaltriebwagen ums Leben. Zudem wurden 59 Menschen verletzt, einige davon schwer. An den Rettungsarbeiten beteiligten sich auch Kräfte aus Bayern. Der Sachschaden an Fahrzeugen und Strecke belief sich auf umgerechnet mehr als sieben Millionen Euro.

Warum der Lokführer des Expresszugs sowohl das auf „Halt erwarten“ stehende Vor- als auch das auf „Halt“ stehende Hauptsignal ignorierte, konnte nicht abschließend geklärt werden. Kurz vor dem Zusammenstoß löste er noch eine Schnellbremsung aus. Eine Autopsie ergab keine Hinweise auf gesundheitliche Probleme, Drogen- oder Alkoholkonsum. Der Lokführer galt als erfahren.

Ein Sicherheitssystem mit automatischer Bremsung fehlt an der Unglücksstelle. Nach Angaben des Verkehrsministeriums in Prag ist geplant, auf der Strecke bis 2029 das European Train Control System (ETCS) nachzurüsten. Tschechische Gewerkschaftsvertreter kritisieren seit langem, dass die Einführung moderner Zugsicherungssysteme zu langsam vorangehe.

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Zug aus München in Tschechien verunglückt: Zahl der Toten steigt auf drei ‒ Hotline für Angehörige eingerichtet

Letztes Update: 15.07 Uhr, 04. August 2021

Ein Zug aus München auf dem Weg nach Prag ist kurz nach der Grenze zu Tschechien mit einem Regionaltriebwagen frontal zusammengestoßen. Wie die Polizei mitteilt, sind bei dem Unglück drei Menschen ums Leben gekommen. Darunter seien die beiden Lokführer, beide tschechische Staatsangehörige, sowie eine Frau aus dem Regionaltriebwagen.

Zehn Menschen seien mit schweren bis lebensgefährlichen Verletzungen in tschechische Krankenhäuser gebracht worden, sagte eine Sprecherin des Rettungsdienstes. Mehr als 30 Personen erlitten leichtere Verletzungen wie Schürfwunden und Prellungen.

Bilder machten die Wucht des Aufpralls deutlich. Die Führerstände der Lokomotive und des Triebwagens wurden völlig zerstört und tief eingedrückt. Nach ersten Erkenntnissen habe der Expresszug München-Prag zunächst ein Langsamfahrt- und dann ein Haltesignal missachtet, erläuterte der tschechische Verkehrsminister Karel Havlicek.

Einsatzkräfte stehen an einem zerstörten Waggon. Ein aus München kommender Expresszug ist in Tschechien mit einem Personenzug zusammengestoßen.
Einsatzkräfte stehen an einem zerstörten Waggon. Ein aus München kommender Expresszug ist in Tschechien mit einem Personenzug zusammengestoßen. © Chaloupka Miroslav/dpa

Er sei dann auf der eingleisigen Strecke mit dem entgegenkommenden Triebwagenzug kollidiert. Der sogenannte Regioshark war auf dem Weg von der Industriestadt Pilsen (Plzen) nach Domazlice an der deutschen Grenze.

Zug aus München in Tschechien verunglückt - Ein weiterer Toter und viele Verletzte in Domazlice

Die tschechische Eisenbahninspektion hat Ermittlungen aufgenommen, die Monate in Anspruch nehmen dürften. Zu dem Zusammenstoß kam es bei dem Dorf Milavce zwischen den Stationen Blizejov und Domazlice. Viele der Fahrgäste standen unter Schock und mussten psychologisch betreut werden. Sie kamen vorübergehend in einem Gemeindehaus unter, bevor ihre Weiterreise organisiert werden konnte.

Bei dem Expresszug handelt es sich um einen Zug des privaten deutschen Anbieters Länderbahn (alex). Wie das Unternehmen mitteilte, sei dieser am Mittwochmorgen auf der Strecke zwischen München und Prag unterwegs gewesen.

Wegen des schweren Zugunglücks in Tschechien hat die Länderbahn eine Hotline für Angehörige eingerichtet. Sie sei unter der Nummer 0341 9135 4040 zu erreichen, teilte das Unternehmen mit. Auch das Polizeipräsidium Oberpfalz schaltete eine Hotline: 0961 4015 500. Angehörige erreichen die Feuerwehr der Region Pilsen unter der tschechischen Telefonnummer 0042 0950 330 330.

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Unglück in Tschechien: Expresszug aus München kollidiert mit entgegenkommenden Zug ‒ Tote und Verletzte

Erstmeldung: 11.20 Uhr

Bei einer schweren Kollision zweier Züge kurz nach der tschechischen Grenze sind mindestens zwei Menschen gestorben. Wie die Agentur CTK berichtet, seien außerdem 38 weitere Personen verletz worden, davon seien sieben in einem kritischen Zustand.

Der Expresszug München-Prag habe nach ersten Erkenntnissen bei Domazlice (Taus) nahe der deutschen Grenze ein Haltesignal überfahren. Er sei dann mit dem Nahverkehrszug, einem sogenannten RegioShark, kollidiert. Letzterer verkehrt auf der Strecke Pilsen (Plzen)-Domazlice.

Dutzende Rettungskräfte und vier Hubschrauber waren vor Ort im Einsatz, um die verletzten Menschen zu versorgen und in Krankenhäuser zu bringen. Auch aus Deutschland kam Hilfe, zum Beispiel von Bayerischen Roten Kreuz.

Zug aus München in Tschechien verunglückt - Zwei Tote und viele Verletzte in Domazlice

„Die Situation ist ernst, ich bin auf dem Weg zum Unglücksort“, teilte der tschechische Verkehrsminister Karel Havlicek mit.

Auf tschechischen Eisenbahnstrecken kommt es immer wieder zu Unfällen. Die Sicherheitstechnik gilt vielerorts als veraltet. Die Regierung hat ein Modernisierungsprogramm auf den Weg gebracht. Erst vor einem Jahr waren im Erzgebirge nahe der deutschen Grenze zwei Züge frontal zusammengestoßen. Dabei waren zwei Menschen gestorben, darunter ein Deutscher.

dpa/jh

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