117 Kilo Babyglück

München - Um Punkt 21.16 in der Nacht auf Samstag hat die Elefantendame Temi im Tierpark Hellabrunn ein gesundes Kind zur Welt gebracht. Das kleine ist ein Junge - oder genauer: Bulle.

So einen fröhlichen Muttertag wie am Sonntag hat das Elefantenhaus in Hellabrunn schon seit Jahrzehnten nicht mehr erlebt! Nach gut 23 Monaten Tragzeit brachte die asiatische Elefantenmama Temi (9) Freitagabend um 21.16 Uhr einen putzmunteren Elefantenbullen zur Welt! Er wiegt schon stolze 117 Kilo. „Mutter und Sohn sind nach der unkomplizierten, aber anstrengenden Geburt wohlauf, wenngleich sie jetzt – ebenso wie die betreuenden Tierpfleger und Tierärzte – hundemüde sind“, heißt es in der Presseerklärung des Tierparks.

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Das sechsköpfige Team um Elefantenpfleger Andreas Fries hatte sich seit Wochen auf den freudigen Augenblick vorbereitet, Videoaufzeichnungen und Protokolle von Elefantengeburten in anderen Zoos studiert. Temi brachte ihr Junges, das noch keinen Namen hat, in einem eigens im Elefantenhaus eingerichteten Geburtsstall zur Welt. Dabei sprangen die Tierpfleger als Ammen ein. In freier Wildbahn schützen die anderen Elefantenkühe das Neugeborene vor der Mutter, die nach der Geburt oft wegen der erlittenen Schmerzen aggressiv wird. In Hellabrunn zogen die Pfleger den kleinen Bullen weg, bevor sie ihn der Mutter zurück gaben.

Temi nimmt ihre Mutterrolle sehr ernst: „Temi säugt entspannt ihren Sohn,“ berichtet die Tierpark-Kuratorin Beatrix Köhler. Die anderen vier Elefantenkühe beschnuppern neugierig mit ihren Rüsseln den Neuzuwachs in ihrer Herde. Am Samstag blieben die Damen wegen des freudigen Ereignisses im Elefantenhaus, das wegen Baufälligkeit saniert werden muss. Die Dickhäuter sollen bald in einen Behelfsbau umziehen, in dem für Temi ebenfalls ein eigener Mutter-Kind-Bereich eingerichtet wird. Elefantenpapa Gajendra bekommt von all dem Trubel übrigens nichts mit. Er wurde wegen des Umbaus im Leipziger Zoo untergebracht. Köhler: „Das ist aber kein Problem, in der Natur ziehen die Bullen nach der Begattung alleine weiter.“

Bis die Münchner das Mutterglück bestaunen dürfen, dauert es noch ein paar Tage. Kuratorin Beatrix Köhler: „Sie brauchen beide erst noch mal Ruhe.“

Johannes Welte

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