Kaffeekrieg: Dallmayr gegen Tchibo

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Das Hause Dallmayr hat gute Chancen, den Prozess zu gewinnen.

München - Wer hat den Besten? Zwischen dem Hamburger Kaffee-Röster Tchibo und dem Münchner Traditions-Unternehmen Alois Dallmayr tobt ein Gefecht vor Gericht.

In einer großen Werbekampagne hatte Tchibo seine Marke „Feine Milde“ zum Sieger erklärt: „Deutschland hat entschieden!“ In einem Test mit fünf Konkurrenz-Produkten, darunter Dallmayrs „Prodomo“, hätten sich die Tester mehrheitlich für das Produkt aus Hamburg entschieden.

Dagegen erwirkte Dallmayr beim Landgericht München eine einstweilige Verfügung. Die Werbung sei irreführend, stellten die Richter fest. Tchibo lässt das nicht auf sich sitzen. Die Studie mit 1022 Testpersonen belege doch, dass die „Feine Milde“ der beste sei, erklärte Tchibo-Anwalt Frederik Thiering. „Die Studie wurde mit wissenschaftlichen Methoden erstellt.“

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Das bezweifelt Dallmayr-Anwältin Ortrun Günzel, schließlich bekamen die Probanden stets nur zwei Tassen serviert, einmal Tchibo-Kaffee und jeweils ein Konkurrenzprodukt. Den „Prodomo“ schlürften also nur rund 200 Tester. Diese Testmethode sei zweifelhaft, kritisiert Dallmayr.

Nicht leicht für das Gericht, die Wahrheit herauszufiltern. Zwar liegt noch kein Urteil vor, doch ließen die Richter durchblicken, dass sie pro Dallmayr entscheiden wollen: „Die Werbung ist aus unserer Sicht nicht zulässig.“

E. Unfried

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