Täterin muss 13 Jahre in den Knast

Hammer-Opfer: Die Angst bleibt mein Leben lang

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Links: Ihre Haare sind seit August 2013 wieder nachgewachsen, doch Marianne M. leidet noch unter der Tat. Rechts: Hammer-Täterin Monika F. wurde zu 13 Jahren Gefängnis verurteilt.

München - 27 Platzwunden am Kopf hat Marianne M. bei der Hammer-Attacke ihrer Putzfrau 2013 davongetragen. Auch heute leidet sie noch unter der Tat. Ihre Peinigerin wurde nun verurteilt.

Wenn eine Frau ihre Handtasche öffnet, erschrickt Marianne M. (66): „Ich habe Angst, dass jemand einen Hammer herausholt.“ So wie am frühen Morgen des 7. August 2013, als ihre frühere Putzfrau Monika F. vor der Haustür stand und wortlos mit einem Hammer auf sie einschlug. Mindestens 27 Mal traf die 60-jährige Täterin den Kopf ihres Opfers. Am Freitag erhielt Monika F. vom Schwurgericht die Quittung: 13 Jahre Gefängnis wegen versuchten Mordes!

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass Monika F. den Tod von Marianne M. in Kauf nahm, um deren Schmuck und andere Wertgegenstände aus dem Haus rauben zu können. Dass Marianne M. die unglaublich brutalen Attacken überlebte, beschrieb der Vorsitzende Richter Michael Höhne so: „Allein ihrem Überlebenswillen, ihren dichten Haaren, ihren harten Schädelknochen und dem Zufall ist es zu verdanken, dass die Geschädigte noch am Leben ist.“

Marianne M.: "Ich habe jetzt immer eine Trillerpfeife dabei"

Nachdem Monika F. der Hammer aus der Hand gefallen war, griff sie nach Buddha-Figuren und einer Stehlampe, um weiter auf ihr extrem stark blutendes Opfer einzuschlagen. Sie tat es, so Höhne, „aus rücksichtslosem Gewinnstreben um jeden Preis“.

Staatsanwältin Nicole Selzam hatte für die Angeklagte eine lebenslange Haft gefordert. Verteidigerin Birgit Schwerdt plädierte auf sieben Jahre. Marianne M. hält das Urteil für angemessen und betont: „Der Richter hat alles richtig dargestellt.“

27 Platzwunden hatten damals an ihrem Kopf genäht werden müssen. Dafür musste ihr Kopf in der Klinik kahlrasiert werden. Jetzt zeigt sie stolz ihre Haare: „Sie sind sogar dichter als vorher.“ Wie geht es ihr heute? „Den Umständen entsprechend gut“, sagt Marianne M. „Ich bin froh, dass der Prozess zu Ende ist.“ Ist sie vorsichtiger als früher? „Ja, ich habe jetzt immer eine Trillerpfeife und ein griffbereites Handy dabei.“

Eberhard Unfried

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