tz auf Baustellentour mit dem neuen Eigentümer

Der Hammer-Plan für die Schranne

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Auf 3800 Quadratmetern bieten 24 Mieter ihre Waren in der umgebauten Schrannenhalle an.

München - Von Pleiten, Pech und Schranne zu einer florierenden Markthalle wie in den europäischen Metropolen Mailand oder Barcelona: Der neue Herr der Schrannenhalle will die Immobilie aufblühen lassen.

Hier sehen Sie den Plan des neuen Schlemmerparadies am Viktualienmarkt

Von Pleiten, Pech und Schranne zu einer florierenden Markthalle wie in den europäischen Metropolen Mailand oder Barcelona: Das ist das Ziel des Münchner Unternehmers Hans Hammer (39). Der neue Herr der Schrannenhalle will die Immobilie im Herzen der Stadt aufblühen lassen - mit einem durchdachten Konzept, langfristigen Mietverträgen und Standl, in denen die Münchner und Touristen gerne einkaufen. Die tz erklärt den Hammer-Plan für die Schranne!

Eigentümer Hans Hammer und seine Frau Chantal freuen sich auf die Eröffnung.

"Ja, das ist natürlich ein Traum", sagt Hans Hammer und blickt von der Empore nach unten, wo die Arbeiter gerade die blitzsauberen Marktstände aufbauen. Die Zeit drängt. Am 13. Oktober ist Eröffnung. Dann werden 24 Händler ihre Waren anbieten. Speck, Käse, Wein, Kaffee, Tee, Obst und Gemüse. "Jeder für sich, aber alle zusammen", verspricht Hammer. Indiz dafür ist, dass alle Verkäufer gleich angezogen sind. Alle wollen an einem Strang ziehen. Die Zeit, in der die Schranne ein konzeptloser Klotz mit undurchschaubaren Eigentumsverhältnissen war, soll endlich vorbei sein.
Hammer, Chef der gleichnamigen AG für Projektentwicklung, ist jetzt alleiniger Herr der Immobilie, mit der die Schrannenhallen GmbH in die Insolvenz schlitterte. Hammer hat dafür 34,8 Millionen Euro bezahlt - und weitere zehn in die Modernisierung gesteckt. Zum -Beispiel für den nicht zeitgemäßen Brandschutz oder in die Kundenfreundlichkeit. "Denn die Schranne war bisher eine Barriere zwischen der Fußgängerzone und dem Viktualienmarkt", sagt Hammers Frau Chantal, die für die neue Halle das Marketing macht. "Und genau das soll sich ändern, es soll ein offener, freundlicher  Durchgang sein."

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Deshalb haben die Hammers auf beiden Längsseiten der Schranne weitere Türen eingebaut. Und die sollen, wenn es Wind und Wetter zulassen, immer offen stehen. Auf 3800 Quadratmetern wird es qualitativ hochwertige Lebensmittel geben. Der schillerndste Name ist Feinkosthändler Michael Käfer, der neben seinen Produkten an der Theke auf der Galerie auch eine Marktküche mit Restaurant eröffnen wird. "Wir setzen auf Qualität, aber die Schranne soll kein abgehobener Delikatessen-Tempel werden", verspricht Hammer. "Wir sehen uns als Ergänzung und Bereicherung zum Viktualienmarkt. Und wir sind uns sicher, dass beide Seiten voneinander profitieren. Wir sehen uns als Partner und nicht als Rivalen."

Schlemmerparadies am Viktualienmarkt

Der Plan für die Schrannenhalle

Am Donnerstag in acht Tagen, 13. Oktober, eröffnet Oberbürgermeister Christian Ude die Halle, ab dem Nachmittag können die Münchner erstmals einkaufen. Am Freitag läuft der erste reguläre Betriebstag (9 bis 20 Uhr), und am Samstag steigt das große Eröffnungsfest rund um die und in der Schranne. 160 Jahre, nachdem Karl Muffat sie als Getreidedepot am Rande des Viktualienmarktes errichtet hat, erwacht die Schranne nach Jahren voller Pleiten, Pech und Pannen nun endlich wieder zu neuem Leben.

Stefan Dorner

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